Alter Sprüche – glück

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Jahresringe Baum, wachse und sei guter Dinge! Und macht dir der Frost mal Beschwerden, Ein Glück, daß die Jahresringe Zum Panzer des Markes werden!

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Daß doch die Jugend immer zwischen den Extremen schwankt! Ich finde nichts natürlicher, als alles zu verbinden, was uns Vergnügen und Vorteil bringt.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 1. Buch, 12. Kap., Die Alte zu Mariane

Frühling im Alter Singen die Vöglein im grünen Wald, Klingen die Bächlein bergunter, Lockt es den Alten mit Lustgewalt, Klopfet das Herz ihm so munter: Denket der Wonnen verschiedener Lenze, Denket der Kränze und denket der Tänze, Fallen auch Tränen herunter. Singet und klinget! Das Heute ist mein. Heut' will ich singen und klingen Lustig mit spielenden Kindern feldein, Fröhlich mit fröhlichen Dingen, Will mir bekränzen die Locken, die greisen: Bald muß ich hinnen und wandern und reisen, Wo mir die Vögel nicht singen.

Arndt, E. M., Gedichte. 1841

Ein vergnügter Greis ist eben nur ein alter Knabe.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Erst dann ist man alt, wenn man zu bequem wird, zu genießen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wer nicht ganz verwöhnt und hinlänglich jung ist, findet nicht leicht einen Ort, wo es ihm so wohl sein könnte als im Theater.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 22. März 1825

Wir werden alt, wenn die Erinnerung uns zu freuen beginnt, wir sind alt, wenn sie uns schmerzt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Im Alter empfindet man es als ein ungemeines Glück, wenn man in der Abwägung der Welt im Reinen ist und die Dinge weder durch die eigenen Empfindungen, noch durch die Darstellung anderer in wechselnden Farben sieht

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Bedauernswert ist der mittellose Greis.

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Manch einer meint in seiner Verblendung, es [das Greisenalter] sei eine Klippe; es ist ein Hafenplatz, über den man sich freuen muss.

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Greise, die besonnen und weder grämlich noch unfreundlich sind, haben ein erträgliches Alter, Schroffheit aber und Unfreundlichkeit machen jedes Alter lästig.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Moderati enim et nec difficiles nec inhumani senestolerabilem senectutem agunt, importunitas autem et inhumanitas omni aetati molesta est

Willst du im Alter glücklich sein, mußt du vergessen, was du in der Jugend versäumt hast!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Der Genuß der Ruhe und heitern Betrachtungen ersetzt dem Greise besserer Art alles Feuer seiner Jugend, und je stürmischer seine Leidenschaften waren, desto höher schätzt er die Unabhängigkeit von der Welt [...].

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Schluss)

Ein gesundes Alter ist zugleich lebensfroh.

Grimm, Rede über das Alter, 1860

Es sind zwei Sorten von Leuten. Die einen kümmern sich um die Adiaphora des Lebens, je älter sie werden, desto mehr; die andern desto weniger. Einige gar nicht, und diese haben das Erdendasein glücklich überwunden.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Zu glücklich und zu heiter Wär' unser Los auf Erden, Wenn unsre Jugendzeit, wo doch noch Wonnen, Wenn auch aus Leidensbronnen, Erglühn, andauerte durchs ganze Leben. Zu mild wär' der Beschluß auch Der Götter, der zum Tod verdammt das Leben, Wenn nicht auch noch des Lebens letzte Hälfte Zuvor uns düstrer machte Das Schicksal, als den Tod, vor dem wir beben. Als würdige Erfindung Unsterblich weiser Geister Und letztes Übel gaben uns die Götter Das Alter, wo die Sehnsucht Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung, Versiegt der Born der Lust, das Maß der Leiden Erfüllt bis an den Rand, erschöpft die Freuden.

Leopardi, Gesänge (Canti), in: Gedichte und Prosaschriften, Berlin 1889, übersetzt von Paul Heyse. Erstdruck: Florenz 1831, erweiterte Fassung Neapel 1835

Es muss einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer jung vor.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Ich neide nichts, ich laß es gehn Und kann mich immer manchem gleich erhalten; Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn, Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 4, Erstdruck 1827

Ich kenne das Greisenalter mit all seinen Gebrechen und doch sage ich Ihnen, ich habe das Leben erst erträglich gefunden, seit ich altere in meinem stillen Heim.

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Entfloh mit der Jugend der Zauber der Schönheit, Die heitere Laune, das glühende Herz, Entschädigt dafür uns im Alter die Weisheit, Verständnis für Schönheit, Empfängnis für Scherz.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Die veränderlichen Triebe der menschlichen Alter Nach Puppen wird das Kind sich sehnen, Der muntre Jüngling nach der Schönen, Der Ruhm erhitzt des Mannes Fleiß, Und Gold begehrt der matte Greis. Bei so veränderlichen Trieben, Wer wird sein wahres Glücke lieben? Nur der, der Schönen, Ruhm und Geld Für Puppen der Erwachsnen hält.

Kästner, Gesammelte poetische und prosaische schönwissenschaftliche Werke, 4 Bde., 1841