Charakter Sprüche – tiefgründig

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Willst du über den Charakter eines Einzelnen urteilen, so denke immer an die Gesamtheit.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). II, 31. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Hinten herum Ein Mensch, der etwas auf sich hält, Bewegt sich gern in feiner Welt; Denn erst in weltgewandten Kreisen Lernt man die rechten Redeweisen, Verbindlich, aber zugespitzt Und treffend, wo die Schwäre sitzt. Es ist so wie mit Rektor Knaut, Der immer lächelt, wenn er haut. Auch ist bei Knaben weit berüchtigt Das Instrument, womit er züchtigt. Zu diesem Zweck bedient er nämlich, Als für den Sünder gut bekömmlich, Sich einer schlanken Haselgerte, Zwar biegsam, doch nicht ohne Härte, Die sich, von rascher Hand bewegt, Geschmeidig um die Hüften legt. Nur wer es fühlte, der begreift es: Vorn schlägt er zu und hinten kneift es.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Wer die Wünsche des Inneren nicht herausläßt, heißt geschlossen. Wer die Wünsche der Außenwelt nicht in sich hineinläßt, heißt gefestigt. Wer in sich geschlossen und nach außen gefestigt ist, der hat das Geheimnis der Wirkung des Himmels.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XVII - Schen Fen Lan. 2. Kapitel: Was der Fürst wahren muss / Gün Schou

Das sichre Kennzeichen eines gesunden, starken Sinnes ist, in jeder Sache die festgesetzten Gränzen ausfindig zu machen, über die diesseits und jenseits nichts weiter recht ist. Sie werden durch eine sehr zarte Linie bezeichnet, die blos guter Verstand und Aufmerksamkeit entdecken kann, und die für gemeine Augen viel zu fein ist.

Chesterfield, Briefe an seinen Sohn (Letters written to his natural son on manners & morals), 1774. London, den 10. Jänner alten Styls, 1749

"Hat der Schmerz heute einen besonderen Grund?" – "Ist nicht der Schmerz der tiefste, welcher grundlos ist?"

Nestroy, Das Haus der Temperamente, 1837

Es ist bekannt, wie viele verlorene Nadeln sich täglich auf Weg und Steg finden lassen. Im äußersten Gegensatz hierzu würde, gesetzt auch geistige Dinge könnten in solcher Weise verloren gehen, täglich wohl kaum Ein Paar Scheuklappen gefunden werden.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906

Mancher Charakter, der anderen unverständlich ist, wird als „falsch“ angesehen, da er sich, wohl bewusst, dass er nicht das richtige Verständnis findet, seiner Umgebung sein Inneres verschließt.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Vielen ist nach außen etwas verpönt, was ihnen im Innern nur erwünscht ist.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Es gibt Verbrechen der Gesinnung, denen alle begangenen nachstehen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Viele Menschen sind keine Charaktere, sondern Charakterdarsteller.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Kein Schurke ist so dumm, daß er nicht einen Grund für seine Niedertracht fände.

Körner, Joseph Heyderich oder deutsche Treue. Trauerspiel, 1813

Man muss viel Charakterlosigkeit kennengelernt haben, um „Charaktere“ schildern zu können.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Grenzen des Gedankenkreises sind die Grenzen für den Charakter.

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Äußerlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innererer braucht Einsamkeit.

Pauly, Aphorismen, 1905. Originaltext

Einer der feinsten Genüsse des Menschenkenners besteht darin, zu erleben, wie bei seinem Mitmenschen die ursprüngliche Empfindung in Berechnung übergeht und Berechnung zur Natur wird.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff, Und ohne Griff ist's ohne Wert.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851

Es gibt mehr Seelen als Geister, die einen Charakter haben: Charakter nenne ich die Festigkeit eines Gewissens.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

In die Tiefe musst du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Spruch des Konfuzius, 1795

Nicht die Summe seiner Eigenschaften bildet den Charakter eines Menschen, sondern ihr Produkt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Was einer nicht sagt, ist oft viel charakteristischer für ihn, als was er sagt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Man muss sich oft sehr zusammennehmen, um den Leuten nicht ins Gesicht zu lachen, wenn man ihr Komödienspiel durchschaut, und doch verstehen sich manche so vorzüglich auf ihre Rolle, dass man selbst zuletzt irre wird, und keine Erklärung dafür findet, wie es möglich ist, dass diese lebenden Puppen auf die Dauer nicht selbst Ekel an ihrem Scheinleben fassen, da sie ja ihren Mitmenschen ebenfalls die Maske aufzwingen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913