Alter Sprüche
Sprüche über Alter
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Groß war einstmals die Ehrfurcht vor dem grauen Haupte, und in ihrem Werte stand die Runzel des Alters.
Wirklich alt ist nur der, der nicht mehr lernen kann oder will.
Wer seiner Werke Ende kann Anschau'n, das ist ein weiser Mann. Wer immer auf das Ende gern Hinsieht, dem bleibt die Reue fern. Das Ende krönet, nicht der Streit; Gut Ende guten Namen verleiht. Das Ende treibt die Sünde zurück, Schaut man es an mit stätem Blick. Ein gutes Ende macht Alles gut, Gut Ende nimmer übel thut. Der Bootsmann an dem Ende steht Und lenkt das Schiff, daß es wohl geht. Wer stets will auf das Ende sinnen, Der wird wohl selten Leid gewinnen.
Die Jugend erlaubt sich manche Willkür, das Alter gehorcht unwillig der Notwendigkeit.
Bedenkt: der Teufel, der ist alt, So werdet alt, ihn zu verstehen!
Am Anfang unseres Lebens stand die dunkle Not. An seinem Ende steht die leuchtende Verklärung.
Es muss einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer jung vor.
Ich neide nichts, ich laß es gehn Und kann mich immer manchem gleich erhalten; Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn, Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.
Die Jahre Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffenleben. Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr wie sonst bequem zu sein, Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.
Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche, Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige! Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen! Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet Euer Werk ist getan – und rauh in die Gosse Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.
Die alten Tage sind nichts anderes als ein zweites Säuglingsalter.
Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
Die Jugend spottet über die Erfahrungen des Alters, bis sie selbst einsehen lernt, daß die Erfahrungen des Alters doch ein Vorsprung sind.
Das Alter Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise, Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen, Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen, Und trüber Winter deckt die weiten Kreise. Die Wanduhr tickt, im Zimmer singet leise Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen. Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen, Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise. So mild ist oft das Alter mir erschienen: Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder Und über Nacht hat sich die Luft gewendet. Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen, Du trittst erstaunt heraus – und kehrst nicht wieder, Denn endlich kommt der Lenz, der nimmer endet.
Als würdige Erfindung Unsterblich weiser Geister Und letztes Übel gaben uns die Götter Das Alter, wo die Sehnsucht Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung.
Es ist doch eine Gnade, alt zu werden. Vieles erlebt man erst im Alter.
Ich erinnere mich bey dieser Gelegenheit eines Vorwurfs den ich von Lavatern … hören mußte, er sagte: »Du thust auch als wenn wir dreyhundert Jahre alt werden wollten.« Und doch ist, besonders in wissenschaftlichen Dingen, kaum anders zu handeln; wenn man sich nicht alle Jahre zurücknehmen will, so darf man nur mit sich selbst reden.
Wenn die heitern Tage enden Mit den froh durchschwärmten Nächten, Wenn die Jugendzeit verblüht Mit den Rosen auf den Wangen: Ist's auch mit den Liedern aus – Will der Kuckuck nicht mehr rufen, Nicht die Nachtigall mehr schlagen, Hört der Lerche Trillern auf Und der ersten Liebe Jauchzen.
Das Alter Nach der 11ten Ode Anakreons Euch, lose Mädchen, hör ich sagen: – Du bist ja alt, Anakreon. Sieh her! du kannst den Spiegel fragen, Sieh, deine Haare schwinden schon; Und von den trocknen Wangen Ist Blüt und Reiz entflohn. – Wahrhaftig! ob die Wangen Noch mit dem Lenze prangen, Wie, oder ob den Wangen Der kurze Lenz vergangen, Das weiß ich nicht; doch was ich weiß, Will ich euch sagen: daß ein Greis, Sein bißchen Zeit noch zu genießen, Ein doppelt Recht hat, euch zu küssen.