Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Die Lebenstage der Menschen gleichen den sybellinischen Büchern: Je weniger davon übrig sind, desto kostbarer werden sie.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Vor Zeiten zu Jerusalem Da lebt' ein weiser König, Blieb schuldig keine Antwort wem, Er liebt' und trank nicht wenig; Doch als er alt geworden war, Gebeugt der stolze Scheitel, Die Waden dünn, schneeweiß das Haar, Papier statt Gold im Beutel – Da schrie er in Jerusalem: 's ist Alles, Alles eitel!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Greise, die besonnen und weder grämlich noch unfreundlich sind, haben ein erträgliches Alter, Schroffheit aber und Unfreundlichkeit machen jedes Alter lästig.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Moderati enim et nec difficiles nec inhumani senestolerabilem senectutem agunt, importunitas autem et inhumanitas omni aetati molesta est

Willst du im Alter glücklich sein, mußt du vergessen, was du in der Jugend versäumt hast!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es ist ein Jammer, daß die Zeit so kurz ist zwischen der Spanne, wo man zu jung, und jener, wo man zu alt ist.

Montesquieu, Meine Gedanken (Mes pensées), 1899-1901 (posthum), übersetzt von Fritz Schalk. Über das Glück

Die besten Jahre kommen, wenn die guten fort sind.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das entzückende Gefühl des richtigen Alters: "Wenn ich den Krempel um mich her ansehe und mir sagen darf, das brauchst du ja nicht mehr!"

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Der Genuß der Ruhe und heitern Betrachtungen ersetzt dem Greise besserer Art alles Feuer seiner Jugend, und je stürmischer seine Leidenschaften waren, desto höher schätzt er die Unabhängigkeit von der Welt [...].

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Schluss)

Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher.

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Fromm in der Jugend, ein Teufel im Alter.

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Ab Fünfzig macht die Arbeit weniger Spaß, aber der Spaß immer mehr Arbeit.

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Man sagt vom Alter, es sei geschwätzig, aber ich dächte doch, es dürfte gesprächig sein; man hat viel zu sagen und sagts doch wohl auch kühnlich, was man früher weislich davon gehen ließ.

Goethe, J. W., Briefe. An H. G. Hotho, 19. April 1830

Das Alter ist eine eigene Macht, die sich nach ihren besonderen Gesetzen und Bedingungen entfaltet. Es ist die Zeit einer im vorausgegangenen Leben noch nicht so dagewesenen Ruhe und Befriedigung.

Grimm, Rede über das Alter, 1860

Verstand, Vernunft und Klugheit finden sich bei den Greisen, und hätte es nie Greise gegeben, so hätte es auch nie Staaten gegeben.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Mens enim et ratio et consilium in senibus est; qui si nulli fuissent, nullae omnino civitates fuissent

Das Urteil des Greises zittert weniger als sein Haupt.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Fortsetzung)

Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht; Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben, Doch kann ich's nicht; am Boden muß ich kleben, Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht. Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht, Mein schönes Lieb, allüberall umschweben, In ihrem selig süßen Hauche leben – Doch kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht. Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten, Und vor den Augen wird's mir trüb und trüber. Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten Mit weichen Armen liebend mich umschließen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Junge Leiden. Sonette. Fresko-Sonette an Christian S., 9.

Auch entstehen gewöhnlich erst im Alter die reifsten Werke. Denn bis zum 35. Jahre müssen zwar die Ideen, die Grundgedanken gesammelt und eingetragen sein; aber die Verarbeitung und Beherrschung dieses Stoffes ist doch erst das Werk des spätern Alters.

Lindner/Frauenstädt (Hg.), Arthur Schopenhauer. Von ihm, über ihn. Ein Wort der Verteidigung von Ernst Otto Lindner und Memorabilien, Briefe und Nachlassstücke von Julius Frauenstädt, 1863

In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorglos leben könnten: und wenn wir alt sind, sehen wir, daß es zu spät ist, so zu leben.

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Bettet doch alte Menschen weich und warm und lasset sie recht genießen, denn weiter vermögen sie nichts mehr; und beschert ihnen gerade im Lebens-Dezember und in ihren längsten Nächten Weihnachtsfeiertage und Christbäume! Sie sind ja auch Kinder, ja zurückwachsende.

Jean Paul, Aufsätze. Politisches und poetisches Allerlei

Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn sich entlaubt hat, wankt dreifüßigen Gangs. (Am Stock)

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Die Güte des Herzens macht den Greis noch verehrt und geliebt, wann sein Kopf schon die Schwächen zeigt, die ihn dem Kindesalter wieder zu nähern anfangen. Sanftmut, Geduld, Redlichkeit, Wahrhaftigkeit, Uneigennützigkeit, Menschenfreundlichkeit u.s.w. erhalten sich durch das ganze Leben und gehn nicht durch Altersschwäche verloren: in jedem hellen Augenblick des abgelebten Greises treten sie unvermindert hervor, wie die Sonne aus Winterwolken.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum zweiten Buch. Kapitel 19. Vom Primat des Willens im Selbstbewusstsein