Gedanken Sprüche – tiefgründig

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Es genügt nicht, keinen Gedanken zu haben: man muss ihn auch ausdrücken können.

Kraus (Hg.), Die Fackel, 1899-1936. 1925

Große Gedanken wachsen nur auf einem Herzensgrund, den große Schmerzen tief aufgefurcht haben.

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Sucht nach Originalität ist gelehrter, grober Egoism(us). Wer nicht jeden fremden Gedanken wie einen seinigen und einen eigentümlichen wie einen fremden Gedanken behandelt, ist kein echter Gelehrter.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke philosophischer Enzyklopädistik

Er wässerte seine Gedanken fleißig.

Jean Paul, Nachlass. Einfälle, 1782

Es gibt Vorahmer von Originalen. Wenn zwei einen Gedanken haben, so gehört er nicht dem, der ihn früher hatte, sondern dem, der ihn besser hat.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Nicht wir geben den Gedanken Audienz, die Gedanken geben uns Audienz.

Riehl, Zur Einführung in die Philosophie der Gegenwart. Acht Vorträge, 1903

Ich warf allerlei Gedanken im Kopf herum bis endlich folgender obenhin zu liegen kam.

Lichtenberg, Sudelbuch B, 1768-1771. [B 394]

Es wohnen die hohen Gedanken In einem hohen Haus. Ich klopfte, doch immer hieß es: Die Herrschaft fuhr eben aus! Nun klopf ich ganz bescheiden Bei kleineren Leuten an. Ein Stückel Brot, ein Groschen Ernähren auch ihren Mann.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Du denkst und denkst, wir wollen gern dir's danken; Doch gib dein Denken nicht, nein, gib Gedanken!

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Du bist dort, wo deine Gedanken sind. Sieh zu, daß deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest.

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Man wendet seine Gedanken wie einen Rock, um sich ihrer mehrmals zu bedienen.

Vauvenargues, Unterdrückte Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Der Gedanke lockt den Menschen an Abgründe unerforschlicher Geheimnisse, betrügt ihn, läßt ihn in quälender, ohnmächtiger Einsamkeit allein angesichts dieser Geheimnisse – und erlischt.

Gorki, Leonid Andrejew, 1920

Wenn ein Gedanke in zwei Formen leben kann, so hat er es nicht so gut wie zwei Gedanken, die in einer Form leben.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Die großen Gedanken sind das Ergebnis der großen politischen Gärungsprozesse.

Saint-Simon, Entwurf einer neuen Enzyklopädie (Esquisse d’une nouvelle Encyclopédie), 1809-1811

Wenn man sein Herz hart bindet und gefangen legt, kann man seinem Geist viele Freiheiten geben: Ich sagte das schon einmal. Aber man glaubt mir’s nicht, gesetzt, dass man’s nicht schon weiß...

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Viertes Hauptstück. Sprüche und Zwischenspiele

Der Gedanke ist Allgemeingut und, im Gegensatz zum Gefühl, umso weniger wert, je mehr er an den Boden erinnert, auf dem er gewachsen ist.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Meine Gedanken sind meine Dirnen.

Diderot, Rameaus Neffe (Le Neveu de Rameau), entstanden 1762-1773, übersetzt von Johann Wolfgang von Goethe 1805, gedruckt 1821

Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, indem man sie anderen klarzumachen sucht.

Unger, Mosaik. Bunte Betrachtungen und Bemerkungen, 3. Auflage 1911 (EA: 1906)

Der ungesprochene Gedanke ist wirksamer als der gesprochene, der gesprochene wirksamer als der geschriebene, der geschriebene wirksamer als der gedruckte.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen!

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). IX. Sprüche und Widersprüche

Wenn ich doch Kanäle in meinem Kopfe ziehen könnte, um den inländischen Handel zwischen meinem Gedankenvorrate zu befördern! Aber da liegen sie zu Hunderten, ohne einander zu nützen.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 30]