Gott Sprüche – zeit

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Je edeler ein Ding, je mehr ist es gemein; Das spüret man an Gott und seiner Sonnen Schein.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Er aber wandelt hin zu Unsterblichen; Denn nirgend darf er bleiben, als wo Ihn in die Arme der Vater aufnimmt.

Hölderlin, F., Gedichte. Aus: Der gefesselte Strom (1801)

Gott ist der Herr aller Geschichte und die Geschichte ist eigentlich eine fortgehende Offenbarung.

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Die Welt ist entweder ein zufälliges Gemisch von Dingen, die sich bald miteinander verflechten, bald voneinander lösen, oder ein Ganzes, worin Einheit und Ordnung und Vorsehung walten. Ist sie nun das erstere, warum sollte es mich verlangen, in einem ordnungslosen Gewirr, in solch einem Gemengsel zu verweilen? Was könnte mir dann erwünschter sein als einst wieder Erde zu werden? Warum mich auch beunruhigen? Denn was ich auch tun mag, die Auflösung wird über mich kommen. Im anderen Falle verehre ich den Allbeherrscher, bin ruhigen Gemütes und vertraue ganz auf ihn.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,10. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Das beständige Schicksal Gottes in seiner Wirksamkeit im Menschen ist, mißverstanden zu werden.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Wer da unter der Tür seines Hauses wartet, bis Gott seines Weges komme – der sieht ihn nie, er sehe ihn denn in allem, was da froh und elend vorübergeht an seinem Hause.

Langewiesche (Hg.), Die Unbesiegten. Worte deutscher Denker, hg. von Karl Robert Langewiesche, 1923 (EA: 1920). Aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts

Der Herr läßt Gras wachsen auf den hohen Bergen; aber als lieber Gott hat er seinen schönen Blumen den Aufenthaltsort durchschnittlich doch mehr im Tal angewiesen.

Raabe, Kloster Lugau, 1893. 8. Kapitel

Nicht gleich anfangs zeigten die Götter den Sterblichen alles, Sondern sie finden das Bessere suchend im Laufe der Zeiten.

Nestle, Die Vorsokratiker in Auswahl, 2. Auflage 1922 (EA: 1908). 13.

Die Werke des Menschen überleben ihn; Gott aber überlebt seine Werke.

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Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein Nun noch Hier: Je mehr du nach ihm greifst, je mehr entwird er dir.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Allmacht Forschen Fragen du trägst Antwort Fliehen Fürchten du stehst Mut! Stank und Unrat du breitst Reine Falsch und Tücke du lachst Recht! Wahn Verzweiflung du schmiegst Selig Tod und Elend du wärmst Reich! Hoch und Abgrund du bogst Wege Hölle Teufel du siegst Gott!

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Was soll mir ein Zeiger, der sich so rasend schnell dreht, daß er tausendmal in einem Tag die richtige Minute und doch niemals die richtige Stunde weist?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann.

Neumark, Fortgepflantzter Musikalisch-Poetischer Lustwald, 1657. Aus: Trostlied

Der Gott, der Gott sterben läßt, um Gott zu besänftigen.

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Zu vieles missriet ihm, diesem Töpfer, der nicht ausgelernt hatte! Dass er aber Rache an seinen Töpfen und Geschöpfen nahm, dafür dass sie ihm schlecht gerieten, — das war eine Sünde wider den guten Geschmack.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vierter und letzter Teil, 1885. Außer Dienst

Es scheint, daß bei der Schöpfung der Welt und der Dinge der Schöpfer weder frei noch allmächtig gewesen ist. Man möchte meinen, daß er durch eine Reihe von Bedingungen gebunden war: er muß es Winter werden lassen, damit es wieder Sommer werden kann.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Die Majestät und Herrlichkeit des göttlichen Wortes ist unaussprechlich und wir können Gott nimmermehr dafür danken.

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Gleich den übrigen Göttern und Götzen ist das Eigentum ein menschliches Produkt.

Liebknecht, Die Grund- und Bodenfrage. Vortrag, gehalten im Saal des Schützenhauses zu Meerane am 11. März 1870, Leipzig 1874

Dann was Gott haben will, Das kann niemand verhindern Aus allen Menschenkindern, So viel ihr sind im Spiel.

Heermann, Haus- und Herz-Musica, 1630. Aus: Gott verlässet keinen

Schwinde, schwinde, sterbliches Leben, dürftig Geschäft, wo der einsame Geist die Pfennige, die er gesammelt, hin und her betrachtet und zählt! wir sind zur Freude der Gottheit alle berufen!

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Es erfüllt sich des Schicksals Spruch, nicht Träne versöhnt, nicht Klagegeschrei, nicht Jammer den nie auslöschenden Zorn der beleidigten himmlischen Mächte!

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr