Gott Sprüche – philosophisch
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Ich überlegte mir heute nacht, dass nur Gleiches aufeinander wirken kann. Ich kann kein Ding sehen, das mir nicht gleich ist, und ich kann kein Ding erkennen, das mir nicht gleich ist. Gott trägt alle Dinge verborgen in sich selbst, aber nicht in dies oder das unterschieden, sondern eins in Einheit.
Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.
Sehnsucht ist das Los des Geistes, der einmal Gottes Schönheit geschaut hat.
Wenn Gott existiert, ist der Mensch ein Sklave; der Mensch kann und soll aber frei sein: Folglich existiert Gott nicht.
Warum greifen wir Gott selbst an? Er ist ebenso unglücklich wie wir es sein können.
Denn voll erkannt kann Gott in dieser Welt nie werden, geliebt aber kann er werden, fromm und glühend. Und diese Liebe ist immer glücklich, die Erkenntnis aber kann bisweilen schrecklich und bitter sein – wie die der Teufel, die Gott in der Hölle erkennen und vor ihm zittern.
Man erkennt Gott durch die Frömmigkeit, die einzige Beschaffenheit unsrer Seele, durch die er unsrer Fassungskraft erreichbar wird.
Soll Gott gesehen werden, so muß es in einem Lichte geschehen, das Gott selbst ist. Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht – mein Auge und Gottes Auge ist ein Auge und ein Erkennen und ein Lieben.
Ist's denn nötig, daß wir die Art und Weise, wie Gott wirkt, völlig begreifen?
Aber den anstrengendsten von allen Gedanken, im Vergleich mit dem selbst der ernste Gedanke an den Tod leichter ist, den Gedanken an Gott, kann der Religiöse mit einer solchen Leichtigkeit wie du und ich und Hinz und Kunz und Justizrat Müller bewegen, denn das steht wohl fest, daß an uns keiner etwas merkt.
Unter allem Streben und Begehren ist nur eines ganz lauter, das Verlangen nach Gott, nach Vereinigung mit dem Höchsten. Es ist die Neigung des Tropfens zum Strom und des Stromes zum Meere – der Drang, das Einzelne, Getrennte, zur großen Allgemeinheit hinzuleiten, und mit und in ihm unsterblich zu sein. So ist der höchste Vorschritt des Menschen, das freie Heraustreten aus sich selbst – von Subjektivität zur Objektivität – die Verspielung des Teils an das Ganze.
Das Herz sucht einen Gott, auch ohne daß die Seele des Menschen, deren innerstes Wesen das Herz selbst ist, es weiß.
Diese absolute Einheit, die keinen Gegensatz hat, ist das absolut Größte – Gott.
Selbst wenn uns Gott erschiene, so müßten wir ihn doch nur glauben! glauben, daß diese Erscheinung Gott sei. Wir müßten ihn schon in uns haben, um ihn zu erkennen.
Will man fragen nach den Geheimnissen Gottes, so frage man nach dem ärmsten Menschen, der auf Erden weilt und der mit Freuden arm ist aus Liebe zu Gott; der weiß von Gottes Geheimnissen mehr denn der weiseste Gelehrte auf Erden.
Die Vernunft, die man fassen kann, ist nicht die ewige Vernunft. Der Name, den man nennen kann, ist nicht der ewige Name.
Töricht sind diejenigen, welche beständig fragen, wo Gott lebt. Gott lebt in aller Fülle in allen Dingen. Der Glaubenserkenntnisse gibt es verschiedene, aber Gott ist einzig. Falls der Mensch sich selbst nicht kennt, wie soll er da Gott kennen?
Es gibt keinen ›Fortschritt‹. Es gibt keine bürgerliche ›Anständigkeit‹! Es ist nicht alles notwendig, sondern wir sind frei und sündigen und stürzen in die Verdammnis! Es ist nicht alles relativ, sondern es gibt etwas Absolutes: Gott – den Schöpfer und Richter.
Die Ehrfurcht vor Gott ist die Ehrfurcht vor dem Zusammenhang aller Dinge und Überzeugung von höheren Wesen als der Mensch ist.
Ohne Gott ist das Ich einsam durch die Ewigkeiten hindurch.
Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden.