Charakter Sprüche – glück
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Wer die Wünsche des Inneren nicht herausläßt, heißt geschlossen. Wer die Wünsche der Außenwelt nicht in sich hineinläßt, heißt gefestigt. Wer in sich geschlossen und nach außen gefestigt ist, der hat das Geheimnis der Wirkung des Himmels.
Ist sonach der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der der zweiten Besorgnis vor Unglück. Denn mit ihr ist, mehr oder weniger deutlich, die Erkenntnis eingetreten, daß alles Glück chimärisch, hingegen das Leiden real sei.
Glücklich ist derjenige, welcher sein Dasein seinem besonderen Charakter, Wollen und Willkür angemessen hat und so in seinem Dasein sich selbst genießt.
Das Schicksal hat keinen Einfluß auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.
Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein halbes Glück von einer großen Sünde abhing.
Der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird – der Mensch sagt: "Es war mir ein Vergnügen."
Ein edler Charakter wird nicht leicht über sein eigenes Schicksal klagen.
O unglückselig ist, wer Menschen quält, Weil es im Unglück ihm an Freunden fehlt.
Alle Bestrebungen sind umsonst, sich etwas zu geben, was nicht in uns liegt – und darüber verscherzt man den Genuß dessen, was man wirklich besitzt.
Wer nach Lust späht ungezügelt, ohne Maß beim Mahl und träge, Schwach an Kräften: den fällt Mara wie der Sturm das Baumgehege.
Der Mensch lebt durch Geradheit. Ohne sie lebt er nur von glücklichen Umständen und rechtzeitigem Ausweichen.
Dagegen ist gewiß, daß noch jetzt jeder, der etwas Rechtes will und kann, in der Regel auch ein anständiger und wohlwollender Gesell ist, der nach getaner Arbeit sein kluges Pfeifchen in Ruhe zu rauchen versteht und nicht immer von bösen Mücken geplagt ist.
Je bitterer die Schale, je süßer der Kern.
Die Namenlosen Engelmenschen sind bei Tag und Nacht Sonder Lohn auf Nächstenwohl bedacht; Mittelmenschen lindern fremde Sorgen Dann nur, wenn sie selber sich geborgen; Teufelmenschen führen eignes Glück Auf des Nächsten Untergang zurück: Aber die von Schadenfreude brennen, Wahrlich, solche kann ich nicht benennen.
Das größte Elend ist, kein Elend tragen können.
Es liegt nicht so viel daran, wie wir es um uns haben, sondern wie wir es in uns haben, darauf kommt es an.
Mancher hat nichts als seine Frechheit, und er macht doch sein Glück in der Welt.
O der Einträchtigen Niederträchtigkeit!
Es ist traurig zu erkennen, dass ich das Glück ebenso wenig zu ertragen verstand als das Unglück.
So sind viele: Den Glücklichen hassen sie, und den Unglücklichen verachten sie.
Über den Charakter hat das Schicksal keine Macht.