Alter Sprüche – zukunft
211 Sprüche gefunden
Von Eisen und Erz sei der Riegel deiner Tore; dein Alter sei wie deine Jugend!
Die Menschheit ist wirklich jung. Es genügt eine Kette von 84 Hundertjährigen, um in die Zeiten eines Theseus und in die prähistorischen Zeiten zurückzukommen.
Das Alter kehrt sich nicht an Potentaten, Und Runzeln sind verdammte Demokraten.
Wir gleichen im Alter einem Luftschiffer, der getrennt von der Erde im umgeheuern Raume schwimmt, mit dem erhabenen Vorgefühl der Hoffnung, wenn die Seele sich vom Leibe trennt, wie der Luftschiffer von der Erde, und im Alter lernt man vieles, was man in der Jugend nicht begreifen wollte, folglich auch die Verschiedenheit der Seele und des Leibes.
Die Jahre Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffenleben. Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr wie sonst bequem zu sein, Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.
Das Alter Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise, Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen, Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen, Und trüber Winter deckt die weiten Kreise. Die Wanduhr tickt, im Zimmer singet leise Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen. Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen, Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise. So mild ist oft das Alter mir erschienen: Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder Und über Nacht hat sich die Luft gewendet. Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen, Du trittst erstaunt heraus – und kehrst nicht wieder, Denn endlich kommt der Lenz, der nimmer endet.
Als würdige Erfindung Unsterblich weiser Geister Und letztes Übel gaben uns die Götter Das Alter, wo die Sehnsucht Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung.
Die Jahrevorden Vierzigern tragenuns, aber die hernach hocken auf in die Kiepe und wir müssensieschleppen.
Wenn die heitern Tage enden Mit den froh durchschwärmten Nächten, Wenn die Jugendzeit verblüht Mit den Rosen auf den Wangen: Ist's auch mit den Liedern aus – Will der Kuckuck nicht mehr rufen, Nicht die Nachtigall mehr schlagen, Hört der Lerche Trillern auf Und der ersten Liebe Jauchzen.
Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen.
Schweizeralpe War doch gestern dein Haupt noch so braun wie die Locke der Lieben, Deren holdes Gebild still aus der Ferne mir winkt; Silbergrau bezeichnet dir früh der Schnee nun die Gipfel, Der sich in stürmender Nacht dir um den Scheitel ergoß. Jugend, ach! ist dem Alter so nah, durchs Leben verbunden, Wie ein beweglicher Traum Gestern und Heute verband.
Älterwerden bedeutet bei jenen, die fortschreiten, ein unaufhaltsames Aufhellen.
Denk' an deine Jugendsonne, wenn dich's in der Seele friert; träum von Jugendglück und Wonne, wenn es Herbst im Herzen wird. Strömt der Sonne Strahlenquelle auch nur einen Augenblick: – bleibt ihr Glanz in Herz und Seele doch noch lange Zeit zurück! Träumst du auch nur für Sekunden von dem Glück, das längst dahin: – ist dir gleich der Traum entschwunden, lang' glüht dir sein Bild im Sinn. Schmückst mit Blumen neu die Liebe, suchst des Freundes treue Brust gleich, als ob sie ewig bliebe, quillt des Geistes Götterlust. Denk' an deine Jugendsonne, und du fühlst dich neu entzückt; und du singst in Glück und Wonne Lieder, die dich einst beglückt.
Alt: wer morgens beim Erwachen denkt: Wenn's doch bald wieder Abend wäre. Jung: wer sich am Abend auf den nächsten Morgen freut.
Lacht nur über das Alter, ihr Jungen, ihr lacht nur über eine Vergangenheit, die eure Zukunft ist!
Er ist nun aus den Oden-Jahren in die Psalm-Jahre gekommen.
An A. von Binzer Den frohen Sinn der Jugend zu erhalten, Wenn auch das Alter schon die Locken bleicht, Das ist's, was jeder wünscht, doch schwer erreicht, Weil nur dem Glücklichen es vorbehalten. Ob wir nun fröhlich mit den Stunden schalten, Ob ihr phlegmatisch durch die Tage schleicht, Und ob's im Busen stürmet oder schweigt, Es muß das Herz doch nach und nach erkalten. Doch seh' ich Dich, so schwindet all mein Zagen; Denn ungebeugt im Kampfe mit der Welt Hast Du das Alter aus dem Feld geschlagen. Wer sich den Mut in diesem Kampf erhält, Der bleibt, mag auch das Herz ihm leiser schlagen, Von ew'ger Jugend Sonnenschein erhellt.
Jugend im Alter Wie auch spät noch im Herbst um wetterzerfressenen Zaunpfahl Windenblume sich schlingt mit weißem Lilienkelche, so auch frage du nichts nach der Borke herbstlicher Jahre! Farbige Blüte dir web' auch ins entblätterte Alter!
Wenn es in den Bergen schneit [die Haare weiß werden], dann wird es kalt im Tal.
Ihr Alter? Das, meine Dame, hängt von ihren Absichten ab.
Ihr, die ihr jung seid, verlacht nicht den weißhaarigen Greis; die Blume, die sich entfaltet, wie viele Tage wird sie rot bleiben?