Freundschaft Sprüche – liebe

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Wenn sich ein Mensch ins Bett legt, haben fast alle seine Freunde den heimlichen Wunsch, ihn sterben zu sehen; die einen um festzustellen, daß seine Gesundheit schwächer war als die ihrige; die anderen in der uneigennützigen Hoffnung, eine Agonie zu studieren.

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Hast du aber einen leidenden Freund, so sei seinem Leiden eine Ruhestätte, doch gleichsam ein hartes Bett, ein Feldbett: so wirst du ihm am besten nützen.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Zweiter Teil, 1883. Von den Mitleidigen

Die Liebe gebar die Welt, die Freundschaft wird sie wieder gebären.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Die reine Freundschaft gewährt einen Genuss, zu dem sich mittelmäßige Menschen nie zu erheben vermögen.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Wer eine große Liebe an sich erfahren hat, vernachlässigt die Freundschaft; wer sich in Freundschaft erschöpft hat, hat damit noch keinen Schritt zur Liebe getan.

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Lieb soll untrennlich, Freundschaft unverbrennlich immer sein.

Bellman, Fredmans Episteln, 1790

Man kann schlecht von einem Menschen denken und doch wahrhaft sein Freund sein. Wir sind nicht so zartbesaitet, daß wir nur die Vollkommenheit lieben könnten; es gibt sogar Laster, die uns gefallen, sogar an andern.

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Wenn alte Freunde nach langer Trennung einander wiedersehen, ereignet es sich oft, dass sie sich bei Erwähnung von Dingen teilnahmsvoll stellen, die für sie ganz gleichgültig geworden sind: und mitunter merken es beide, wagen aber nicht den Schleier zu heben — aus einem traurigen Zweifel.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Ich soll meinen Freund lieben um seiner Güte und um seiner eigenen Tugend willen und um alles dessen, was er in sich hat.

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Ein Bruder ist ein Freund, den die Natur gegeben.

Legouvé, Der Tod Abels (La Mort d’Abel). Tragödie in drei Aufzügen, 1792

Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.

Altes Testament. Das Hohelied Salomos (Hoheslied) (#Hld 2,2)

Das Auge des Freundes ist so empfindlich, dass der geringste Anlass es verletzt.

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Mancher ist aus lauter „Gerechtigkeitsgefühl“ ungerechter gegen einen Freund, als es dessen Feind wäre.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ohne grausamen oder herzlosen Charakters zu sein, schmeichelt es uns doch, wenn gewisse Personen, denen wir nahe stehen, um uns leiden.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Ich liebe es, dass meine Freunde zu mir kommen, wenn sie unglücklich sind.

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Ja, wie wir unsere Untugenden auszuschmücken verstehen! Wir machen aus ihnen sogar Charaktergröße. "Nein, ich kann nicht leiden, daß man sich Schmeicheleien ins Gesicht sagen soll!" Lieber Freund, für die sibirische Kälte und Lieblosigkeit deines Urteils hast du dir einen glänzenden Namen gefunden.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wahre Freundschaft Wahre Freundschaft soll nicht wanken, wenn man gleich entfernet ist, weil man doch in den Gedanken, die entfernte Freundschaft küßt. Keine Ader soll mir schlagen, wo ich nicht an dich gedacht, für dich werde ich Liebe tragen bis in tiefe Todesnacht. Wenn der Mühlstein trägt einst Reben und daraus fließt süßer Wein, wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör ich auf, dein Freund zu sein.

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Verstand und Gemüt: beides verlange ich von meinen Freunden, denn der Verstand allein versteht selten, was das Herz spricht.

Storm, T., Briefe. An Therese Rowohl, im März 1838

Wenn du arm und [be]dürftig bist, so such nicht Große und Reiche dir zu Freunden machen zu wollen. Arme werden von Niemandem geliebt, am wenigsten von Reichen. Mach dir Freunde unter deines Gleichen und nach deinem Stande.

Diez (Übers.), Buch des Kabus oder Lehren des persischen Königs Kjekjawus für seinen Sohn Ghilan Schach, 1811. 28. Kapitel: Wie man sich Freunde machen muss

Einen Freund gefunden zu haben, das scheinen manche Menschen die Entdeckung eines bequemen Sophas zu nennen, auf welchem sie glauben, sich mit ihren Unarten so recht ausflegeln zu können.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Freunde offenbaren einander gerade das am deutlichsten, was sie einander verschweigen.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 3. Buch, 13. Kap., Wilhelm zu Friedrich