Charakter Sprüche – tiefgründig

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Kleider verhüllen den Charakter.

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Es gibt Menschen, die wohnen auf dem Cimborasso der Gemeinheit. Es ist unmöglich, ihnen beizukommen – sie behalten immer recht. Der Witz, der sie aufsucht, sinkt schon am Fuße des Berges entatmet nieder und bekennt mit Scham, daß ein Prügel besser sei als eine Lanze.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [133]

Ein geistreicher und schlechter und ein geistreicher und anständiger Charakter unterscheiden sich wie ein Mörder und ein Weltmann, der gut fechten kann.

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Es werden mehr Eicheln gegessen als Ananas – aber von wem?

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Dies ist ein weites Feld.

Fontane, Effi Briest, 1896

Nur die gemeineren Naturen haben das Gesetz ihrer Handlungen in einem andern Menschen, die Voraussetzungen ihrer Handlungen außerhalb ihrer selbst.

Kierkegaard, Furcht und Zittern (Frygt og Bæven), 1843

Wer sich nicht in den Tiefen duldet, verstärkt sich nicht in den Höhen.

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Ein Schurke ist oft nur ein Narr.

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Die Ich-Sucht vergeht sich nicht so sehr durch Taten, als durch Nicht-Verstehen.

Hofmannsthal, Buch der Freunde, 1922

Mißtraue den Glattzüngigen, die sich aus allem herauszureden suchen.

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Man braucht nur genau acht zu geben, dann finden sich bezeichnende Merkmale für alles, und schon die kleinsten Andeutungen reichen hin, einen Schluss auf den Charakter zu machen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 52. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Stärke des Charakters und Erleuchtung des Kopfes müssen sich vereinigen, wenn politische Freiheit in großem Maße vorhanden sein soll, ohne eine Nation zu Grunde zu richten.

Gentz, Über politische Freiheit und das Verhältniß derselben zur Regierung, 1793

Die tiefsten Wasser fließen am leisesten.

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Euer Lügenköder fängt den Wahrheitskarpfen.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Die Kompliziertheit eines Charakters wächst mit dem feinen Verständnis desselben.

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Es ist gut, unbeugsam aus Anlage und nachgiebig aus Überlegung zu sein.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Edel denken ist schwer, wenn man nur denkt, um Brot zu erwerben.

Rousseau, Bekenntnisse (Confessions), verfasst 1765-70, posthum veröffentlicht 1782-89

Verborgen bleibt nur das Beste an uns; das Schlechte und Dumme hat überall Mitwisser.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Wehe dem Mann, der keine Schattenseiten hat, er hat auch keine Lichtseiten.

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Und doch sind es wunderliche und oft sehr schwierige Naturen, die das Rechte erst aus der Seele eines anderen heraus zu treffen vermögen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Das ist das Unglück, daß ganze Völker wie einzelne Menschen um sich schlagen, nur um nicht sich schlagen zu müssen, daß sie das Unheil nach außen tragen, weil sie bei sich selbst nicht fertig werden.

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