Gedanken Sprüche – tiefgründig

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Die Lippe ist der Wetzstein des Geistes, über die Lippe muß der Gedanke oft hin- und herlaufen, damit er Glanz, Farbe und Gestalt gewinne.

Arndt, Erinnerungen aus dem äußeren Leben, 1840

Hohe Gedanken entspringen der Tiefe des Herzens.

Nötzel (Hg.), Östliche Weisheit, gesammelt und übersetzt von Karl Nötzel, 1954 (EA: 1946)

Worte werden nicht durch Bücher erschöpft; Gedanken werden nicht durch Worte erschöpft.

Wyss-Vögtlin (Übers.), 700 chinesische Sprichwörter, 1965 (EA: 1942)

Tief fühlende, wie tief denkende Menschen haben im Leben viele Leiden, oft an Leib und Seele. Die Gedankenlosen scheinen am leichtesten durchzukommen. Und doch – was ist Leben ohne Gedanken? Eine große, lange Sandwüste, aus der selbst eine tropische Sonne kein Blümchen erweckt.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Ein großer Gedanke kennt keine Grenzen.

Tolstoi, Tagebücher. 1852

Wer weiß, ob die Gedanken nicht auch einen ganz winzigen Lärm machen, der durch feinste Instrumente aufzufangen und empirisch (durch Vergleich und Experiment) zu enträtseln wäre.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1896

Auch des Gedankens Gold will gemünzt sein, soll es unter die Leute kommen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Meine ersten Gedanken sind gewiß kein Haar besser, als Jedermanns erste Gedanken: und mit Jedermanns Gedanken bleibt man am klügsten zu Hause.

Lessing, Hamburgische Dramaturgie, 1767-69. Hundert und erstes, zweites, drittes und viertes Stück. Originalext

Die genialsten Gedanken sind nicht mehr als Veränderungen anderer genialer Gedanken und kleine Beigaben.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Hierarchisch sind wir bis auf den heutigen Tag unterdrückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind das Heilige.

Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, vordatiert auf 1845, aber erschienen bereits im Oktober 1844. 1, 2, 2, § 3

Die Muschelforscher nennen jene Muschelschalen, welche heraufgefischt werden aus den Tiefen des Meeres und die nie am Gestade gesehen werden, pelagii, die andern aber, welche an das Ufer geworfen werden und wegen der Verwitterung und Abschürfung nie so schön und zart sind wie die ersteren, littorales. So ist es auch mit den Gedanken der Poeten. Einige sind frisch, aus dem tiefen Ozean aufsteigend, strahlend von unvorstellbarer Schönheit, – pelagii; andere aber erscheinen in Vergleichung mit ihnen abgenutzt, … abgeschiefert, abgeschliffen … – littorales.

Thoreau, Herbst. Aus dem Tagebuch von Henry David Thoreau, hg. von H. G. O. Blake, übersetzt von Bertha Engler, Büchergilde Gutenberg, Zürich o.J. [1945]. 18. November 1853

Ich bin der Meinung, daß Gedanken durch die Deutlichkeit einen großen Teil ihrer Neuheit, Kühnheit und Wahrheit verlieren können.

Hamann, Christliche Bekenntnisse und Zeugnisse von J. G. Hamann. Ein geordneter Auszug aus dessen gesamtem Nachlaß mit genauer Hinweisung auf denselben nebst einem Anhang vermischter Fragmente, hg. von A. W. Möller, 1826

Das Denken ist brutal, es kennt keine Rücksichten […]; was gibt es Brutaleres als einen Gedanken?

Valéry, Tel quel, 1941. Übers. Internet

Da und da hatte ich einen großen Gedanken, hab' ihn aber vergessen. Was mag es wohl sein? Ich plage mich mit Erraten.

Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. VI. Vermischte Einfälle

Der gewöhnliche Lauf unsrer Gedanken geht so schnell; die Wellen unsrer Empfindungen rauschen so dunkel ineinander: es ist auf einmal so viel in unsrer Seele, daß wir in Absicht der meisten Ideen wie im Schlummer an einer Wasserquelle sind, wo wir freilich noch das Rauschen jeder Welle hören, aber so dunkel, daß uns endlich der Schlaf alles merkbare Gefühl nimmt.

Herder, Abhandlung über den Ursprung der Sprache, entstanden 1770, Erstdruck 1772. Originale Rechtschreibung

Die Gedanken jedes einzelnen Menschen in sich und die aller Menschen zusammen untereinander begegnen und berühren sich nach unbekannten Gesetzen; diese Verschlingungen sind eins der wunderbarsten Geheimnisse.

Grimm, Essays, 1859. Aus: Friedrich der Große und Macaulay, 1858

O Gedanke, der mein Innerstes gleich dem Donner zermalmt!

Brawe, Der Freigeist. Ein Trauerspiel in Prosa und fünf Aufzügen, 1758. Zweiter Aufzug, fünfter Auftritt. Klerdon

Was für ein Entzücken müsste es sein große Gedanken zu empfangen wie Musik, die sich in unser Hirn schmeichelt, wie Wogen des Lichts, die unsere Finsternisse hinwegfluten.

Dohm, Schicksale einer Seele, 1899

Einige Dinge quälen uns mehr, als sie sollten, und einige, bevor sie es sollten. Einige Dinge quälen uns sogar, obwohl sie es gar nicht sollten.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quaedam ergo nos magis torquent quam debent, quaedam ante torquent quam debent, quaedam torquent cum omnino non debeant

Gedanken sind nicht Taten; Vorsätze nur Gedanken.

Shakespeare, Maß für Maß (Measure for Measure), Erstdruck 1623. 5. Aufzug, 1. Szene, Isabella

Ein abgebrochener Gedanke bringt andere zum Denken; ein Gedanke in seiner vollen Lebensgröße ausgedrückt, ermüdet uns mitten auf dem Weg.

Hippel, Über die Ehe, 1774 (mehrfach erweiterte und veränderte Auflagen bis 1793)