Alter Sprüche

Sprüche über Alter

1145 Sprüche in dieser Kategorie

Die Haare des Greises tragen Zeichen des Alters, die Zähne des Greises tragen Zeichen des Alters; aber der Wunsch nach Leben, der Wunsch nach Glück schwindet auch bei dem Greise nicht.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886. Vasishta XXX, 9

Jedes Alter hat ja seine Meinung, und das ist nun einmal so.

Ernst, Occultistische Novellen, 1922

Denk' an deine Jugendsonne, wenn dich's in der Seele friert; träum von Jugendglück und Wonne, wenn es Herbst im Herzen wird. Strömt der Sonne Strahlenquelle auch nur einen Augenblick: – bleibt ihr Glanz in Herz und Seele doch noch lange Zeit zurück! Träumst du auch nur für Sekunden von dem Glück, das längst dahin: – ist dir gleich der Traum entschwunden, lang' glüht dir sein Bild im Sinn. Schmückst mit Blumen neu die Liebe, suchst des Freundes treue Brust gleich, als ob sie ewig bliebe, quillt des Geistes Götterlust. Denk' an deine Jugendsonne, und du fühlst dich neu entzückt; und du singst in Glück und Wonne Lieder, die dich einst beglückt.

Internet

Eigentlich jung kann man nur im Alter sein.

Internet

Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.

Internet

Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.

Internet

Das Schlechte kannst du immer loben, Du hast dafür sogleich den Lohn! In deinem Pfuhle schwimmst du oben Und bist der Pfuscher Schutzpatron.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 5, Erstdruck 1827

Auf dem Gipfel ist das Ziel und das Ende unseres Lebens, auf ihn ist unsere Wallfahrt gerichtet.

Internet

Das Alter erscheint mit den Jahren allmählich, aber mit einer Krankheit oder einem großen Unglücksfall, den nichts je wieder gut machen kann, plötzlich.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 14. April 1830

Alt: wer morgens beim Erwachen denkt: Wenn's doch bald wieder Abend wäre. Jung: wer sich am Abend auf den nächsten Morgen freut.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Amarylle Oh stille Amarylle, Du blühst, wenn Herbst schon leer. Von Frucht- und Blütenfülle Bliebst du mir und nichts mehr. Ich trug dich in mein Zimmer, Balkon war schon zu kalt. Leucht Sommers letzten Schimmer Du mir. Das Jahr ist alt. Und alt ist auch mein Herz schon, Und weiß ist schon mein Haar. Sei du mein letzter Herbstlohn – Stumm, traurig. Und was mir war An Herzblühn und Geistfruchtzeit, Ist abgewelkt, wurmtaub. Auf Schmerz und Mühn und Sucht streut Enttäuschung totes Laub. Ach wenn auf meinem Grab nur Die stille Flamme ständ! Oh Amaryll, ich hab nur Das Licht, das jenseits brennt.

Internet

Der Greis ist ehrwürdig, so lange er kein Jüngling sein will.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Warum erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser nämlich ist alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übrig geblieben.

Internet

Es ist erschreckend, aber es kann wahr sein: die Greise lieben es, zu überleben.

Internet

Lacht nur über das Alter, ihr Jungen, ihr lacht nur über eine Vergangenheit, die eure Zukunft ist!

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Weisheit des Herzens, hg. von Heinz Rieder), 1958

Er ist nun aus den Oden-Jahren in die Psalm-Jahre gekommen.

Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 577]

An A. von Binzer Den frohen Sinn der Jugend zu erhalten, Wenn auch das Alter schon die Locken bleicht, Das ist's, was jeder wünscht, doch schwer erreicht, Weil nur dem Glücklichen es vorbehalten. Ob wir nun fröhlich mit den Stunden schalten, Ob ihr phlegmatisch durch die Tage schleicht, Und ob's im Busen stürmet oder schweigt, Es muß das Herz doch nach und nach erkalten. Doch seh' ich Dich, so schwindet all mein Zagen; Denn ungebeugt im Kampfe mit der Welt Hast Du das Alter aus dem Feld geschlagen. Wer sich den Mut in diesem Kampf erhält, Der bleibt, mag auch das Herz ihm leiser schlagen, Von ew'ger Jugend Sonnenschein erhellt.

Internet

Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.

Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845

Jugend im Alter Wie auch spät noch im Herbst um wetterzerfressenen Zaunpfahl Windenblume sich schlingt mit weißem Lilienkelche, so auch frage du nichts nach der Borke herbstlicher Jahre! Farbige Blüte dir web' auch ins entblätterte Alter!

Internet

Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.

Internet

Wenn es in den Bergen schneit [die Haare weiß werden], dann wird es kalt im Tal.

Rabelais, Gargantua und Pantagruel (Les horribles et épouvantables faits et prouesses du très renommé Pantagruel, Roi des Dipsodes, fils du grand géant Gargantua. Composés nouvellement par maître Alcofrybas Nasier), 5 Bde., 1532-1564