Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

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Die Kompliziertheit eines Charakters wächst mit dem feinen Verständnis desselben.

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Ja, es ist zugleich mit dem Kunstsinn der sittliche, welcher große Erneuerung erleidet.

Goethe, Italienische Reise, 1786-88, auf der Grundlage der Reisetagebücher überarbeitet 1813-17. Erster Teil, Rom, 20. Dezember 1786

Es gibt ebensowenige Menschen, die den Mut haben, groß im Guten, als groß im Bösen zu sein. Ein wenig Ruchlosigkeit mit ein wenig Religion; etwas Ehrbarkeit und etwas Liederlichkeit; ebensoviel Bosheit als Gutmütigkeit; das ist ohngefähr das Rezept, nach welchem die meisten menschlichen Charaktere gemischt sind.

Jacobs (Hg.), Aehrenlese aus dem Tagebuche des Pfarrers von Mainau, 2 Bde., 1823-25

War ein Schweinehund etwa kein Schweinehund mehr, nachdem er sich geschlagen hatte? Was hatte ein anständiger Mensch, der beleidigt worden war, davon, wenn er sein Leben gegen einen Halunken auf's Spiel setzt?

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Und auf Charakter, dünkt mich, komme es bei unsrer Existenz am meisten an, nicht auf vermehrte Kenntnisse und Wissenschaften.

Herder, Zerstreute Blätter (6 Sammlungen), 1785-97. Sechste Sammlung, 1797. III. Palingenesie. Vom Wiederkommen menschlicher Seelen

Es ist gut, unbeugsam aus Anlage und nachgiebig aus Überlegung zu sein.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Das Leben eines Menschen ist sein Charakter.

Goethe, Italienische Reise, 1786-88, auf der Grundlage der Reisetagebücher überarbeitet 1813-17. Zweiter Teil. Zweiter römischer Aufenthalt, 2. Oktober 1787

Wie gewöhnliche Speisen durch den Geschmack der Gewürze in besser schmeckende verwandelt werden (…), so wird durch das Feuer des Heiligen Geistes die gewöhnliche Natur des Menschen in eine bessere (…) umgewandelt.

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Jedermann hat seine Eigenheiten und kann sie nicht loswerden; und doch geht mancher an seinen Eigenheiten, oft an den unschuldigsten, zugrunde.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 3. Bandes 1. Heft, 1821

Wie der Mann, so auch sein Gott.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814-1819. Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des west-östlichen Divans

In der Herrlichkeit der ewig sich neugebärenden, alllebendigen Natur, da lerne der Unselige den Balsam finden und bereiten, der allen Kreaturen gegönnt und gegeben ist; in dem ungeheuren Zusammenspiel menschlicher Charaktere und Geschicke, da lerne er das Maß finden, zu welchem er selber geboren ist; und wenn er dieses einmal erkannt hat, so strebe er nach nichts Weiterem als: Er selbst zu sein und zu bleiben – rein und wahrhaftig, wie ein unverfälscht ausgesprochenes Wort Gottes.

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Tägliche Erfahrung lehrt uns, daß, wenn auch Erziehung und Verhältnisse die Masse formen, die Natur doch selbst das Individuum bildet, und in Gestalt und Geist derselben so viel Schönheit oder Unform fließen läßt, daß die ursprünglichen Elemente des Charakters durch nichts gänzlich bewältigt werden.

Weiß (Hg.), Tausend und Ein Gedanke. Aphorismen für Geist und Herz, zusammengestellt von Heinrich Weiß, 6. Auflage 1904 (EA: 1880)

Wenn ma d'Leut und's Vieh mitanand vergleicht, steigt der Viehpreis.

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Wenn … Wenn Du beharrst, da alle um dich zagen Und legen ihren Kleinmut dir zur Last, Vertrau'n zu dir bewahrst, da and're dir's versagen, Doch auch Verständnis für ihr Zweifeln hast; Wenn du zu warten weißt und bleibst gelassen, Betrogen, fern dich hältst von dem Betrug, Wenn du, gehaßt, dich hütest mitzuhassen Und doch zu gut nicht scheinst noch sprichst zu klug, Wenn träumend du nicht sinkst im Traumes-Sumpfe Und denkend Denken nicht zum Ziel dir machst, Wenn du begegnend Unglück und Triumphe Die zwei Betrüger gleicherweis' verlachst; Wenn du die Wahrheit, die du sprachst, kannst hören Von Buben frech zum Narrenfang verdreht, Kannst zuschau'n, wie sie, was du schufst, zerstören, Dich beugst und baust, bis es von neuem steht. Wenn du vermagst, was du nur hast, zu raffen, Und legst auf eine Karte alles hin, Verlierst - und fängst von vorne an zu schaffen Und wirst dabei die Miene nicht verzieh'n; Wenn du das Herz, die Nerven und die Sehnen, Zum Dienst zwingst, da sie letzte Kraft verläßt, Dastehst mit hart zusamm'gebiß'nen Zähnen, Wenn nichts, als nur der Wille sagt: Steh fest! Steh fest! Wenn du dem Volke reinen Wein kannst schenken, Mit Königen in schlichtem Umgang steh'n, Wenn weder Feind dich kann noch Freund dich kränken, Wenn alle nah, doch nicht zu nah dir geh'n; Wenn jede Stund' erfüllst mit ihrem Werte, Daß keine je vergeblich dir zerrann: Dein ist mit allem, was sie trägt, die Erde Und - noch mehr als das - du bist ein Mann! Du bist ein Mann, mein Sohn!

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Oh, natürlich werden wir alle mal überfahren – einmal in unserem Leben. Aber man muß sich selbst wieder aufraffen. Und sich benehmen, als ob nichts geschehen wäre.

Ibsen, John Gabriel Borkman, 1896

Edel denken ist schwer, wenn man nur denkt, um Brot zu erwerben.

Rousseau, Bekenntnisse (Confessions), verfasst 1765-70, posthum veröffentlicht 1782-89

Wohl ist es reizend, hoch im Licht einherzuwandeln, Vergöttert da zu steh'n vor seiner Welt, Doch leichter ist es groß, als recht zu handeln. Dort siegt der Ruhm, hier siegt der Held.

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Überall in der Menschenwelt ist das Schöne mit dem Hässlichen gemischt, und jeder trägt seinen Thersites an sich und in sich.

Fischer, Über die Entstehung und die Entwicklungsformen des Witzes. Zwei Vorträge gehalten in der Rose zu Jena im Februar 1871, Heidelberg 1871

Der Charakter eines Menschen und sein Garten lassen erkennen, wie gründlich während der Zeit des Wachstums gejätet worden ist.

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Der Charakter der Menschheit ist Vernunft, modifiziert durch Sinnlichkeit.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das geistige Lachen. Einbildungskraft

Ein- und dieselbe Daseinsstufe gibt nur einen Augenblick vollkommenen Glückes; aber die Wesensart des leidenschaftlichen Menschen wechselt zehnmal am Tage.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822