Alter Sprüche – zeit
646 Sprüche gefunden
Greise, die ihr Äußeres zu sehr vernachlässigen oder sich übertrieben herausputzen, vermehren die Zahl ihrer Runzeln und sehen umso hinfälliger aus.
Im Alter Ich bin so müd, so herbstesschwer und möcht am liebsten scheiden gehn. Die Blätter fallen rings umher; wie lange, Herr, soll ich noch stehn? Ich bin nur ein bescheiden Gras, doch eine Ähre trag auch ich, und ob die Sonne mich vergaß, ich wuchs in Dankbarkeit für dich. Ich bin so müd, so herbstesschwer, und möcht am liebsten scheiden gehn, doch brauche ich der Reife mehr, so laß mich, Herr, noch länger stehn. Ich will, wenn sich der Schnitter naht und sammelt Menschengarben ein, nicht unreif zu der Weitersaat für dich und deinen Himmel sein.
Das Alter, der Mondschein des Lebens, hat keine Gewitter der Leidenschaften; aber unter dem frühern Sonnenschein blitzen sie.
Des Weibes Blätterfall Du frägst, mein Freund, wie sich wohl künden »Das Altern« mag in Seel' und Leib, Was leiden mag und was empfinden, – Beginnt's zu altern erst – das Weib? Noch eh' im Spiegel es gewahr wird, Daß seine Jugend ihm entweicht, Noch eh' es ihm im Herzen klar wird, Daß sich das Alter zu ihm schleicht, Sagt's ihm des Mannes Blick, ich glaube Der nach ihm nimmer gierig langt, Weil – wie die Gais am jungen Laube – Des Mannes Blick an Jugend hangt! Noch ist das Weib von Reiz umstrahlet, Von Kraft und Fülle die Gestalt Wie sich am ersten Herbsttag malet Im Sonnenstrahl der Eichenwald; Doch wie in grüner Blätter Prangen Sich da und dort ein welkes zeigt, Zum Zeichen, daß der Lenz vergangen, Und daß zum Herbst der Sommer neigt: So kündigt sich der Jugend Weichen Beim Weib in leiser Spur schon an! Ein Haar will da und dort erbleichen – Und aus der Reihe fehlt ein Zahn, – Und wenn auch Furchen nicht gegraben Der Jahre Pflug in Stirn und Kinn: Die zarten Farben, die drauf haben Den Lenz gemalt, sie – schwinden hin. ... Doch, was im Lied' ich nicht kann sagen, Weil keinen Reim es dafür giebt: Das Leid ist's, das ein Herz ertragen Muß, das zum letztenmal dann – liebt!
Alter und Jugend Ihr könnt nicht uns verstehen Und wir nicht euren Rat: Wohlan, so lasst uns gehen Ein jeder seinen Pfad. Ihr legt die Stirn in Falten, Ihr nennt euch selbst die Alten, Die Nüchternen, die Kalten: Und wir sind jung und wir sind frisch Und wir sind rasch und wir sind risch, Das kann nicht Friede halten. Wir wollen euch nicht zürnen, Ade, ihr alten Herrn! Vor euren kahlen Stirnen Beugt unser Knie sich gern. Doch sagt, vor unsern Locken, Vor unsers Flaumes Flocken, Warum steht ihr erschrocken? Auch euer Haupt war einmal braun, Auch euer Auge konnte taun, Nun aber ist es trocken. Ihr habt ihn längst verloren, Den Blick für unsre Welt, Euch dünkt ein Spott der Toren, Was uns die Seele schwellt. Ihr mögt nur immer sagen, Kopfschütteln nur und fragen, Bedauern und beklagen: Uns packt es an und reißt es fort, Nun sind wir hier, nun sind wir dort, Wir wollen einmal wagen. Lebt wohl! – Zum letzten Male Kreuzt unsre Bahn sich hier: Ihr geht gemach im Tale, Auf Klippen wandern wir. Ruht aus in Abendgluten, Beim Murmeln kühler Fluten, Wie eure Väter ruhten: Denkt nie, dass ihr einst selber so Ward jugendfrisch und jugendfroh –! Das Herz müsst euch ja bluten. Du aber, Reich der Jugend, Steig auf, du ewig jung, Du Götterreich der Tugend Und der Begeisterung! Und sollten wir verderben, Wir wollen für dich werben, Die Zukunft soll dich erben! Das Alter mag im Lehnstuhl ruhn: Doch will Gott uns was Gutes tun, So lass er jung uns sterben!
So viel ich Bücher auch gelesen, So reich einst meines Wissens Schacht, Das Alter hat mit seinem Besen, Vergeßlichkeit, Kehraus gemacht. So blieb von dem, was mein gewesen, Zuletzt nur, was ich selbst gedacht.
Wohl machst du gerne jünger dich, Weil du dich schämst der Grausamkeit, Daß du und all dein reiches Ich Nur eine Frage kurzer Zeit,
Gleich einem Tiger, grausam, mörderisch, Das Alter droht! Gleich einer Feindesschar stürmt auf uns ein Der Krankheit Not!
Erst im späten Alter erlangt der Mensch ganz eigentlich das horazische nil admirari, d. h. die unmittelbare, aufrichtige und feste Überzeugung von der Eitelkeit aller Dinge und der Hohlheit aller Herrlichkeiten der Welt: die Chimären sind verschwunden.
Das Alter hat gegen die Jugend auch den Nachteil, dass es alles bar bezahlen muss und keinen Kredit mehr erhält.
Das Alter kann seine Nacktheit nur durch wahren Ruhm bedecken; Ruhm allein ersetzt die in einem langen Leben verbrauchten Gaben.
Letzter Mensch, denke nicht nach über die lange Welt vor und nach dir; im Universum gibt's kein Alter – die Ewigkeit ist jung – sinke in die Welle, wenn sie kommt, sie versiegt, und nicht du!
Die düsteren und kalten Herbsttage sind ein Symbol des nahenden Alters; es gibt nichts in der Natur, das nicht ein Gleichnis des menschlichen Lebens wäre, denn das menschliche Leben ist selbst ein Bild aller Dinge, und das ganze Universum ist von einheitlichen Gesetzen beherrscht.
"Die Zeit ist mir in die Kiepe gestiegen!" sagte Knacksteert, da war er alt geworden.
[...] und du, mein Kind, wirst's auch wohl dann und wann noch erfahren, wie leicht der Menschen Sinnen und Fühlen sich bewegt und mit dem Wind wechselt. Du wirst es erfahren im Guten wie im Bösen, und es muß wohl recht verständig in solcher Weise bestellt sein, denn der verständige Mensch siehet solches je klarer ein, je älter er wird.
Alt sein wäre nicht so beängstigend – aber fortwährend älter werden...!
Es schwinden alle Leidenschaften im Alter.
Wenn man fühlt, daß man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn sich Energie und Fülle nach und nach verlieren will.
Der Wartesalon des Todes, das Alter.
Die Männer altern, und die Frauen verändern sich.
Wenn ich meine Werke überdenke und betrachte, so merke ich erst, wie jung ich war und wie jung ich leider noch bin; wenn ich aber meine Zeitgenossen betrachte, so merke ich zu meinem Leidwesen, daß die Herren jünger sind.