Alter Sprüche – klassisch
374 Sprüche gefunden
Ehren wir die weißen Haare, vor Allen aber die Unsern!
Was man in seiner Jugend erwirbt, dient im Kampf gegen das Elend des hohen Alters. Und wenn du willst, daß dein Alter sich aus Weisheit nähre, so sorge dafür, solange du jung bist, daß es in deinem Alter nicht an Nahrung mangelt.
Das Alter ist der Sammelplatz der Übel; denn alle Übel suchen da ihre Unterkunft.
Wertlos, ungesellig, schwach, freudlos kommt das Greisentum, die Vereinigung sämtlicher Übel.
Ein Greis ist stolz, hochmütig und von ungeselligem Wesen, wenn er nicht viel Geist besitzt.
Ein alter Baum hat tiefe Wurzeln und rennt sich nicht so gleich über den Haufen.
Das krancke Alter Weil Alter eine Kranckheit ist, so kan man dem vergeben, Der uns den Tod hat angewüntscht und nicht ein langes Leben.
Der Geist der grauen Haare spricht aus dir.
Ein Greis, so sehr er sich auch schmückt, wird beim steilen Aufstieg entlarvt.
Die Altersstolzen "Ergraut sind wir – und du noch jung" – So sprecht Ihr voller Würde Und heischt von mir Bewunderung Ob Eurer Altersbürde: Doch sollt' vor jedem grauen Haar Ich erfurchtsvoll erbangen, So dürft' am End der Esel gar Respekt von mir verlangen.
Man spricht immer vom Studium der Alten; allein was will das anders sagen als: Richte dich auf die wirkliche Welt und suche sie auszusprechen; denn das taten die Alten auch, da sie lebten.
Das alte Gesicht Ein alt Gesicht spricht lehrend an. Man fragt wohl still, was hat der Mann Jahr aus, Jahr ein erleben müssen, Um unser Auge so zu grüßen, Daß es nur zweifelnd auf ihm weilt Und unser Herz den Zweifel theilt? Ein Jugendantlitz hat gesiegt Oft schon, wenn es vorüberfliegt. Was edle Nase, tiefe Augen, Was sanfter Mund, bedeutend Kinn in jüngerer Erscheinung taugen, Dient ihm zum schleunigen Gewinn. In alte Mien' uns einzuleben, Ist uns so plötzlich nicht gegeben. Was sie Erlebtes in sich hegt, Ist nicht so bald zurechtgelegt.
Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.
Der Greis ist einmal jung gewesen, ob der Jüngling aber das Greisenalter erreichen wird, ist noch ungewiss. So ist das abgeschlossene Gut besser als das zukünftige und unsichere.
Mich beherrscht eine entsetzliche Ruhe. Das also ist der Friede des Alters!
Wer dreiundvierzig Jahre lang – so alt bin ich – treu und brav gewesen ist, wird seine Natur nicht mehr ändern, und für meine Treue und Bravheit habe ich ja meine Armut zum Zeugnis.
Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb. Tot ist nur der, der vergreist; weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat. Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.
Was einst betrübt des Jünglings Sinn Und was beschwert des Mannes Rücken, Gleichgültig nimmt's das Alter hin; Im Winter gibt es keine Mücken.
Über die Freuden des Alters könnte selbst ein Gelehrter keine weitschweifige Abhandlung schreiben.
Warten, schweigen, dulden! – Das geziemt dem alten Mann.
Rat einer Alten Bin jung gewesen, Kann auch mitreden, Und alt geworden, Drum gilt mein Wort. Schöne reife Beeren Am Bäumchen hangen: Nachbar, da hilft kein Zaun um den Garten; Lustige Vögel Wissen den Weg. Aber, mein Dirnchen, Du laß dir raten: Halte dein Schätzchen Wohl in der Liebe, Wohl im Respekt! Mit den zwei Fädlein In eins gedrehet, Ziehst du am kleinen Finger ihn nach. Aufrichtig Herze, Doch schweigen können, Früh mit der Sonne Mutig zur Arbeit, Gesunde Glieder, Saubere Linnen, Das machet Mädchen Und Weibchen wert. Bin jung gewesen, Kann auch mitreden, Und alt geworden, Drum gilt mein Wort.