Charakter Sprüche – gedanken

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Wie entstehen und ändern sich Gesinnungen? Erlebnis wirkt auf Geist und wandelt ihn. Verschieden aber wird von gleichem Erlebnis verschiedener Geist bestimmt, und diese Verschiedenheit heißt Charakter.

Rathenau, An Deutschlands Jugend, 1918. Originaltext

In jedem, auch selbst unbedeutenden Menschen liegt im Grunde ein tieferer und edlerer, wenn der wirklich erscheinende nicht viel taugt, oder noch edlerer, wenn er in sich gut ist, verborgen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. Ende Mai 1822

Ist der Character gemein oder lasterhaft oder roh, so wird der Abdruck desselben, seine That es auch sein; denn adeln kann ihn die Kraft der Leidenschaft nicht immer.

Hahn-Hahn, Sibylle. Eine Selbstbiographie, 1846. Erster Band. Originaltext

Für einen charaktervollen Menschen liegt der Lohn der Tugend eher in seinem eigenen Bewusstsein als in der öffentlichen Meinung.

Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch I, Brief 8: C. Plinius [Pompeio] Saturnino Suo S. Übers. Internet Originaltext: [...] maiore animo honestatis fructus in conscientia quam in fama reponatur

Ich bin stark, weil ich das Gegenteil der Charactereigenschaften, die ich habe, in Erscheinung treten lasse.

Heym, G., Tagebücher. Drittes Tagebuch. Originaltext

Ein ungezügelter und ungeduldiger Geist meide die Reize der Freiheit, da sie ihm schaden können.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 6. Kapitel. Übers. Internet Originaltext: Ferox impatiensque natura irritamenta nociturae libertatis evitet

Es ist aufrichtiger, offen zu hassen, als seine Gedanken hinter der Stirn zu verbergen.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XVIII, 65. Übers. Internet Originaltext: Aperte [...] odisse magis ingenui est quam fronte occultare sententiam

Gewöhnlich lässt der Stil den Charakter deutlich erkennen.

Melanchthon, Über die Leiden der Lehrer (De miseriis paedagogorum), 1533. Übers. Internet Originaltext: Fere mores stilus arguit

Der Charakter jedes einzelnen aber ist hinter vielen Schleiern der Vortäuschung verborgen und von ihnen verhüllt; die Stirn, die Augen und die Miene können mitunter lügen, am häufigsten jedoch lügt die Rede.

Cicero, Briefe. An seinen Bruder Quintus. Übers. Internet Originaltext: Multis enim simulationum involucris tegitur et quasi velis quibusdam obtenditur unius cuiusque natura; frons, oculi, vultus persaepe mentiuntur, oratio vero saepissime.

Ist der Zorn unerbittlich, zeigt das höchste Härte; ist er jedoch nachgiebig, zeigt das höchsten Wankelmut.

Cicero, Briefe. An seinen Bruder Quintus. Übers. Internet Originaltext: Si implacabiles iracundiae sunt, summa est acerbitas; sin autem exorabiles, summa levitas.

Gewöhnlich gilt der Bescheidene als verschlossen und der Schweigsame als bitter.

Horaz, Briefe (Epistolae). I, 18, 94-95. Übersetzung: Internet Originaltext: Plerumque modestus occupat obscuri speciem, taciturnus acerbi.

Die Charaktereigenschaften, welche man die analytischen nennt, sind selbst einer Analyse nur wenig zugänglich.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. IV: Der Mord in der Rue Morgue. Übers. H. Kauders

Die Konvenienz, der äußere Anstand, ist die Dezenz der Seele; sie verhüllt die nackte Wahrheit des Gemüts vor den kalten Menschen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908. Aus: Einige Perlen aus dem reichen Gedankenschatze meiner Mutter. (Anhang)

Der Charakter ist eine Erfindung für solche, die sonst nichts haben.

Cossmann, Aphorismen, 2. Auflage 1902 (EA: 1898). Philosophie des Pöbels

Als die wichtigsten Charakterfehler erscheinen einem die, welche man momentan nicht hat.

Cossmann, Aphorismen, 2. Auflage 1902 (EA: 1898). Moral

Im Dunkel des eigenen Selbst schärft sich das Auge für – das Licht anderer.

Peters, Aphorismen, 1931

Will viel in dich hinein: Reines – Gemeines. Kannst nur für eines Wohnung sein. Wen lässt du ein ...?

Seemann, Funken, 1940

Charakter ist seltener als Verstand.

Karl von Österreich-Teschen, Aphorismen, 1893

Es gibt Menschen, die von außen nach innen leben; sie saugen alles um sich her auf. Und es gibt Menschen, die von innen nach außen leben; die haben nicht Erbarmen mit sich selbst, sondern sie leben im Dienst für andere.

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)

An dem Benehmen dem Untergebenen gegenüber lässt sich der feingebildete Charakter erkennen, dem Vorgesetzten gegenüber sind die meisten verkörperte Engel.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913