Ehe Sprüche – hochzeit

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Fast jeder Mann wirft seiner Frau Dinge vor, deren sie sich nicht schuldig fühlt, und umgekehrt. Aber weder wird die eine Seite mit ihren Beschuldigungen je aufhören noch die andere sich je rechtfertigen können.

Tolstoi, Tagebücher. 1897

Hastu ein Ehefrau, so ist dir erlaubt mit ehelichen Werken, aber nit zu luxurirn.

Paracelsus, Von der menschlichen Tugend (De virtute humana). Originaltext

Shaw sagte zu seiner Frau: "Die männliche Urteilskraft ist der weiblichen doch weit überlegen." "Das muss wahr sein", erwiderte Miss Shaw, "denn du hast mich geheiratet und ich dich."

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Lieber einen stürmischen Liebhaber als einen windigen Ehemann.

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Das Glück der Ehe kann nur offenbaren, Wer es gesegnet an sich selbst erfahren.

Coutelle/Bodenstedt (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle und Friedrich Bodenstedt, 24. Auflage 1896 (EA: 1833)

Eine Frau, die dahintergelangt ist, daß ihr Gatte sie vernachlässigt, beginnt sich selbst zu vernachlässigen, oder sie schafft sich wunderbare Hüte an, die der Gatte einer andern bezahlt.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Die Weiber wollen keine Verhältnisse, als ewige.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1836

Man hüte sich vor der Ehe. Braut und Bräutigam geloben einander Liebe für immer und ewig. Das ist freilich gar nicht so schwer, hat aber auch nicht viel zu bedeuten. Versprächen sie sich jedoch Liebe und Treue nicht für immer und ewig, sondern etwa bis Ostern oder bis zum ersten Mai künftigen Jahres, so hätten ihre Worte noch Sinn, denn das kann man möglicherweise halten.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Die Wechsel-Wirtschaft. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Erkläre das Sakrament der Ehe: Die Vereinigung erfolgt vor dem Priester.

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Ich glaube nicht, daß eine völlige Gleichheit in Temperamenten, Neigungen, Denkungsart, Fähigkeiten und Geschmack durchaus erfordert werde, um eine frohe Ehe zu stiften; vielmehr mag wohl zuweilen grade das Gegenteil (nur nicht in zu hohem Grade, noch in Hauptgrundsätzen, noch ein zu beträchtlicher Unterschied von Jahren) mehr Glück gewähren.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 3. Kapitel, 3.

Eine Ehe besteht nicht darin, daß man alles miteinander teilt. Als ich Gerty heiratete, war sie zwanzig und ich siebenundzwanzig - und ich habe nie darüber gedacht, ob sie sich auch für die Gespräche interessiert, die ich mit meinen Freunden führe, und wenn ich etwas vorlas, so war ihr das nicht sehr angenehm, und sie ging aus dem Zimmer, und heute noch kann sie das Vorlesen nicht leiden, und alles ist gut so, wie es ist.

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Wichtig ist die Sorgfalt, welche Eheleute anwenden müssen, wenn sie sich so täglich sehen und sehn müssen und also Muße und Gelegenheit genug haben, einer mit des andern Fehlern und Launen bekannt zu werden und, selbst durch die kleinsten derselben, manche Ungemächlichkeit zu leiden; wichtig ist es, Mittel zu erfinden, sich dann nicht gegenseitig lästig, langweilig, nicht kalt, gleichgültig gegeneinander zu werden oder gar Ekel und Abneigung zu empfinden. Hier ist also weise Vorsicht im Umgange nötig.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 3. Kapitel, 4.

Wenn es in jeder Eheformel irgendwie heißt: „for better and worse“, so liegt darin nicht nur ausgedrückt, auch im Ertragen des minder Angenehmen müsse sich die Liebe beweisen: es darf tatsächlich besagen, daß ganz anders als im Liebesrausch Gutes wie Schlimmes wertvoll geworden sei, verwendbar, für den Endzweck der vollen Lebensgemeinsamkeit.

Andreas-Salomé, Die Erotik, 1910

Erst das Hinaussein über das Subjektive allein (als wie „sittlich empfunden“ es sich auch gab), – ja, wenn man so will, erst das Einbegreifen eines asketischen Moments, unterscheidet Liebesrausch und Lebensbund, und es unterscheidet sie prinzipiell.

Andreas-Salomé, Die Erotik, 1910

Die meisten gut erzogenen Mädchen heiraten, ohne daß Liebe dabei eine Rolle spielt, und sie tun es gerne. Sie scheinen zu wissen, daß Ehemänner eine Sache sind und Liebhaber eine andere.

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Viel Narrentag und selten gut hat, wer sin Frouen hüten dut.

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"Möchten Sie einen besonders billigen Schlafsack kaufen?" "Nein danke, ich bin mit einem verheiratet."

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Der Arzt nennt die Ehe ein verkehrtes Fieber, das mit Hitze anfängt und mit Kälte endet. Der Chemiker: eine einfache Wahlverwandtschaft. Der Apotheker: ein niederschlagendes Pulver. Der Mathematiker: eine Gleichung, wo bei zwei gegebenen Größen sich leicht eine dritte findet. Der Jurist: ein Kontrakt. Der Kaufmann: eine Spekulation, die ebenso oft falliert als glückt. Der Dichter: einen Roman, der manchmal mehrere Auflagen erlebt. Der Schauspieler: eine Tragikomödie, die stets vom Publikum beklatscht wird. Der Theaterdirektor: ein Abonnement; eheliche Untreue ist ein abonnement suspendu. Der Musiker: ein Konzert, in welchem die Liebe die Flöte bläst, die Kinderchen die Querpfeife, die Nachbarn die Trompete und der Mann zuweilen ein Hornsolo. Der Soldat: einen Feldzug, der sich bald zum Siebenjährigen, bald zum Dreißigjährigen Krieg ausdehnt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Im achtbarsten Sinne des Wortes Ehe handelt es sich ... um die gesellschaftliche Erlaubnis, die zwei Personen zur Geschlechtsbefriedigung an einander erteilt wird, unter Bedingungen, wie sich von selbst versteht, aber solchen, welche das Interesse der Gesellschaft im Auge haben.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Anfang 1886 – Frühjahr 1886

Die Frauen werden schließlich jedem Beruf gewachsen sein – nur nicht dem der Ehe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Zwei Gatten, die getrennte Zimmer haben, haben sich entweder getrennt oder sie haben das Glück zu finden gewußt; sie verabscheuen einander oder sie beten sich an.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829