Krieg Sprüche – zukunft

95 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Krieg zukunft

So lange man das Schwert noch kennt und ehrt, wird Gottes Reich auf Erden nimmer blühn.

Internet

Der Krieg zerstört, der Friede ernährt.

Internet

Der Krieg 1 Aufgestanden ist er, welcher lange schlief, Aufgestanden unten aus Gewölben tief. In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt, Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand. In den Abendlärm der Städte fällt es weit, Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit, Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis. Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß. In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht. Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht. In der Ferne wimmert ein Geläute dünn Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn. Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an. Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt, Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt. Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut, Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut. Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt, Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt. Über runder Mauern blauem Flammenschwall Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall. ›Über Toren, wo die Wächter liegen quer, Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.‹ In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein. Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt, Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.

Heym, G., Gedichte. Erstdruck in: Umbra vitae unter dem Titel: Der Krieg, Leipzig 1912

Der Krieg bringt manchem Glück, aber es kommt nicht jeder zurück.

Internet

Die mit Verachtung auf den Feind nur blicken, Sie werden einst zur Flucht vor ihm sich schicken.

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Karl Heinrich Graf

Die drei Rekruten Bei strömendem Regen im Biwuak Kampierten drei müde Rekruten. Sie legten den Kopf auf den Mantelsack Und zogen den Hals in die Kutten Der Regen rauschte, sie merktens kaum, Und sachte, vom Wunsch zum Gedanken Begann in Bälde ein tröstlicher Traum Vor ihren Augen zu schwanken. Sie meinten in ihrer Phantasei, Als wären sie schon Generäle, Im Schlachtengetümmel und Feldgeschrei Diktierend die barschen Befehle. Gemeinsam dünkte den dreien vereint, Man wolle sie überflügeln Und unerschöpflich flute der Feind Herab von den mörderischen Hügeln. Und Adjutanten kämen gesprengt, Bleichwangig, umblitzt von Granaten: "Wir sind umzingelt und eingezwängt. Man meutert. Man wähnt sich verraten." Da sprach der erste: "Ich hab einen Kern Von Jägern und von Husaren. Der Teufel ist ledig und Hilfe ist fern, Jetzt gilt es, die Ehre zu wahren." Ingrimmig faßt er den Säbelknauf, Ermahnte zur Pflicht und zur Ehre, Dann vorwärts ging es in rasendem Lauf, Als ob es der Sturmwind wäre. Aus tausend Schlünden zischte der Tod, Sie grüßten ihn ohne Bangen, Die meisten färbten den Boden rot, Er fiel und wurde gefangen. Bewundernd pflegt ihn der edle Feind Und schenkt ihm den rühmlichen Degen. Er hatte seit Jahren nie geweint, Jetzt spürt er im Auge sich's regen Der zweite sprach: "Ich habe zur Hand Ein Häuflein von Veteranen, Ergeben Gott und dem Vaterland Gehorsam dem Winke der Fahnen." Rasch formt er das Viereck zum letzten Stoß. "Brüder", begann er begeistert, "Gott ist uns dawider, der Feind ist zu groß, Der Tod nur wird niemals bemeistert. Heut heißt es bekunden, was einer wert, Und ob den Vätern wir gleichen. Wir kämpfen, so lange der Atem währt, Und hemmen den Durchpaß als Leichen." "Hurra!" erscholl es wie Donnergebraus. Dann rückten sie mit Gesange Langsam aus dem schirmenden Hohlweg hinaus Zum heiligen Todesgange. Und als am Abend nach bitterem Streit Man sah nach den Toten und Wunden, Da ward von dem Samaritergeleit Ein schaurig Schauspiel gefunden. Zu Bergen starrte die tapfere Schar, Leichnam auf Leichnam geschichtet, Im toten noch boten Trotz sie dar, Das Antlitz feindwärts gerichtet. Und Freund und Gegner entblößten sich stumm Vor des Anblicks grausiger Schöne, Und flüsternd gings in den Reihen um: "Hier schaut man Heldensöhne." Doch der dritte schweigend die Karte las Auf der Brüstung der Kirchhofmauer. Mitunter hob er das Augenglas Und nahm den Feind auf die Lauer. Er spähte nach rechts und spähte nach links, Die Augen funkelnd vor Tücke. Wahrhaftig entdeckt er plötzlicherdings Im Ring die erlösende Lücke. Und eh einer wußte, wie das geschah, Hatt er flugs in die Bresche geschmissen Die Reserven alle von fern und nah Und dem Feinde die Walstatt entrissen. Der Regen plätscherte nach wie vor. Da stieg auf verborgenen Stegen Gewappnet ein riesiger Geist empor Und schwebte heran durch den Regen. Er nickte dem letzten: "Herr General, Wir lernen uns näher kennen. Ob früher, ob später, es wird einmal Der Ruhm deinen Namen nennen. Ihr andern beide, merkt euch den Satz: Entschlagt euch das Oberbefehlen. In jeglichem Regimente ist Platz Für mutige Fähndrichsseelen. Pflicht, Ehre, Begeisterung geb ich euch feil, Sich bescheidend im Unterliegen. Generäle brauch ich im Gegenteil, Die nicht vergessen zu siegen."

Internet

Den Toten zur Ehr Den Lebenden zur Mahnung Den Kommenden zur Warnung

Inschrift. Am Gefallenendenkmal am Plambacheck in Niederösterreich

Wer eine Stadt erobert, die gewohnt war, frei zu sein, und sie nicht zerstört, mag sich darauf gefaßt machen, von ihr zugrunde gerichtet zu werden. Denn der Name der Freiheit und die alte Staatsverfassung dienen stets als Vorwand für Aufstände und werden weder im Lauf der Zeit noch durch Wohltaten in Vergessenheit geraten.

Internet

Krieg ist zuerst die Hoffnung, daß es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, daß es dem andern schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, daß es dem andern auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, daß es beiden schlechter geht.

Kraus, Nachts. Aphorismen, 1924. VI. Nachts

Epimenides' Erwachen (Letzte Strophe) Verflucht sei, wer nach falschem Rat, Mit überfrechem Mut, Das, was der Korse-Franke tat, Nun als ein Deutscher tut! Er fühle spät, er fühle früh, Es sei ein dauernd Recht; Ihm geh es, trotz Gewalt und Müh, Ihm und den Seinen schlecht!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese, Zahme Xenien. Kap. 9

Wer einen Krieg recht führen will, muß nicht den Ereignissen nachgehen, sondern den Ereignissen vorauseilen.

Demosthenes, Staatsreden

Der Tag wird kommen, an dem euch die Waffen aus den Händen fallen werden; der Tag wird kommen, an dem der Krieg zwischen Paris und London, zwischen Petersburg und Berlin ebenso lächerlich erscheinen und ebenso unmöglich sein wird, wie zwischen Rom und Amiens, zwischen Boston und Philadelphia.

Internet

Wenn die Kriegswunden heilen, so bleiben doch Narben und Schrammen.

Internet

Natur und Krieg Hier, wo Gottes Sonne scheint, Welch ein emsig Weben! Eine tiefe Leitung eint Jedes Widerstreben. Und dem Krieg erklärt den Krieg Alles was empfindet, Treu dem Geiste, der den Sieg Jedem Krieg entwindet. Herrsche bald in Haus und Feld, Freundliches Jahrhundert, Wo sein Roß der Waffenheld Schwenket unbewundert; Wo zu mildgeführtem Streit Tönt des Krieges Plage, Wie aus der Vergangenheit Eine grause Sage!

Internet

Auf euer Haupt wälzt er der Witwen und der Waisen Tränen, der toten Männer Blut, der Weiber Gram um Gatten, Väter und um Anverlobte, die dieser grimme Streit verschlingen wird.

Shakespeare, König Heinrich V., Raubdruck 1600

Ich hielte einen solchen Krieg, dessen Ausgang nicht gewiß sein dürfte, für eine Katastrophe der internationalen Arbeiterbewegung; tritt dergleichen ein, so ist mir keinen Augenblick zweifelhaft, wer der Schuldige ist.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Kurt Tucholsky, in: Moskauer Rundschau, 22.06.1930, Nr. 25, zur Umfrage: Wie würden Sie sich im Falle eines Krieges gegen die UdSSR verhalten?

Der nächste Krieg wird von einer Furchtbarkeit sein, wie noch keiner seiner Vorgänger.

Suttner, Die Waffen nieder! Eine Lebensgeschichte, 1889

Schlachtentag, der Unheil oder Segen Aufs Haupt von Nationen wenden soll, Dir schaun die Augen schlummerlos entgegen Und alle Herzen qual- und schreckenvoll! O ernste Zeit, wo millionen fragen: "Wie wird für uns der nächste Morgen tagen?"

Meißner, Zizka. Epos, 1846

Der Krieg besteht nicht nur aus Schlachten oder Kampfhandlungen, sondern auch aus einer Zeitspanne, in der der Wille, sich zu bekriegen, ausreichend vorhanden ist.

Internet

Aufbruch der Jugend Die flammenden Gärten des Sommers, Winde, tief und voll Samen, Wolken, dunkel gebogen, und Häuser, zerschnitten vom Licht. Müdigkeiten, die aus verwüsteten Nächten über uns kamen, Köstlich gepflegte, verwelkten wie Blumen, die man sich bricht. Also zu neuen Tagen erstarkt wir spannen die Arme, Unbegreiflichen Lachens erschüttert, wie Kraft, die sich staut, Wie Truppenkolonnen, unruhig nach Ruf der Alarme, Wenn hoch und erwartet der Tag überm Osten blaut. Grell wehen die Fahnen, wir haben uns heftig entschlossen, Ein Stoß ging durch uns, Not schrie, wir rollen geschwellt, Wie Sturmflut haben wir uns in die Straßen der Städte ergossen Und spülen vorüber die Trümmer zerborstener Welt. Wir fegen die Macht und stürzen die Throne der Alten, Vermoderte Kronen bieten wir lachend zu Kauf. Wir haben die Türen zu wimmernden Kasematten zerspalten Und stoßen die Tore verruchter Gefängnisse auf. Nun kommen die Scharen Verbannter, sie strammen die Rücken, Wir pflanzen Waffen in ihre Hand, die sich fürchterlich krampft, Von roten Tribünen lodert erzürntes Entzücken, Und türmt Barrikaden, von glühenden Rufen umdampft. Beglänzt von Morgen, wir sind die verheißnen Erhellten, Von jungen Messiaskronen das Haupthaar umzackt, Aus unsern Stirnen springen leuchtende, neue Welten, Erfüllung und Künftiges, Tage, sturmüberflaggt!

Internet

Den nächsten Krieg gewinnt der Tod.

Internet