Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

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Man befindet sich nur wohl, wenn man das vorstellt, was man ist; man muß in Wahrheit den Charakter haben, den man vor der Welt haben möchte; sonst ist der, welcher die Welt zu täuschen wähnt, selber der Getäuschte.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). Widerlegung des Fürsten von Machiavel, Kapitel 18, 1740

Urteile nicht abschließend über einen Menschen, ehe du nicht weißt, wie er sich bei Erbschaftsangelegenheiten betragen hat. Ich habe manchen für feinfühlig, rücksichtsvoll und gutherzig gehalten, der urplötzlich eine fast gemeine Ichsucht entfaltete, als es die Teilung eines Nachlasses galt.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Das ist des Mannes Ehre, Daß er fest im Wechsel bleibt, Und die Wog' im Lebensmeere Nicht von seiner Bahn ihn treibt.

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Das Raubtier zeigt seine Natur, wenn es Blut, der Mensch, wenn er Geld sieht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

So ist die Art der Menschen: wer gefallen ist, den treten sie.

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Wohl wär es besser, überall dem Herzen zu folgen, doch darüber würde man sich manchen guten Zweck versagen müssen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 5. Akt, 1. Auftritt, Octavio

Schlechte Menschen ohne Geist, ohne Geschmack, Wenn sie noch so reich sind, bleiben nur Pack.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929. Aus: Geld allein

Schon die herbste Prüfung des Charakters ist die, daß man sich, eben als »Charakter«, nicht einmal soll umsehen dürfen, wenn Gassenbuben nach uns mit Steinen werfen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Nach dem Falle soll man sogleich wieder aufstehen.

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Das ist das Unglück, daß ganze Völker wie einzelne Menschen um sich schlagen, nur um nicht sich schlagen zu müssen, daß sie das Unheil nach außen tragen, weil sie bei sich selbst nicht fertig werden.

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Willst du über den Charakter eines Einzelnen urteilen, so denke immer an die Gesamtheit.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). II, 31. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Es ist lächerlich, der eigenen Schlechtigkeit sich nicht entziehen zu wollen, was doch möglich, wohl aber der Schlechtigkeit anderer, was unmöglich ist.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,71. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Hinten herum Ein Mensch, der etwas auf sich hält, Bewegt sich gern in feiner Welt; Denn erst in weltgewandten Kreisen Lernt man die rechten Redeweisen, Verbindlich, aber zugespitzt Und treffend, wo die Schwäre sitzt. Es ist so wie mit Rektor Knaut, Der immer lächelt, wenn er haut. Auch ist bei Knaben weit berüchtigt Das Instrument, womit er züchtigt. Zu diesem Zweck bedient er nämlich, Als für den Sünder gut bekömmlich, Sich einer schlanken Haselgerte, Zwar biegsam, doch nicht ohne Härte, Die sich, von rascher Hand bewegt, Geschmeidig um die Hüften legt. Nur wer es fühlte, der begreift es: Vorn schlägt er zu und hinten kneift es.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Große Eigenschaften entschuldigen kleine Eigenheiten.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1899

In jedem Charakter ruht ein Verhängnis, in jedem Talent die Entwicklung seines eigenen Könnens. Ich kann nicht über mich. – Das ist die große Mechanik Gottes in der Menschenwelt.

Brachvogel, Friedemann Bach. Roman, 1858

Anwendbar Ein weich verpackter, Ein fein befrackter, Nicht sehr intakter Charakter. Den Vers, den hab ich im Voraus gemacht, Ganz ohne Objekt; ich hab halt gedacht: Ich mach ihn einmal, er wird schon passen, Man kann ihn brauchen in allen Gassen.

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Mensch und Partei Wuchs und Rasse spotten der Regel, Blut geht tiefer als Feldgeschrei: Edelleute und Herrgottsflegel Gibt es stets bei jeder Partei.

Henckell, Weltmusik. Neue Gedichte, 1918

Der Charakter ist die empirisch erkannte, beharrliche und unveränderliche Beschaffenheit eines individuellen Willens.

Schopenhauer, Die beiden Grundprobleme der Ethik, 1841. Preisschrift über die Freiheit des Willens

Nicht die Gunst, sondern vielmehr die Ungunst der Verhältnisse ist der Hammer, welcher den Mann schmiedet.

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Wer die Wünsche des Inneren nicht herausläßt, heißt geschlossen. Wer die Wünsche der Außenwelt nicht in sich hineinläßt, heißt gefestigt. Wer in sich geschlossen und nach außen gefestigt ist, der hat das Geheimnis der Wirkung des Himmels.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XVII - Schen Fen Lan. 2. Kapitel: Was der Fürst wahren muss / Gün Schou

Ist sonach der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück chimärisch, hingegen das Leiden real sei.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter