Gott Sprüche – philosophisch
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Abū 'Alī Tūsī fragt Mīr Kārēz, ob der Weg von Gott zum Menschen oder vom Menschen zu Gott führe. Er antwortet: "Beides ist falsch. Der Weg führt von Gott zu Gott."
Ich sah meinen Herrn mit dem Auge des Herzens und sagte: "Wer bist du?" Er antwortete: "Du."
Der Prophet besitzt eine besondere, das natürliche Maß übersteigende Eigentümlichkeit in seiner kombinierenden Phantasie. Wenn diese die Oberherrschaft gewinnt und erstarkt und von den Sinnen nicht in Anspruch genommen und abgelenkt wird, erschaut sie die wohlbewahrte Schicksalstafel und empfängt die Wesensformen der partikulären Dinge der Zukunft in sich eingeprägt. Den Propheten überkommt dieses Schauen im wachen Zustande, die übrigen Menschen im Schlafe.
Die Unmöglichkeit, in der ich mich befinde, zu beweisen, daß es keinen Gott gebe, tut mir eben seine Existenz dar.
Ich fühle, daß es einen Gott gibt, und ich fühle nicht, daß es keinen gebe; das genügt mir, alles Vernünfteln ist dabei wertlos; ich folgere also, daß Gott existiert.
Ich möchte einen nüchternen, maßvollen, keuschen, rechtlich denkenden Menschen behaupten hören, es gebe keinen Gott: Ein solcher Mensch würde wenigstens ganz uneigennützig sprechen. Doch er ist nicht zu finden.
Gott suchen ist das Leben; Gott finden ist das Sterben; Gott besitzen ist die Ewigkeit.
Glaubt ihr denn, daß der liebe Gott katholisch ist?
Ist denn wohl unser Begriff von Gott etwas weiter, als personifizierte Unbegreiflichkeit?
Es wäre ein Frage, ob die bloße Vernunft ohne das Herz je auf einen Gott verfallen wäre.
Je mehr ich mich anstrenge, sein unendliches Wesen zu durchschauen, desto weniger begreife ich es. Er ist, aber das ist mir genug. Je weniger ich ihn begreife, um so mehr bete ich ihn an. Ich demütige mich vor Gott und sage: Du Wesen der Wesen! Ich bin, weil du bist. Ich hebe mich empor zu deinem Urquell, wenn ich ohne Unterlass dein gedenke. Der würdigste Gebrauch meiner Vernunft ist, sie vor dir zu vernichten.
Gottesfurcht ist nichts anderes als Gottesdienst.
Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott; denn, wenn der Gedanke vergeht, vergeht auch der Gott. Man soll vielmehr einen wesenhaften Gott haben, der weit erhaben ist über die Gedanken der Menschen und aller Kreaturen.
Gott aber, hat man ihn überhaupt, so hat man ihn allerorten; auf der Straße und unter den Leuten so gut wie in der Kirche oder in der Einöde oder in der Zelle…
[...] daß Gott nötig haben nichts ist, dessen man sich schämen müßte, sondern eben die Vollkommenheit ist, und daß es am traurigsten ist, wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge ohne zu entdecken, daß er Gott nötig hat.
Sehnst du dich nach Gott? – Richtig! Suche ihn in dem Menschen. Die höchste Offenbarung Gottes ist der Mensch.
Gott ist das einzige Wesen, das um zu herrschen, nicht selbst zu existieren braucht.
Religionen sind verschieden, aber es gibt nur einen einzigen Gott. Gott ist wie das Wasser, das die verschiedenen Gefäße füllt, und in jedem Gefäß nimmt die Vision Gottes die Gestalt des Gefäßes an.
Nur derjenige kann alle Probleme von einem gerechten Standpunkt aus betrachten, in dessen Herz sich Gott widerspiegelt und der über Nationen, Rassen, Kasten, Glaubensbekenntnissen und Religionen steht.
Wer in göttlichen Dingen nichts glaubt, als was er mit seinem Verstande ausmessen kann, verkleinert die Idee von Gott.
Mein höchster Wunsch ist, den Gott, den ich im Äußerem überall finde, auch innerlich, innerhalb meiner gleichermaßen gewahr zu werden.