Ehe Sprüche – hochzeit

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Die Emancipation des Weibes ist die Ehe; durch die letztere wird es auch dem Schicksal seiner Nation einverleibt.

Herwegh, Gedichte und kritische Aufsätze aus den Jahren 1839 und 1840, 1845. Karl Rosenkranz

Jedwedes Ding mit deinem Weib besprich, Und ist sie klein, so bücke dich.

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Wie auch immer die Liebe den einen mit dem anderen verschmilzt, Mann und Frau bleiben sich immer in Geist und Seele fremd, sie leben ständig im Kriegszustand, weil sie verschiedener Natur sind. Immer gibt es einen Bändiger und einen Gebändigten.

Maupassant, Das Holzscheit (La Bûche), 1882

Die Ehe ist eine fromme Bindung, die auf Ehrerbietung beruht; die Freuden, die sie gewähren kann, sollten deshalb einen Schleier von Zartheit, Zurückhaltung und Ernst bewahren; der Geschlechtsgenuß sollte etwas von der Verantwortung gedämpft bleiben.

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Der Ring macht Ehen, Und Ringe sinds, die eine Kette machen.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 2. Akt, 2. Auftritt, Elisabeth

Wenig Frauen sind so vollkommen, daß ihr Mann nicht wenigsten einmal täglich bereute, verheiratet zu sein, oder die beneidete, die es nicht sind.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Die Liebe gefällt mehr als die Ehe, wie für die meisten ein Roman unterhaltsamer ist als Geschichte.

Chamfort, Maximen und Gedanken. Charaktere und Anekdoten (Maximes et pensées: Caractères et anecdotes), 1795. In: Die französischen Moralisten. Die Aphorismenbücher in vollständiger Gestalt. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Wenn Mann und Weib einander ihren Geschlechtseigenschaften nach wechselseitig genießen wollen, so müssen sie sich notwendig verehlichen, und dieses ist nach Rechtsgesetzen der reinen Vernunft notwendig.

Kant, Die Metaphysik der Sitten, 1797. Erster Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre

War doch der Argwohn stets zweiter Ehe Frucht!

Racine, Phaedra (Phèdre). Ein Trauerspiel, uraufgeführt 1677

Die Zivilehe ist eine Zeremonie, in der das Gesetz nur das Herz des Gesetzbuches sprechen läßt.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Eheleute müssen eine Art von Mischung der Selbständigkeit und Unselbständigkeit haben. Sie müssen festen Charakter, als Sachen, haben, um ein Besitztum sein zu können, und doch geschmeidig, elastisch und durchaus bestimmt sein, ohne eigensinnig und ängstlich zu sein.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Fragmente über den Menschen

Wer's aber mit sich selbst gut meint, der nehme Ja eine Gattin, die gefällig ist Und sanften Herzens – oder lieber keine!

Euripides, Iphigenie in Aulis, nach 406 v. Chr. Akt III, Szene IV, Agamemnon

Es gibt keine Ehe, in die der Teufel sich nicht einmischt.

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Der Ehestand hat viele Kinder: Reue, Zwietracht, Armut, Eifersucht, Krankheit, Trübsal, Ekel usw.

Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Alexander Pope verfasst

Die Kette der Ehe ist so schwer zu tragen, daß zwei Personen dazu gehören, manchmal sogar drei.

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Das Glück vieler Ehen beruht darauf, daß sich die Gatten nicht näher kennen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Frauenliebe O glücklich, wer ein Weib gefunden, Das Treue hält in bittern Stunden. Es kann nicht Gold und Edelstein Gleich ihrer Liebe köstlich sein. Mit milder Hand und gutem Wort Scheucht sie von dir den Kummer fort. Und aus dem lieben Angesicht, Da strahlt ein tröstend Sonnenlicht. Im Winterschnee das Tannengrün, In dunklen Nächten Sternenglühn. Ein frischer Quell in Wüstenein, Er könnte nicht so tröstlich sein. Hat auch das Glück gewendet sich, Sie schlingt den treuen Arm um dich. Wenn nichts in Treue zu dir hält Mein Lieben nie zusammenfällt. Ich trage gern mit dir die Not, Und hab' genug an trock'nem Brot, Ich misse nicht des Lebens Lust, Wenn du mich hegst an deiner Brust! O glücklich, wer ein Weib gefunden, Das Treue hält in bittern Stunden!

Leixner, Aus der Vogelschau, 1890

In einem Gespräch über die Ehe meinte jemand: "Das Übel liegt nicht so sehr darin, daß man verheiratet ist – als darin, wie man es täglich ist."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Getrennte Schlafzimmer sind der erste Schritt zu einer Kultur der Ehe. Es gibt sogar schon Architekten, die die Räume der Frau und des Herrn in verschiedenen Stockwerken des gemeinsamen Hauses anordnen. Aber erst wenn man den Gatten erlaubt, überhaupt nicht mehr zusammen zu wohnen, werden geschmackvolle und feinfühlige Menschen den Versuch machen dürfen, eine Ehe einzugehen.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Der Mann lyrisch, die Frau episch, die Ehe dramatisch.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Kunstfragmente

Eine Frau sollte einen prosaischen Gatten haben und sich einen romantischen Liebhaber nehmen.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822