Krieg Sprüche

Sprüche über Krieg

521 Sprüche in dieser Kategorie

Der Säbel hat kein Erbarmen, die Kugel keine Augen.

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Der Graben Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen? Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält? Wozu ist er dir in deinen Arm geflogen, und du hast ihm leise was erzählt? Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Mutter, für den Graben. Junge, kannst du noch an Vater denken? Vater nahm dich oft auf seinen Arm. Und er wollt dir einen Groschen schenken, und er spielte mit dir Räuber und Gendarm. Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Junge, für den Graben. Drüben die französischen Genossen lagen dicht bei Englands Arbeitsmann. Alle haben sie ihr Blut vergossen, und zerschossen ruht heut Mann bei Mann. Alte Leute, Männer, mancher Knabe in dem einen großen Massengrabe. Seid nicht stolz auf Orden und Geklunker! Seid nicht stolz auf Narben und die Zeit! In die Gräben schickten euch die Junker, Staatswahn und der Fabrikantenneid. Ihr wart gut genug zum Fraß für Raben, für das Grab, Kamraden, für den Graben! Werft die Fahnen fort! Die Militärkapellen spielen auf zu euerm Todestanz. Seid ihr hin: ein Kranz von Immortellen – das ist dann der Dank des Vaterlands. Denkt an Todesröcheln und Gestöhne. Drüben stehen Väter, Mütter, Söhne, schuften schwer, wie ihr, ums bißchen Leben. Wollt ihr denen nicht die Hände geben? Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben übern Graben, Leute, übern Graben –!

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Das Andere Deutschland, 20.11.1926, wieder in: Das Lächeln der Mona Lisa, 1928

Krieg macht die Kirchen leer und den Kirchhof voll.

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Kugeln und Orden zielen auf die gleiche Brust.

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Nicht die Völker sind es, die kriegslüstern sind…

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Stets wurde ich gewahr, daß alle großen Nationen ihre Wehrhaftigkeit und Geistesstärke im Krieg erworben haben; daß der Krieg sie unterrichtet, der Friede sie betrogen, der Krieg sie geschult, der Friede sie irregeführt hat; mit einem Wort, daß der Krieg sie geschaffen, der Frieden sie getötet hat.

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Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 53.

Krieg erscheint denen schön, die ihn nicht erfahren haben.

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Machiavelli hat über den Krieg geschrieben, wie ein Blinder von der Farbe spricht.

Rehlen (Hg.), Berühmte Aussprüche und Worte Napoleons von Korsika bis St. Helena, Leipzig 1906

Im Gegenteil, er wird viele schaffen.

Nestle, Die Sokratiker, 1922. Aus der Schrift 'Über den Staat'. Als jemand sagte, der Krieg werde die Armen zunichte machen.

Ein ewiger Krieg würde die Menschen in Raubtiere, ein ewiger Friede in Lasttiere verwandeln.

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Ich verabscheue den Krieg: er verdirbt die Armeen.

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Der Krieg ist das größte Übel, das einem Staate, das einer Nation widerfahren kann. Es muß daher die Hauptsorge sein, alle nur immer mögliche Kraft gleich beim ersten Ausbruche aufzubieten, alles anzuwenden, damit derselbe so kurz als nur immer sein kann und bald auf die möglichst günstigste Art entschieden wird.

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Mein letzter Wunsch ist, den Krieg, dieses Brandmal am Körper der Menschheit, von der Erde verschwinden zu sehen.

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Krieg verlangt viele Hände, aber nur einen Kopf.

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So ist der Krieg: am Morgen hoch oben, am Abend tief unten!

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Man wählt mithin den Krieg um des Friedens willen, die Arbeit der Muße wegen, das Notwendige und Nützliche des sittlich Schönen wegen.

Aristoteles, Politik. 1333a (VII, 14.) Übersetzt von Eugen Rolfes (1912)

Reiter-Weckruf »Ist's nicht genug geruht? Ist's nicht genug geruht? Auf! Auf! Auf, frisches Reiterblut! Denkt euch, der Feind sei da! Auf, auf! Ja! ja!« So thut es, so klingt es, So schmettert's, so singt es, So stößt es und fährt durch den Nebelduft Hinaus in die Morgenluft. Trompetenruf, Trompetenstoß! O, gieng' es los, o, gieng' es los! Auf den Feind hinein In gedrängten Reih'n! Marsch! Marsch! und eingehauen! Dürfte ich das noch schauen! Nicht schauen allein! Mitten unter den Braven sein, Mitthun, zu Rosse sitzen, Wenn die Thiere wiehern, die Klingen blitzen, Und erjagen helfen im Schlachtenbrand Ein Vaterland, ein Vaterland, Ein Deutschland, das wir nicht haben, Mit dem Säbel holen und graben, Wenn ein heiliger Krieg uns endlich eint Gegen den alten frechen Feind, Den Räuber, der seiner Beute Sich rühmet noch heute! Und dann, ja dann, Ganz Mann, Dann im flammenden Kampfgewühl, In des Lebens schwellendem Hochgefühl Todeswund Ausschütten die Seele auf blut'gen Grund, Sterben als braver Soldat In einer That, Ja, das wär' etwas, Das steht nicht so blaß! Sterben als braver Reiter, Das wär' gescheidter.

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Wenn der Krieg, wie man gern sagt, der Vater großer Tugenden wäre, so müßten die Menschen vor lauter Morden und Brennen schon Heilige oder Götter sein.

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Feldherrnruhm hat für die Menschheitsgeschichte die geringste Bedeutung.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Krieg ist ein Zustand, bei welchem die niedrigsten und lasterhaftesten Menschen Macht und Ruhm erlangen.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07