Alter Sprüche – sinn

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Sie können kühnlich die Behauptung aufstellen, ein [...] denkender Mensch – spricht schließlich, wenn er im Winter seines Lebens steht, der Liebe geradezu die Existenz ab, die unsere aberwitzigen Illusionen ihr verliehen haben!

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

Die düsteren und kalten Herbsttage sind ein Symbol des nahenden Alters; es gibt nichts in der Natur, das nicht ein Gleichnis des menschlichen Lebens wäre, denn das menschliche Leben ist selbst ein Bild aller Dinge, und das ganze Universum ist von einheitlichen Gesetzen beherrscht.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Das Altwerden ist eine dumme Geschichte, aber wenn man es im Grunde nimmt, das einzige Mittel, lange zu leben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1881

Existiert denn der Mensch nur für einen bestimmten Lebensabschnitt? Ist die Kindheit nur Ouvertüre, das Alter nur Epilog?

Dohm, Werde, die Du bist, 1894

Alt ist geworden, wer das Leben fühlt.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute, 1934. Aus: Und keins von diesen schönen Mädchen weiß –

Vor nichts aber muss sich das Alter mehr hüten, als sich Müßiggang und Trägheit zu überlassen; ein üppiges Leben aber – schändlich für jedes Alter – ist gerade für das Alter besonders abstoßend.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nihil autem magis cavendum est senectuti quam ne languori se desidiaeque dedat; luxuria vero cum omni aetati turpis, tum senectuti foedissima est

Wer aber die Möglichkeit zu einem guten und glücklichen Leben nicht in sich selbst trägt, dem ist jedes Alter beschwerlich.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Quibus enim nihil est in ipsis opis ad bene beateque vivendum, eis omnis aetas gravis est

Was aber ist abstoßender als ein Greis, der gerade zu leben beginnt?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid est autem turpius quam senex vivere incipiens

Sei zufrieden, wenn du es dereinst dahin gebracht hast, mit Genugtuung auf deinen Lebensweg zurückzuschauen mit dem Bewusstsein, anderen mehr gewesen zu sein, als dir selbst.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wer am Leben ermüdet, legt eine Forderung nach der anderen beiseite, wie einer, der abreisen will, alles Überflüssige wegwirft.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Wer sich im Alter noch wichtig fühlt, der ist am Leben vorbeigegangen.

Lorenz, Zeitlose Wahrheiten. Zweihundert und einige Aphorismen (Erstdruck 1940 unter dem Decknamen Pieter Gruiter), 1941