Alter Sprüche – zeit

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Das alte Gesicht Ein alt Gesicht spricht lehrend an. Man fragt wohl still, was hat der Mann Jahr aus, Jahr ein erleben müssen, Um unser Auge so zu grüßen, Daß es nur zweifelnd auf ihm weilt Und unser Herz den Zweifel theilt? Ein Jugendantlitz hat gesiegt Oft schon, wenn es vorüberfliegt. Was edle Nase, tiefe Augen, Was sanfter Mund, bedeutend Kinn in jüngerer Erscheinung taugen, Dient ihm zum schleunigen Gewinn. In alte Mien' uns einzuleben, Ist uns so plötzlich nicht gegeben. Was sie Erlebtes in sich hegt, Ist nicht so bald zurechtgelegt.

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Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Ich habe einige Ähnlichkeit mit den Windfahnen, die erst dann feststehen, wenn sie verrostet sind.

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Der Greis ist einmal jung gewesen, ob der Jüngling aber das Greisenalter erreichen wird, ist noch ungewiss. So ist das abgeschlossene Gut besser als das zukünftige und unsichere.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 295.

Man besitzt nicht das Alter, um die Jugend – und nicht die Jugend, um das Alter zu genießen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn das Alter kommt, gilt es, sich bereit zu machen.

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Manches, was wir in der Jugend in den Wind schlugen, kommt später als Sturm über uns.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Mich beherrscht eine entsetzliche Ruhe. Das also ist der Friede des Alters!

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Im Alter, wenn die Kräfte des Geistes und Leibes verschwinden, – wie seltsam ist es, hierin eine Vernichtung zu sehen? Wenn die Blätter des Baumes im Herbste abfallen, ist der Baum nun tot? Ein neuer Frühling wird ihn erwecken.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb. Tot ist nur der, der vergreist; weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat. Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.

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Was einst betrübt des Jünglings Sinn Und was beschwert des Mannes Rücken, Gleichgültig nimmt's das Alter hin; Im Winter gibt es keine Mücken.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1898

Körperliche Lust nimmt mit der Zeit ab. Schmerzen nehmen zu.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Über die Freuden des Alters könnte selbst ein Gelehrter keine weitschweifige Abhandlung schreiben.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Warten, schweigen, dulden! – Das geziemt dem alten Mann.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, Und das neue öffnet sich mit Mord. Und das Band der Länder ist gehoben, Und die alten Formen stürzen ein. …

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Antritt des neuen Jahrhunderts, Erstdruck 1801 unter dem Titel: An ***

Alte Häut dörffen viel schmierens.

Lehmann (Hg.), Florilegum Politicum. Politischer Blumengarten, 1630. Originaltext

Das Alter selbst ist eine Krankheit.

Terenz, Phormio, 161 v. Chr. Originaltext: Senectus ipsa morbus (est)

Die Alten Da haben sie ihr Lebtag sich gequält, Von früh bis spät geschuftet und geschunden. Und, wie der Eingekerkerte die Stunden Die Jahre ihres Arbeitsjochs gezählt. Nun klingt die Glocke endlich: Frieden! Frieden! Und Feierabend! Ihres Käfigs Tor Ist endlich offen und sie stehn davor, Nun ist auch ihnen einmal Ruh' beschieden! Erlösung! Ruh'! Wie sie das langsam schlürfen, Wie sie das kosten werden bis zum Grund, Dies selig süße Nichtmehrsorgendürfen! Nicht mehr sich plagen müssen wie ein Hund! Dies große Glück! … Und ihre Hände schlingen Sich ineinander, und die Augen sprühn … – Da läutet in der Luft ein Sensenklingen – – – Da mäht der Tod sie an der Schwelle hin! Ach, ihres Glückes einzig karge Spende Nach all der Arbeit, Mühe, Sorg und Not War nur, – daß sie, verschlungen Herz und Hände, Gemeinsam gehen durften in den Tod.

de Nora, Gedichte. Hochsommer. Neue Gedichte, 1912

Und das Alter streckt aus die Hand, die Schönheit zerstört, und kommt herbei mit lautlosem Schritt.

Ovid, Tristia (Trauriges oder Klagelieder), geschrieben im Exil von 8 bis 12 n. Chr

Mit immer größerer Sehnsucht blickt man den Jahren nach, die uns verlassen; durch Erinnerungen winkt man sie zurück – vergebens ... das Pendel hat nur verneinende Bewegungen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die echte Konversation Hält weder früh noch Abend Stich; In der Jugend sind wir monoton, Im Alter wiederholt man sich.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien, Kap. 3