Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Entsetze dich nicht! Es läutert sich alles Natürliche, und überall windet die Blüte des Lebens freier und freier vom gröbern Stoffe sich los.
An einen berühmten Mann Dir ist so vieles gelungen, Wonach ich im Leben gestrebt; Du hat das Schicksal bezwungen, Vor dem so mancher erbebt. Mein Name ist lange verklungen, Wenn deiner in Ehren noch lebt. – Und doch hab' ich Bessres errungen: Ich habe ein Leben gelebt.
Was nennt ihr Leben? Das alltägliche Geschäft des Daseins, Sommer, Herbst und Winter. Und wieder Frühling kommen sehn, und wieder die Blumen morgen welken sehn, die gestern in bunter Frische glühten? Wenn die Jugend hinweggeschäumt ist, mit gelieh'ner Glut den trägen Lauf des greisen Blutes zu spornen? Das wär's allein, was uns die süße Mühe des Atmens wert macht? Nein, mein Freund, es ist ein anderes. Es ist der stille Blick, den wir zurück in's Herz tun – wenn wir dort ein trauliches Gebäude uns erbaut von Wünschen, Hoffnungen und Erinnerungen. Wenn wir zurück in dieses Haus uns flüchten können, bei der Zeiten Wetter, dann ruht sich's sanft im Schoß des Daseins aus.
Das Leben des Menschen Das Leben ist ein Laub, das grünt und falbt geschwind, ein Staub, den leicht vertreibt der Wind, ein Schnee, der in dem Nu vergehet, ein See, der niemals stille stehet, die Blum', die nach der Blüt' verfällt, der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt, ein Gras, das leichtlich wird verdrücket, ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört, ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt, ein Heu, das kurze Zeit bleibet, die Spreu, so mancher Wind vertreibet, ein Kauf, den man am End bereut, ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut, ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind, ein Wasserblas, die bald zerrint, ein Schatten, der uns macht schabab, die Matten, die gräbt unser Grab.
Trübe Ahnung Verlaßner werde ich mit jedem Jahr, und nun verlor ich auch mein bestes Lied. – Ich saß bei einem Kognak an der Bar so düster, daß mich jedes Mädchen mied. Dann ging ich durch die Stadt. Die Nacht war mild. Es war, als ob mein Vater mit mir sprach. Jetzt hock ich trostlos unter deinem Bild und traure dem versäumten Leben nach. Das war ein Fest … ein Kleid im Wind … ein Wink… und immer eine Schwermut, die uns schied, zuletzt nur wieder dies: "Vergiß und trink!" Und nun verlor ich auch mein bestes Lied. War doch mir Liebeslust noch prophezeit, und daß die Schicksalswege sich erneun – zu spät erblühte diese Glücklichkeit und könnte meinen Herbst nicht mehr erfreun. Denn herbstlich geh ich mitten durch den Mai, der als ein Spuk an mir vorüberzieht, als wisse er, daß dies der letzte sei. Verloren ist mein Leben und mein Lied.
Der Kampf um's Dasein Es wandelt der Neuzeit gewaltiger Fortschritt In oft viel Staub aufwirbelndem Wortschritt, Wobei Mancher die kühnsten Sprünge wagt, Ohne selbst recht zu wissen, was er sagt. "Der Kampf um's Dasein" heißt die Phrase Als Schlagwort der neuen Erkenntnisphase, Und wirklich ist, wie man's erkor, Dies Wort ein Schlag auf's deutsche Ohr, Der das Gehör gleich wirksam dämpft Beim Eingang zur Erkenntnispforte. Wer hat um's Dasein je gekämpft? Zu welcher Zeit? An welchem Orte? Bewußtlos ward es uns gegeben Mit unserm ersten Atemzug. Wir kämpften nur, umfortzuleben. Und Mancher hat gar bald genug An diesem Kampf, und sucht der Zuchtwahl, Samt den Gesetzen der Vererbung Und alles Erdenglücks Erwerbung, Sich zu entziehn durch freie Fluchtwahl Aus dieser Kampfeswelt, die schmerzlos Niemand betritt und niemand flieht, Und wo nur glücklich ist, wer herzlos Auf all' das Elend um sich sieht.
Unser Dasein hier ist ein dunkles Geheimnis, von welchem wir Anfang und Ende nicht wissen. Siehe Deine Jugend an, siehe Dein Alter an, was findest Du bleibend in Dir, worin findest Du Dein Ich? Phantasie und Verstand, Gefühl und Empfindung ist wandelbar, heute so und morgen anders; schäle sie ab von Deinem Sein, was bleibt Dir, als die Sehnsucht und als die Ahnung der Liebe?
Nur jene wissen das Leben wahrlich zu schätzen, die nichts tun, es zu stören.
Welche Dummheit [...], sein Leben in einem kleinen offnen Boot aufs Spiel zu setzen, wo es gedeckte Fahrzeuge und Dampfer gibt.
Das Leben draußen ist ganz dasselbe geblieben, das Leben bleibt immer dasselbe, nur der Mensch ändert sich mit den Jahren, er wird um so besser, je mehr er durchgebraten wird.
Ach, […] ich fühle jetzt die Bedeutung jener römischen Worte: Leben ist Kriegführen.
Ach, Freund, was für ein tolles, verschwiegenes Leben lebe ich! So allein, allein!
Leben, Leben! Reines, sprühendes, furchtloses, neues Leben! Neues Leben! So winzig und so vollkommen ohne Furcht!
Das Leben schwer nehmen ist leicht, das Leben leicht nehmen ist schwer!
Kreisgang Die Wege, die ich bisher ging, in Kreisen sind sie alle mir zerronnen. Vor dem, woran mein Auge gestern hing, steh ich heut wieder staunend und versonnen. Und meine Seele fühlt es tief: ich bin vor vielen Jahren alles dies gewesen, aus seinen Formen kann mein wacher Sinn das Schicksal meines ganzen Daseins lesen. Dies wegbeleuchtend Schauen hier verkündet meinem Leben froh und weise: du bist der stumme Gegenstand vor dir und bist zugleich der Wanderer im Kreise.