Charakter Sprüche – liebe

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Schlechtigkeit des Charakters, verbunden mit Geist, mit genialer Verstellung, Machiavellismen usw. imponiert nie den Frauen. Diese bleiben fest in ihrem Haß und ihrer Verwerfung. Männern dagegen mildert sich ihr Urteil, wenn sie das Schlechte mit Virtuosität behandelt sehen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Allgemein gefallen, heißt vielen gleichen, mißfallen: eigen sein.

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Jede Gabe ist ein Geschenk Gottes, der Charakter aber ein Produkt der eigenen Seele, weshalb Gaben entzücken, Charaktere aber geliebt werden.

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Je edler ein Mensch ist und je mehr in ihm der Geist der Liebe lebt, um so mehr nimmt er den Schmerz der Menschheit in die eigene Seele auf und trägt ihn innerlich mit.

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Wer ein schlechtes Herz hat, kann keinen guten Gedanken hegen.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Der Charakter ist für den Menschen viel entscheidender als Reichtum des Geistes.

Burckhardt, J., Briefe. An Albert Brenner, 21. Februar 1856

Glänzende Eigenschaften des Geistes erwerben Bewunderung, aber nicht Zuneigung: diese bleibt den moralischen, den Eigenschaften des Charakters, vorbehalten.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum zweiten Buch. Kapitel 19. Vom Primat des Willens im Selbstbewusstsein

Vortrefflichkeit der Seelen ist ein schönes und ein unzerreißbares Band der Freundschaft und der Liebe.

Schiller, F., Briefe. An Lotte von Lengenfeld, 3. August 1789

Eigne gute Menschenart kann eine fremde Menschenart allein verstehen, trösten und ahnen.

Herder, Übers Erkennen und Empfinden in der menschlichen Seele (alternativer Titel: Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele), entstanden 1774, Erstdruck 1778 (anonym)

Nichts ist so schwer wie die Geradheit, und nichts so leicht wie die Schmeichelei.

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Der Mensch ist schön, aber die Menschen sind Schweine.

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Bei den besten Menschen, die mir begegnet, habe ich noch immer die Reißzähne von den Schneidezähnen ganz deutlich unterscheiden können.

Busch, W., Briefe. An Marie Anderson, 16. April 1875

Viele Charaktere sind nichts als ein Mosaik von Stimmungen; mit der Zeit bröckeln sie leicht ab.

Auerbach, Tausend Gedanken des Collaborators. Aphorismen, 1875

Wer schätzt an andern nicht zumeist das, was er in sich selber vermißt?

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Charakterschwäche und geistige Leere, mit einem Wort alles, was uns hindert, mit uns selbst allein zu sein, bewahrt viele Menschen vor dem Menschenhaß.

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Wenn Menschen sich dadurch liebenswerter machen wollen, daß sie einen moralischen Charakter erheucheln, der von ihrem wahren Charakter verschieden ist, dann irren sie sich außerordentlich. Die Anstrengung wird doch nach kurzer Zeit als solche erkannt, ebenso der Widerspruch des vorgetäuschten Charakters mit dem wirklichen, der doch dauernd durchschimmert. […]

Leopardi, Gedanken (Pensieri), 1845

Wer Charaktere studiert, der suche das Herz zu ergründen, Nicht den Verstand und den Geist; heißt doch Charakter: Gemüt.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Nichts zeigt besser den Charakter eines Mannes als die Art und Weise, wie er sich den Frauen gegenüber verhält.

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Einen Charakter lieben ist nur der heroische Weg, ihn zu verstehen.

Stevenson, Die Geschichte einer Lüge (The Story of a Lie), 1879

In der Nacht hat der Mensch nur ein Nachthemd an, und darunter kommt gleich der Charakter.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Erstes Buch. Zweiter Teil, 51: Das Haus Fischel

Manche Menschen gleichen jenen schlecht gebundenen Büchern, die trotz des gewaltsamsten Öffnens und Auseinanderpressens doch immer wieder von selbst zusammenschlagen. Sie gestatten keinen tieferen Einblick in ihr Herz und Gemüt [...].

Amyntor, Aus der Mappe eines Idealisten, o.J. [1885]