Alter Sprüche – sinn

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Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.

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Auf dem Gipfel ist das Ziel und das Ende unseres Lebens, auf ihn ist unsere Wallfahrt gerichtet.

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Warum erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser nämlich ist alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übrig geblieben.

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Es ist erschreckend, aber es kann wahr sein: die Greise lieben es, zu überleben.

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Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.

Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845

Des Menschen Leben ist dem Weine gleich; Der letzte Rest wird Essig.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Ein leeres Wort ist's, wenn ein Greis den Tod sich wünscht, das Alter lästert und die lange Lebenszeit. Erscheint die Todesstunde, dann will keiner mehr verscheiden, und das Alter ist ihm keine Last.

Euripides, Alkestis, 438 v. Chr

Das selbe Leben, welches seine Spitze im Alter hat, hat auch seine Spitze in der Weisheit, in jenem milden Sonnenglanz einer beständigen geistigen Freudigkeit; beiden, dem Alter und der Weisheit, begegnest du auf einem Bergrücken des Lebens, so wollte es die Natur.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Fünftes Hauptstück. Anzeichen höherer und niederer Kultur

Was ist schlimmer als sterben? Sich überleben!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Endlos ist ziellos; ungemessene Schätze vergeudet man; erst, indem das Leben an den Tod rückt, empfängt es Gestalt und Schwerkraft.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Die spätesten Jahre des Lebens haben eine andere, gewiß oft eine höhere Bedeutung als die früheren, die drücken dem ganzen Leben das Siegel auf.

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Indes des Lebens dünner Zwirn verschleißt, Der Erbe lauert und die Gicht uns beißt.

Byron, Don Juan, 1819-24

Gegen meine 60 Jahre hätte ich viel einzuwenden, wenn es ein anderes Mittel gäbe, leben zu bleiben, als das, alt zu werden.

Meyer, C. F., Briefe. An Louise von François, 20. Oktober 1885

Aus einem Altenheim kann man entweder ein Wartezimmer des Todes oder einen Ruheraum des Lebens machen, das hängt vom Bauherrn ab.

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Vier Dinge, die das Leben verlängern Vier Dinge machen lang den Lebenspfad, Drum hör', o teure Seele, meinen Rat. Zuerst, das Ohr an holdem Klang ergetzen, Das Aug an mondgleich holder Schönheit letzen, Und drittens, Sicherheit für Gut und Leben; Das Alles wird dem Leben Dauer geben. Wem endlich, was er unternimmt, gelingt, Der sicher es zu hohem Alter bringt.

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Ferdinand Nesselmann, 1871

Zweiundsiebzig Jahre auf der Erde, das bedeutet neunundsechzig Jahr lang gelogen, Empfindungen versteckt, geheuchelt, gegrinst, statt zu beißen, geschimpft, wo man geliebt hat. Manchmal dämmert eine Ahnung auf, das vielleicht doch lieber zu unterlassen.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Wir schaukelten uns auf den Wellen, in: Die Weltbühne, 07.07.1925, Nr. 27 (Kaspar Hauser), wieder in: Mit 5 PS, 1928

Über allen Leben weh'n Kühl des Todes Schauer. Edle Menschen altern seh'n, Ist die größte Trauer.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Ein Greis sagte: "Mag's einer noch so weit gebracht haben – wenn er siebzig Jahre alt geworden, ist sein Leben verpfuscht."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Andererseits jedoch ließe sich sagen, dass nach erloschenem Geschlechtstrieb der eigentliche Kern des Lebens verzehrt und nur noch die Schale desselben vorhanden sei, ja, dass es einer Komödie gliche, die von Menschen angefangen, nachher von Automaten, in deren Kleidern, zu Ende gespielt werde.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Man spricht immer vom Studium der Alten; allein was will das anders sagen als: Richte dich auf die wirkliche Welt und suche sie auszusprechen; denn das taten die Alten auch, da sie lebten.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 29. Januar 1826

Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb. Tot ist nur der, der vergreist; weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat. Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.

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