Erziehung Sprüche – eltern

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Nur wenigen Eltern wird das Talent und Glück zuteil, die eignen Lehrer ihrer Söhne werden zu können. Aber das Kind darf doch nicht zu frühzeitig aus dem elterlichen Hause entlassen werden, weil sich hier seine reine Familienindividualität, die es ohne Nachteil seines Charakters weder verlieren kann noch soll, am zweckmäßigsten entwickelt, und die Entfernung aus der Mitte der Seinigen im zarten Alter es dem väterlichen, mütterlichen, brüderlichen und schwesterlichen Herzen oft für das ganze Leben entfremdet.

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Erziehung ist Arbeit, und hat, wie jede Arbeit, einerseits ihren Zweck, andererseits ihre Mittel und Hindernisse.

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Das heimliche häusliche Wort, das der Vater seinen Kindern sagt, wird nicht vernommen von der Zeit; aber, wie in Schallgewölben, wird es an dem fernen Ende laut und von der Nachwelt gehört.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Vorrede zur ersten Auflage

Kinder gehorchen den Eltern nur, wenn sie sehen, daß diese der Regel gehorchen. – Ordnung und Regel – einmal hergestellt und anerkannt – sind die stärkste Macht.

Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen, übersetzt von Franz Graf von Pocci, München 1851

Weiber sind die ersten Erzieherinnen des menschlichen Geschlechtes.

Hippel, Über die Ehe, 1774 (mehrfach erweiterte und veränderte Auflagen bis 1793)

Ein Vater ist entzückt: "Meine Tochter", sagt er, "hat niemals einen Roman gelesen." Aber er läßt sie ohne Aufsicht mit ihrem Bruder sprechen, der vom Gymnasium nach Hause kommt, oder gestattet es, daß sie sich mit ihren kleinen Freundinnen in ihr Zimmer einsperrt. Die schlimmsten Bücher liegen nicht in den Regalen der Büchereien. Sie kommen von der Straße und werden, in Unterkleidern und halblangen Röcken verborgen, eingeschmuggelt.

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Erziehung ist Zeugung einer anderen Art.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 128]

Ein verzogener Sohn nimmt nicht Lehre noch Erziehung an, und der beschattete Palmbaum gibt keine reife Frucht.

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Ein Mensch, der Geduld haben muß als Erzieher, ist ein armer Teufel. Liebe und Freude muß er haben!

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Der Mensch ist nicht ein Ton, den der Erzieher nach seinem Gefallen modeln kann, sondern eine Pflanze die ihre besondere Natur und Gestalt mitbringt, und von ihm nur als von einem Gärtner gepflegt, großgezogen und zu ihrer höchstmöglichen Vollkommenheit gebracht werden kann. Der Erzieher wird nie bewirken, daß auf einem wilden Apfelbaum ein Pfirsich wachse, aber er wird es dahin bringen können, daß die Äpfel dieses Baumes süß werden.

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Die Eltern von heute müssen wieder lernen, Nein sagen zu können; denn in nichts offenbart sich die wahre, die sehende Liebe tiefer als in dem Nein, das die Zukunft im Auge hat und sie sichern will. Versagen ist ebenso wichtig als gewähren.

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Hat der Erzieher einmal sein moralisches Steckenpferd bestiegen, so hält er seinen Zögling für sein Eigentum, für ein Ding, mit dem er umspringen kann, wie er will.

Dobroljubow, Über die Bedeutung der Autorität in der Erziehung, 1857

Die beste Erziehung ist jene, die einen festen, gesunden Grund legt zur Selbsterziehung.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Strenge am rechten Ort, Milde am rechten Ort und eine recht lange Leine, an der die jungen Hundchen herumlaufen können.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Blaise, der Gymnasiast, in: Die Schaubühne, 14.05.1914, Nr. 20 (Peter Panter)

Die Engherzigkeit der Eltern in Geldbewilligungen an ihre Kinder ist ein verhängnisvoller Irrtum: er macht sie schlecht, lehrt sie Ränke, führt sie böser Gesellschaft zu und macht sie zu umso größeren Schlemmern, wenn sie zu Überfluß gelangen.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über Eltern und Kinder

Erziehung ist keine Lehre, sondern ein Beispiel.

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Die Erziehung des Knaben im modernen Sinne läuft darauf hinaus: eine Kraft zu organisieren, eine produktive, wirksame Kraft, einen Arbeiter zu schaffen. Die Erziehung des Mädchens: eine Harmonie zu schaffen, eine Religion zu schaffen.

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Auch ist, dünkt mich, Gehorsam an sich etwas Löbliches und Liebliches, und man kann ein Kind das aufs Wort gehorcht, und so ein enfant raisonneur nicht nebeneinander sehen, ohne das eine zu lieben, und dem andern die Rute zu gönnen.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Korrespondenz zwischen mir und meinem Vetter

Eine Erziehungsmethode gibt es, bei der die Eltern besser gedeihen als die Kinder.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Die Mütter der ganzen Welt haben die Pflicht, die Saat des Friedens zu säen, das Denken ihrer Kinder bestimmen zu helfen.

Einstein, A., Briefe. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Albert-Einstein-Archivs der Hebräischen Universität Jerusalem

Es wird ja doch nicht einmal bloß eine Seele und ein andermal bloß ein Körper erzogen, sondern ein Mensch; den darf man nicht aufspalten.

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