Charakter Sprüche – liebe

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Und doch sind es wunderliche und oft sehr schwierige Naturen, die das Rechte erst aus der Seele eines anderen heraus zu treffen vermögen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Das Raubtier zeigt seine Natur, wenn es Blut, der Mensch, wenn er Geld sieht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

So ist die Art der Menschen: wer gefallen ist, den treten sie.

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Wohl wär es besser, überall dem Herzen zu folgen, doch darüber würde man sich manchen guten Zweck versagen müssen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 5. Akt, 1. Auftritt, Octavio

Große Eigenschaften entschuldigen kleine Eigenheiten.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1899

Straßenengelchen – Hausbengelchen.

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Die Würdigung eines Charakters hängt stets sehr von der Art ab, in welcher er unsere eigenen Interessen und Leidenschaften berührt. Wir finden es schwer, von denen Gutes zu denken, von denen wir durchkreuzt oder gedemütigt wurden, und wir sind bereit, jede Entschuldigung für die Laster derer zuzulassen, welche uns nützlich oder angenehm sind.

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Unheimliche Menschen das, die mit unserer eigenen Natur eine gewisse Verwandtschaft hatten, beinahe auch dasselbe Lebensziel verfolgten, ja sich sogar dazu derselben Mittel bedienen mußten und schon oft mit uns verwechselt wurden – und von denen wir uns doch im innersten Kern und vom tiefsten Grund unsres Wesens aus himmelweit verschieden fühlen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Egoismus ist das perspektivische Gesetz der Empfindung, nach dem das Nächste groß und schwer erscheint: während nach der Ferne zu alle Dinge an Größe und Gewicht abnehmen.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Die Taten folgen der Gesinnung, die Gesinnung folgt den Trieben.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XX - Schï Gün Lan. 8. Kapitel: Beachten der Anzeichen / Guan Biau

Vielen ist nach außen etwas verpönt, was ihnen im Innern nur erwünscht ist.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Die Gemeinheit verfügt über große Kräfte, sie überrumpelt stets den anständigen Menschen und umgarnt und umklammert ihn, während er staunt und sich zurechtzufinden versucht.

Saltykow-Schtschedrin, Die Herren Golowljow, auch: Die Herren Golowlew (Господа Головлёвы), 1880

Ganz gemeine Naturen kennen nur Furcht, nicht Liebe. Sobald sich dieselben nicht mehr fürchten, werden sie dreist und unlenksam. Für diese gilt der Spruch: "Sei immer gut, doch nicht zu gütig, die Wölfe werden sonst leicht übermütig!"

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Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er noch seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.

Pauly, Aphorismen, 1905

Ihr Verlangen, andern Unangenehmes zu sagen, geben manche für Offenherzigkeit aus.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Wenn er auch ein Schwein ist, so ist er doch ein Mensch.

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Ein zuckersüßes Brüderchen! In der Tat! – Franz heißt die Kanaille?

Schiller, Die Räuber, 1781. 1. Akt, 2. Szene, Schweizer

Schlechtigkeit ist eine von guten Menschen erfundene Fabel, die die merkwürdige Anziehungskraft der anderen erklären soll.

Wilde, Sätze und Lehren zum Gebrauch für die Jugend (Phrases and Philosophies for the Use of the Young), 1894

Es gibt Menschen, die ihr Gleiches lieben und aufsuchen, und wieder solche, die ihr Gegenteil lieben und diesem nachgehn.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft, 1826. Einzelnes

Der Charakter eines Menschen wird am besten erkannt in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; oder in der Leidenschaft, denn diese überrennt eines Mannes Grundsätze, oder endlich in einer neuen, unerprobten Lage, denn da läßt ihn die Gewohnheit im Stich.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert)

Welcher Physiognomiker ist imstande, einen Charakter so schnell zu erfassen wie ein Hund, der sofort weiß, ob ein Fremder ihn liebt oder nicht? Das Gefühl umfaßt alle Dinge und überwindet den Raum.

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