Gott Sprüche – philosophisch

399 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Gott philosophisch

Gott ist alles, weil er nichts ist, nichts Bestimmtes.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1843

So ist alles Göttliche: Es ist unglaublich einfach, aber unergründlich. Es kann nur erlebt, aber niemals erklärt werden. Wer jemals ein Tun Gottes erklärt hat, ist in Irrtum geraten, aber verständlich ist's ohne Erklärung für jedermann, der in sein Erleben hineingestellt ist.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Was ist ein Stäubelein in Anschauung der Welt? Und was bin ich, wenn man, Gott, gegen dir mich hält?

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Wer Gott unter bestimmten Formen sucht, der ergreift wohl diese Form, aber Gott, der in ihr verborgen ist, entgeht ihm.

Eckhart, Predigten

Wohin ich mich wende, immer finde ich des Ewigen Spur, des Allgegenwärtigen Nähe.

Internet

Gott hat bei der Bildung des Menschen seine verborgenen Geheimnisse in ihn verschlüsselt, da der Mensch im Wissen, im Denken und im Wirken zum Gleichbild Gottes gemacht wurde.

Internet

Pantheismus?! die Welt wäre ein verkörperter Gott, und ein Gott hätte sich in dieser Welt verkörpert! – Den müßte doch wahrhaftig der Teufel geplagt haben.

Schopenhauer, A., Nachlass. Pandectae 218,5

Was wir von Gottes Weltregierung sehen können, ist kein genügend großes Stück, um die Schönheit und Ordnung des Ganzen daraus erkennen zu können. So bringt es die Natur der Dinge selbst mit sich, daß jene Ordnung des Gottesstaates, die wir hienieden noch nicht schauen, ein Gegenstand unseres Glaubens, unserer Hoffnung und unseres Vertrauens auf Gott sein muß. Wenn es Leute gibt, die anders darüber urteilen, um so schlimmer für sie. Sie tun Unrecht, wenn sie keinen Gebrauch von den Proben der unendlichen Weisheit und Güte machen, die Gott ihnen gegeben hat, um zu erkennen, daß Er nicht nur zu bewundern, sondern auch über alle Dinge zu lieben ist.

Internet

Die Menschen sind durch die unendlichen Bedingungen des Erscheinens dergestalt obruiert, daß sie das e i n e Urbedingende nicht gewahren können.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Aus Makariens Archiv

Zu Gott gelangt man nicht durch die Furcht, nicht durch das Gefühl der Abhängigkeit, nicht durch den Verstand, nicht durch Fürwahrhalten oder Glauben, sondern nur durch das Bestreben, besser zu werden, weil nur dieses auf das Gute hinauswill, das mit Gott eines und dasselbe ist.

Lagarde, Die Religion der Zukunft, 1878

Schweig' und schwätze nicht über Gott; denn damit, daß du von ihm schwätzest, lügst du und tust Sünde. Willst du also ohne Sünde und vollkommen sein, so schwätze nicht von Gott. Du sollst auch von Gott nichts verstehen, denn Gott ist über alles Verständnis.

Langewiesche (Hg.), Die Unbesiegten. Worte deutscher Denker, hg. von Karl Robert Langewiesche, 1923 (EA: 1920)

Was ist Gott? Er ist Länge, Weite, Höhe und Tiefe.

Internet

Wir kennen nur Ganglien, Gehirnknoten; vom Wesen des Gehirns selbst wissen wir soviel als gar nichts. Was wollen wir denn also von Gott wissen?

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann D. Falk (seit 1798 Lehrer verwahrloster Kinder in Weimar), 25. Januar 1813

Die Welt ist entweder ein zufälliges Gemisch von Dingen, die sich bald miteinander verflechten, bald voneinander lösen, oder ein Ganzes, worin Einheit und Ordnung und Vorsehung walten. Ist sie nun das erstere, warum sollte es mich verlangen, in einem ordnungslosen Gewirr, in solch einem Gemengsel zu verweilen? Was könnte mir dann erwünschter sein als einst wieder Erde zu werden? Warum mich auch beunruhigen? Denn was ich auch tun mag, die Auflösung wird über mich kommen. Im anderen Falle verehre ich den Allbeherrscher, bin ruhigen Gemütes und vertraue ganz auf ihn.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,10. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten.

Landauer (Hg.), Meister Eckharts mystische Schriften, 1903

Außer Gott gibt es nichts, was die Seele wirklich sättigen kann; Gott ist das Brot der Seele, wird ihr dies genommen, so verhungert sie.

Internet

Über das aber, was von einigen Kirchen dann weiter hinzugefügt wird, daß Gott die Menschennatur angenommen hätte, habe ich ausdrücklich bemerkt, daß ich nicht verstehe, was sie sagen. Ja, offen gestanden, scheint mir diese Rede nicht weniger widersinnig zu sein, als wenn mir jemand sagte, der Kreis habe die Natur des Quadrats angenommen.

Spinoza, Briefe. An H. Oldenburg, ohne Datum, als Antwort auf ein Schreiben des Adressaten vom 15. November 1675

Wenn je Gott ein Mensch oder ein Mensch Gott war, so war er beides. Ich habe nie seine Glaubenslehre angegriffen, nur den Gebrauch oder Mißbrauch, den man mit ihr getrieben hat. Canning berief sich einmal auf die christliche Lehre, um die Negersklaverei zu rechtfertigen, und Wilberforce wußte ihm wenig darauf zu erwidern. Und ward Christus gekreuzigt, damit schwarze Menschen ausgepeitscht werden können? Dann wärs besser, er wäre als Mulatte geboren, um beiden Farben eine gleiche Chance der Freiheit oder wenigstens der Erlösung zu geben.

Byron, Don Juan, 1819-24

Gott kann sich durch die Anfechtung ebenso zu eigen geben wie durch die Tugend und durch die heiligen Sakramente.

Tauler, Predigten

Die Existenz Gottes und sein Wesen sind ein und dasselbe.

Spinoza, Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt (Ethica Ordine Geometrico Demonstrata), verfasst 1665, posthum veröffentlicht 1677

Die Vorstellung, welche der Mensch von Gott hat, entspricht der, welche er von sich selbst, von seiner Freiheit hat.

Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Religion, gehalten 1821-31. Einleitung. Einteilung