Charakter Sprüche – zeit
92 Sprüche gefunden
Fremde Tracht Alamode-Kleider, Alamode-Sinnen; Wie sichs wandelt aussen, wandelt sichs auch innen.
Sieh, auf dem Pfuhl wie schwimmt das zarte Lotosblatt! So bleibt der Reine rein auch an unreiner Statt.
Man prüfe alle Lächerlichkeiten, und man wird fast keine finden, die nicht auf eine törichte Eitelkeit zurückginge oder auf eine Leidenschaft, die uns blind macht für unsere Grenzen; lächerlich erscheint der Mensch, der seinen Charakter und seine Kräfte überschreitet.
Ich kann die Bewegungen der Himmelskörper berechnen, aber nicht die Verrücktheit der Menschen.
Wie es unbeständige Seelen gibt, in denen bald die eine, bald die andere Leidenschaft herrscht, begegnet man auch manchem schwankenden Geist, der keine feste Grundlage finden und, von allen Meinungen fortgerissen, keine Entscheidung treffen kann.
Was einer wert ist, das widerfährt ihm.
Gradheit ist 'ne Törin, Die das verfehlt, wonach sie strebt.
Am Jüngsten Tag wird offenbar, wer hier ein guter Pilgrim war.
Ehe der Körper eines großen Mannes Asche ist, kann man selten mit einiger Richtigkeit über seinen Charakter urteilen.
Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend gesinnt ist, Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter; Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich.
Nur das Klima vertauscht, nicht den Sinn, wer über das Meer fährt.
Wir sind hier, um zu werden, nicht, um zu sein.
Und wenn mich am Tag die Ferne Blauer Berge sehnlich zieht Nachts das Übermaß der Sterne Prächtig mir zu Häupten glüht: Alle Tag' und alle Nächte Rühm ich so des Menschen Los; Denkt er ewig sich ins Rechte, Ist er ewig schön und groß.
Es ist ein alter Spruch: das beste Leichentuch Ist Redlichkeit, sie würzt den Tod mit Wohlgeruch.
Den Ehrlosen siehst du sich mit den Angelegenheiten seines Nachbars beschäftigen.
Der eine kann das Unglück nicht, Der andre nicht das Glück verdauen. Durch Männerhaß verdirbt der eine, Der andre durch die Gunst der Frauen.
Denn, Knabe, wie wir uns auch preisen mögen, Sind uns're Neigungen doch wankelmüthiger, Unsicherer, schwanken leichter her und hin, Als die der Frau'n.
Kleinlichkeit ist das Zeichen unserer Tage. Nicht auf den Geist, nicht auf das Innere, Große, Ideale wird geschaut, sondern auf den Buchstaben, auf Wissensanhäufung.
Überall in der Menschenwelt ist das Schöne mit dem Hässlichen gemischt, und jeder trägt seinen Thersites an sich und in sich.
Ein- und dieselbe Daseinsstufe gibt nur einen Augenblick vollkommenen Glückes; aber die Wesensart des leidenschaftlichen Menschen wechselt zehnmal am Tage.
Wie oft möchte man nicht im Leben die Worte des Dichters: "Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht – !" mit Hervorhebung des drittletzten Wortesderwiederholen!