Charakter Sprüche – weisheit

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In großen Situationen entscheidet Charakter mehr als Geist und Wissen.

Pertz, Das Leben des Ministers Freiherrn vom Stein, 6 Bde., 1850-55. Aus einem Brief an Graf Arnim

Wer selbst korrekt ist, setzt sich durch, auch ohne zu befehlen.

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Ich habe die Bemerkung gemacht, dass der Charakter fast jedes MenscheneinemLebensalter vorzugsweise angemessen zu sein scheint; sodass er in diesem sich vorteilhafter ausnimmt. Einige sind liebenswürdige Jünglinge, und dann ist's vorbei; andere kräftige, tätige Männer, denen das Alter allen Wert raubt; manche stellen sich am vorteilhaftesten im Alter dar, als wo sie milder, weil erfahrener und gelassener sind.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Der Charakter gilt erst in räumlicher und zeitlicher Entfernung, selten bei seiner Umgebung.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Männer von sittlicher Klarheit kennen die Pflichttreue bis zum Tod. Wer die Pflichttreue bis zum Tod kennt, der wird nicht mehr verwirrt werden von Gewinn und Schaden, Leben oder Untergang.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XX - Schï Gün Lan. 3. Kapitel: Erkenntnis der Amtspflichten / Dschï Fen

Das ist ein echtes Zeichen sittlicher Vollkommenheit, wenn man jeden Tag, als wäre er der letzte, hinbringt, fern von Aufwallung, Erschlaffung und Verstellung.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,69. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Hat man Charakter, so hat man auch sein typisches Erlebnis, das immer wiederkommt.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Viertes Hauptstück. Sprüche und Zwischenspiele

Mir war, als ob uns eine helle Wolke, die dicht und fest und lauter war, umhüllte, klar wie ein sonnbestrahlter Diamant. Und diese ewige Perle nahm in sich uns auf, so wie das Wasser einen Lichtstrahl hineinläßt, aber ungeteilt verweilt. War ich als Körper dort, und ist es hier nicht denkbar, daß zwei Körper sich vertragen im selben Raum, und wäre dort doch nötig - oh, wieviel heißer müßten wir dann wünschen, die Wesenheit zu schaun, in der sich's zeigt wie unsere Natur mit Gott sich eint. Dort schauen wir, was wir im Glauben haben, das Unbewiesne wird sich offenbaren, so wie der Urgrund, der uns wirklich gilt.

Dante Alighieri, Die göttliche Komödie (La Divina Commedia), entstanden ca. 1307-1321; Erstdruck 1472

Alle edlen Eigenschaften machen den Menschen einsam.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Der Charakter ist die sittliche Ordnung, durch das Medium einer individuellen Natur gesehen.

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Angesichts eines großen Vorteils nicht von dem abweichen, was man für recht erkannt, ist unbestechlich.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Erster Teil. Buch XI - Dschung Dung Gi. 3. Kapitel

Wenn man einem durchaus reinen und wahrhaft großen Charakter lange zur Seite steht, geht sie wie ein Hauch von ihm auf uns über.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 14. April 1830

Wir müssen uns haltbare und unerschütterliche Grundsätze bilden, die allem unserm übrigen Denken und unserm Handein zur festen Richtschnur dienen, Leben und Denken muss bei uns aus einem Stücke sein, und ein sich durchdringendes und gediegenes Ganzes; wir müssen in beiden der Natur und der Wahrheit gemäß werden, und die fremden Kunststücke von uns werfen; wir müssen, um es mit einem Worte zu sagen, uns Charakter anschaffen [...].

Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1808. 12. Rede: Über die Mittel, uns bis zur Erreichung unsers Hauptzwecks aufrecht zu erhalten

Sei, was Du bist, immer ganz und immer derselbe.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Erster Teil, 1. Kapitel, 49.

Am sichersten erkennt man den Charakter eines Menschen an der Art, wie er die Leute behandelt, die a) ihm keinen Nutzen erweisen und b) nicht zurückschlagen können.

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Fünf Dinge muß man überall unter dem Himmel üben, um wahrhaft zu sein – Höflichkeit, Großzügigkeit, Verläßlichkeit, Beflissenheit, Milde.

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Endlich haben Pflichtgefühl, Rechtsgefühl, Verantwortlichkeitsgefühl und Wahrheitsliebe im Charakter ihre treueste Stütze.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Kleinlichkeit ist das Zeichen unserer Tage. Nicht auf den Geist, nicht auf das Innere, Große, Ideale wird geschaut, sondern auf den Buchstaben, auf Wissensanhäufung.

Bülow (Hg.), Friedrich Lienhard. Der Mensch und das Werk. Mit vielen ungedruckten und seltenen Proben seiner Dichtung, 1923

Tägliche Erfahrung lehrt uns, daß, wenn auch Erziehung und Verhältnisse die Masse formen, die Natur doch selbst das Individuum bildet, und in Gestalt und Geist derselben so viel Schönheit oder Unform fließen läßt, daß die ursprünglichen Elemente des Charakters durch nichts gänzlich bewältigt werden.

Weiß (Hg.), Tausend und Ein Gedanke. Aphorismen für Geist und Herz, zusammengestellt von Heinrich Weiß, 6. Auflage 1904 (EA: 1880)

Der Charakter der Menschheit ist Vernunft, modifiziert durch Sinnlichkeit.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das geistige Lachen. Einbildungskraft

Jeder Mensch, auch der schlechteste, hat eine Eigenschaft, die unser Urteil über ihn mildert, uns für seine sonstigen Tugenden milde stimmt.

Detlef, Ein Dokument, 4 Bde., 1876