Gott Sprüche

Sprüche über Gott

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Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel heißt, sondern der Mensch schuf, wie ich im »Wesen des Christentums« zeigte, Gott nach seinem Bilde.

Feuerbach, Das Wesen der Religion, 1846; erweitert zu: Vorlesungen über das Wesen der Religion, 1851. Zwanzigste Vorlesung

Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten.

Landauer (Hg.), Meister Eckharts mystische Schriften, 1903

Außer Gott gibt es nichts, was die Seele wirklich sättigen kann; Gott ist das Brot der Seele, wird ihr dies genommen, so verhungert sie.

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Nie habe ich mir die Menschen vorstellen können ohne Ihn.

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Das beständige Schicksal Gottes in seiner Wirksamkeit im Menschen ist, mißverstanden zu werden.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Ich darf sagen, ich kam nie leer zurück, wenn ich unter Druck und Not Gott gesucht hatte.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 6. Buch, Bekenntnisse einer schönen Seele

Ohne den Begriff Gott könnten wir am Ende auskommen. Leider nicht ohne das Wort.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Über das aber, was von einigen Kirchen dann weiter hinzugefügt wird, daß Gott die Menschennatur angenommen hätte, habe ich ausdrücklich bemerkt, daß ich nicht verstehe, was sie sagen. Ja, offen gestanden, scheint mir diese Rede nicht weniger widersinnig zu sein, als wenn mir jemand sagte, der Kreis habe die Natur des Quadrats angenommen.

Spinoza, Briefe. An H. Oldenburg, ohne Datum, als Antwort auf ein Schreiben des Adressaten vom 15. November 1675

Wenn je Gott ein Mensch oder ein Mensch Gott war, so war er beides. Ich habe nie seine Glaubenslehre angegriffen, nur den Gebrauch oder Mißbrauch, den man mit ihr getrieben hat. Canning berief sich einmal auf die christliche Lehre, um die Negersklaverei zu rechtfertigen, und Wilberforce wußte ihm wenig darauf zu erwidern. Und ward Christus gekreuzigt, damit schwarze Menschen ausgepeitscht werden können? Dann wärs besser, er wäre als Mulatte geboren, um beiden Farben eine gleiche Chance der Freiheit oder wenigstens der Erlösung zu geben.

Byron, Don Juan, 1819-24

Gott gibt Äcker, gibt nicht Pflüge. Gott gibt Quellen, gibt nicht Krüge. Gott gibt Flachs, gibt nicht Linnen. Selbst mit eigener Hand muß spinnen, selbst mit eigenem Kopf muß sinnen, jeglicher auf dieser Welt.

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Gott kann sich durch die Anfechtung ebenso zu eigen geben wie durch die Tugend und durch die heiligen Sakramente.

Tauler, Predigten

Die Existenz Gottes und sein Wesen sind ein und dasselbe.

Spinoza, Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt (Ethica Ordine Geometrico Demonstrata), verfasst 1665, posthum veröffentlicht 1677

Die Vorstellung, welche der Mensch von Gott hat, entspricht der, welche er von sich selbst, von seiner Freiheit hat.

Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Religion, gehalten 1821-31. Einleitung. Einteilung

Gegen den Pantheismus habe ich hauptsächlich nur dieses, daß er nichts besagt. Die Welt Gott nennen heißt sie nicht erklären, sondern nur die Sprache mit einem überflüssigen Synonym des Wortes Welt bereichern. Ob ihr sagt "die Welt ist Gott", oder "die Welt ist die Welt" läuft auf eins hinaus.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 5. Einige Worte über den Pantheismus

Ein Missionar disputierte mit einem Indianerhäuptling und sagte: "Mein Gott ist gut, aber er bestraft die Gottlosen!" Darauf der Häuptling: "Mein Gott ist auch gut, aber er bestraft niemand, er ist zufrieden damit, allen Gutes zu tun."

Tylor, Die Anfänge der Cultur (engl. Primitive Culture, 1871). Untersuchungen über die Entwicklung der Mythologie, Philosophie, Religion, Kunst und Sitte, 1873

Alltagsmenschen suchen den Himmel. Sonntagsmenschen aber, die tiefen und auserwählten Geister, suchen Gott.

Rosegger, Der Gottsucher. Roman, 1883

Wer da unter der Tür seines Hauses wartet, bis Gott seines Weges komme – der sieht ihn nie, er sehe ihn denn in allem, was da froh und elend vorübergeht an seinem Hause.

Langewiesche (Hg.), Die Unbesiegten. Worte deutscher Denker, hg. von Karl Robert Langewiesche, 1923 (EA: 1920). Aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts

Gott verlangt ja von keinem Menschen, daß er Unbewiesenes glaubt. Aber die göttlichen Beweise sind keine Denkergebnisse, sondern Geschichte und Wirklichkeit des Erlebens.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Weite die Barmherzigkeit des Allerhöchsten und miß nicht die göttlichen Dinge mit den engen offiziellen Massen.

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Das Geständnis der Ohnmacht, Gott in Wahrheit zu erkennen, ist die letzte Erkenntnis der Aufrichtigen.

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Der Herr läßt Gras wachsen auf den hohen Bergen; aber als lieber Gott hat er seinen schönen Blumen den Aufenthaltsort durchschnittlich doch mehr im Tal angewiesen.

Raabe, Kloster Lugau, 1893. 8. Kapitel