Gott Sprüche – zeit

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Gottes Thron ist ja seine Ewigkeit, in der er allein sitzt, und alle Lebewesen sind gleichsam Funken der Strahlung seines Glanzes, die Ihm wie die Strahlen der Sonne entströmen.

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Könnten wir weisen den Weg, es wäre kein ewiger Weg, könnten wir nennen den Namen, es wäre kein ewiger Name. Was ohne Namen, das ist der Anfang von Himmel und Erde.

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Selbst Gott kann's nicht allen nach ihrem Kopfe machen – nur der Hutmacher.

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Wo Gott zerstört und bricht, hilft alles Bauen nicht.

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Steuer Wenn so offt an Gott man dächte, Als man an die Steuer denckt, Wär uns, glaub ich, längst zu rechte Fried und Ruh von Gott geschenckt.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Und was das Übrige betrifft, so fragt das liebe unsichtbare Ding, das mich leitet und schult, nicht, ob und wann ich mag.

Goethe, J. W., Tagebücher. Reisetagebuch, 30. Oktober 1775

Es wandelt, was wir schauen Es wandelt, was wir schauen, Tag sinkt ins Abendrot, Die Lust hat eignes Grauen, Und alles hat den Tod. Ins Leben schleicht das Leiden Sich heimlich wie ein Dieb, Wir alle müssen scheiden Von allem, was uns lieb. Was gäb' es doch auf Erden, Wer hielt' den Jammer aus, Wer möcht' geboren werden, Hielt'st Du nicht droben Haus! Du bist's, der, was wir bauen, Mild über uns zerbricht, Daß wir den Himmel schauen – Darum so klag' ich nicht.

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Ist einer, der nimmt alle in die Hand, daß sie wie Sand durch seine Finger rinnen.

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Die göttliche Vorsehung regiert alles, und was wir für ein Übel halten, ist Arznei.

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Wenn Gott Mensch werden konnte, kann er auch Stein, Pflanze, Tier und Element werden, und vielleicht gibt es auf diese Art eine fortwährende Erlösung in der Natur.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Philosophie

Gott ist überall, außer wo er seinen Stellvertreter hat.

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Gott ernähret die Vögel unter dem Himmel – und im Winter lässt er sie verhungern.

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Auf dieser Erde gehören Leben und Tod zusammen. Das Reich Gottes kennt nur noch das Leben, nicht mehr den Tod.

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Gleich wie die Einheit ist in einer jeden Zahl, So ist auch Gott, der Ein, in Dingen überall.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Es steht mir nicht zu, die Gerechtigkeit Gottes und seine Gnade abzuwägen.

Voltaire, Geschichte von Jenni oder Der Atheist und der Weise (Histoire de Jenni ou l'athée et le sage), 1775

Großes haben wir versprochen, noch Größeres ist uns verheißen. Laßt uns jenes halten, dieses erhoffen. Kurz ist die Lust der Welt, ewig die Pein, geringfügig das Leiden, unendlich die Herrlichkeit.

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Durch Sturm und Ungewitter, durch Müh' und Arbeit, Angst und Elend, durch Todesschrecken, durch Grabesschauer führt Gott das Geschlecht der Menschen von einer Stufe der Erziehung und Bildung, der Prüfung, Reinigung, Veredlung zur andern in den Tempel der Unsterblichkeit.

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Herr, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen, Herr! Mache es lebendig in naher Zeit, und lass es kundwerden in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit!

Altes Testament. Der Prophet Habakuk (#Hab 3,2)

Dank des Paria Großer Brahma! nun erkenn ich, Daß du Schöpfer bist der Welten! Dich als meinen Herrscher nenn ich, Denn du lässest alle gelten. Und verschließest auch dem Letzten Keines von den tausend Ohren; Uns, die tief Herabgesetzten, Alle hast du neu geboren. Wendet euch zu dieser Frauen, Die der Schmerz zur Göttin wandelt! Nun beharr ich, anzuschauen Den, der einzig wirkt und handelt.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lyrisches

Vermögen verloren, viel verloren, Ehre verloren, mehr verloren, Gott verloren, alles verloren.

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Alles, was uns Gott gemacht und gegeben hat, ist gut; aber wir haben keine Ruhe, bis wir alles wieder schlecht gemacht haben. Sind wir nicht, wie die Kinder mit ihrem Spielzeug? Es freut sie erst, wenn an jedem Stück etwas fehlt.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)