Alter Sprüche – glück

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Zwei Dinge können im Alter Talent und Lebensgenuß zur Not ersetzen: Ruf oder Reichtum.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Alter schützt vor Torheit nicht: mit diesem Wort macht man sich über das Alter lustig und bedenkt nicht, dass gerade die Fähigkeit, noch Torheiten begehen zu können, ein Trost und eine Quelle des Glückes für die Alten ist.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Nicht der Jüngling ist glücklich zu preisen, sondern der Greis, der gut gelebt hat. Denn wer noch in frischer Jugendkraft steht, wird vielfach vom Geschick bald in der, bald in jener Richtung umhergetrieben; der Greis dagegen ist im Alter wie in einem Hafen gelandet und hat einen Reichtum, auf den er früher kaum zu hoffen wagte, hinter sicherem Damm geborgen.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus der Spruchsammlung 'Also sprach Epikuros' [17]

In der Jugend Tränen ohne Kummer; im Alter Kummer ohne Tränen.

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Herr Gott, du und ich, wir haben ein Geheimnis. Das Altwerden bringt einiges mit sich, was Spaß macht. Wir müssen uns nicht mehr von der Welt plagen lassen. Die Leute übersehen uns. Wir brauchen nicht mehr den Schein zu wahren, sondern können auf kindliche Freuden zurückgreifen: Zusehen, wie eine Spinne ein Netz webt. Vor einem Licht Schattenbilder an die Wand werfen. Statt einer Hauptmahlzeit Kompott mit Sahne essen. Die ganze Nacht wach bleiben. Sterne zählen. Trödeln. Zu Hause bleiben und mit alten Freunden Schach spielen. Einen verrückten Hut tragen. Warum hast du mir nicht verraten, daß das Altwerden neben allem, was ich daran hasse, auch manches Vergnügen mit sich bringt? Ach, ich weiß: Weil ich es nie geglaubt hätte.

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Niemand liebt das Leben mehr als ein alter Mann.

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Hier zu Lande ist Höflichkeit eine Scheidemünze, von der alle Welt die Taschen voll hat, die aber niemand reich macht.

Morgenblatt für gebildete Stände (Titel ab 1837: Morgenblatt für gebildete Leser), 1807-1865. 1818

Die beste Vorsorge für das Alter ist, daß man sich nichts entgehen läßt, was Freude macht. Dann wird man später die nötige Müdigkeit haben und kein Bedauern, daß die Zeit um ist.

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Armut im Alter ist ein großes Unglück. Ist diese gebannt und die Gesundheit geblieben; so kann das Alter ein sehr erträglicher Teil des Lebens sein.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Zuweilen begegnet man Menschen, die sich bis ins hohe Alter die Frische des Geistes bewahrt haben. Das ist der Lohn des höheren Lebens, das sie geführt.

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Wohl dem, dem nicht körperliche Schwäche, nicht Entsagung, sondern Erfahrungsreichtum, Weisheit die Anzeichen des Alters bringen!

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Die Blumen der Freude im Herbst des Alters geruchlos; des Frühlings in der Jugend vielleicht giftig, die der Mitte recht.

Jean Paul, Vorläufige Gedanken, entstanden 1816 (posthum veröffentlicht). VII. Leiden, Alter, Sterben, Tod, Trauer, Sohn

Das reife Alter ist aller Freuden des blühenden Jugendalters fähig und das hohe Alter aller Freuden der Kindheit.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Lebensalter, Leben und Tod

Je mehr es abwärts geht, je reicher wird das Leben.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Die Jahre rauben uns während ihres Ablaufs ein Glück nach dem anderen.

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Es muß aber jegliches Lebensalter auch das seiner Art entsprechende und gebührende Glück haben, sonst gedeiht der Mensch nicht zu seiner Vollkommenheit [...].

Ernst, Der schmale Weg zum Glück, 1904

Alte Menschen sind nicht nur nützlich, sie machen das Leben angenehm.

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Ein älterer Mann zu seiner Frau: "Hörst du dir noch den Wetterbericht an, oder verlassen wir uns auf mein Rheuma?"

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Des Lebens Freuden sind vergänglich. Das Hühnerauge bleibt empfänglich, wie dies sich äußert, ist bekannt, krumm wird das Bein und krumm die Hand. Die Augenlider schließen sich, das linke ganz absonderlich. Dagegen öffnet sich der Mund, als wollt er flöten, spitz und rund. Zwar hilft so eine Angstgebärde nicht viel zur Linderung der Beschwerde. Doch ist sie nötig jederzeit zu des Beschauers Heiterkeit.

Busch, Bildergeschichten. Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter, 1883

Dreien allein, den Musen, dem Eros und Dionysos, hattest du, fröhlicher Greis, all dein Leben geweiht.

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Nicht bloß um graue Locken schwebt die Glorie der innern Befreiung von Eigensucht; die Milde mögt ihr da wohl öfter finden, aber oft nicht mehr jenen lebendigen Feuereifer für die Menschheit.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Dritter Band. 1. Sträflinge. Ein Sonntagmorgen