Charakter Sprüche – mut

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Prahlt Mit mildem Brauch, meßt ängstlich eure Schritte; Gerader Sinn geht über alle Sitte, Und wächst auch wild auf, wie der Baum im Wald!

Halm, Der Sohn der Wildnis. Dramatisches Gedicht in fünf Akten, 1842. 4. Akt, Ingomar

Geh treu und redlich durch die Welt, das ist das beste Reisegeld.

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Die Menschen aber, die ihren eigenen Weg zu gehen fähig sind, sind selten. Die große Zahl will nur in der Herde gehen, und sie weigert die Anerkennung denen, die ihre eigenen Wege gehen wollen.

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Fällst du siebenmal um, so steh achtmal auf.

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Die Kennzeichen des Verstockten. Seit am Verstockten ich drei Züg’ erkannt, Hab’ ich mein Auge von ihm abgewandt. Am Schwachen übt er Härt’ und Grausamkeit, Was er auch hab’, ihm fehlt Zufriedenheit. So oft man auch ermahnend zu ihm spricht, Auf sein verstocktes Herz tut’s Wirkung nicht.

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Ferdinand Nesselmann, 1871

Auch die, welche nur langsam gehen, können doch weit vorwärts kommen, wenn sie den geraden Weg einhalten und nicht, wie andere, zwar laufen, aber sich davon entfernen.

Descartes, Abhandlung über die Methode, richtig zu denken und Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen (Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences), 1637. Erster Abschnitt. Übersetzt von Julius Heinrich von Kirchmann, 1870

Leider sind drei Dinge schwer zu finden und zu geben: einen Charakter haben – einen zeichnen – einen erraten.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Zweites Kapitel. Die Individualität des Idealmenschen. § 31

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen: Er steht fest und dämpft die Wut der ihn umbrausenden Wogen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 4,49. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Beharren Der Ofen wärmt die Stube, thut solches unbereut, Ob gleich ein alte Mutter die Hinter-Stirn ihm beut. Wer recht geht, gehe weiter und frage nichts darnach, Ob Hasser oder Spötter braucht List, Verleumdung, Schmach.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Man kann nicht Charakter und Mut schmieden, indem man Initiative und Unabhängigkeit lähmt.

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Steh, stehe fest, wie das Gewölbe steht, weil seiner Blöcke jeder stürzen will!

Kleist, Penthesilea. Ein Trauerspiel, 1808. 9. Auftritt. Prothoe

Wahlspruch Echtes ehren, Schlechtem wehren, Schweres üben, Schönes lieben!

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Geh deinen Weg und laß die Leute reden.

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Baue deinen Charakter auf, und offenbare deine wahre Natur, die strahlende, die glänzende, die ewig-reine, und erwecke sie in jedem, der dir begegnet.

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Sei lieber Schwanz bei dem Löwen, als Haupt beim Fuchs.

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Man habe Energie ohne Fanatismus, Grundsätze ohne Demagogie und Strenge ohne Grausamkeit.

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Charakterfestigkeit heißt, die Wirkung der anderen an sich selbst erprobt zu haben; also sind dazu die anderen nötig.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Starke Menschen bleiben ihrer Natur treu, mögen sie auch in schlechte Lebenslagen geraten, ihr Charakter bleibt fest, und ihr Sinn wird niemals schwankend. Über diese Menschen kann nichts Gewalt bekommen.

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Ich werde euch nicht sagen: Ändert den Charakter! Denn man wandelt sich nicht… Vertreibt das Naturell, es kommt doch im Galopp zurück.

Destouches, Le Glorieux (Der Hochnäsige), 1732

Wer vorwärts wandelt, unentwegt Durch Freuden wie durch Schmerzen Sich selber Treue hält, der trägt Den reichsten Schatz im Herzen.

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Der Fuchs verkehrt wohl seine Haut, aber nicht sein Gemüt.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846