Leben Sprüche

Sprüche über das Leben und seine Bedeutung

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Lied des Lebens Flüchtiger als Wind und Welle Flieht die Zeit; was hält sie auf? Sie genießen auf der Stelle, Sie ergreifen schnell im Lauf, Das, Ihr Brüder, hält ihr Schweben, Hält die Flucht der Tage ein. Schneller Gang ist unser Leben; Laßt uns Rosen auf ihn streun! Rosen, denn die Tage sinken In des Winters Nebelmeer; Rosen, denn sie blühn und blinken Links und rechts noch um uns her. Rosen stehn auf jedem Zweige Jeder schönen Jugendthat. Wohl ihm, der bis auf die Neige Rein gelebt sein Leben hat! Tage, werdet uns zum Kranze, Der des Greises Schläf' umzieht Und um sie in frischem Glanze Wie ein Traum der Jugend blüht. Auch die dunkeln Blumen kühlen Uns mit Ruhe, doppelt süß; Und die lauen Lüfte spielen Freundlich uns ins Paradies.

Herder, J. G., Gedichte

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.

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Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag, ein letztes Glück und einen letzten Tag.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Sprichwörtlich

Rein durchs Leben zu gehen, ist unmöglich, aber sich zu reinigen, ist möglich und höchstes Ziel.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Das ist es eben! Man denkt nicht nur – man will auch leben.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Das Leben ist nichts als eine lange Reihe von verpaßten guten Gelegenheiten.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Das schwere Leben ist am leichtesten zu ertragen, wenn man sich schwere Aufgaben stellt.

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Das ganze Leben besteht aus Teilen und setzt sich aus Kreisen zusammen, von denen immer ein größerer die kleineren umschließt. Einer von ihnen umfasst und begrenzt alle; er reicht vom Tag der Geburt bis zu dem des Todes.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 12. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Verflucht sei, wer sein Leben an das Große Und Würdge wendet und bedachte Plane Mit weisem Geist entwirft! Dem Narrenkönig Gehört die Welt.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 6. Auftritt, Talbot

Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben. Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz.

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Und sollt am Schluß des Erdenlebens Der Sieg dir nicht beschieden sein: Dein Kämpfen war doch nicht vergebens, Denn "ist die ganze Ewigkeit nicht dein?"

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Nicht der Tod ist furchtbar, meistens ist es das Leben.

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Ein sehr großer Teil des Lebens besteht nun einmal aus 'ner Aneinanderreihung von Unbedeutendem.

Multatuli, Woutertje Pieterse, 1862-77

Herb ist des Lebens Innerster Kern.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Punschlied, 1803

Fehlt es ihm [dem Menschen] hingegen an Objekten des Wollens, indem die zu leichte Befriedigung sie ihm sogleich wieder wegnimmt; so befällt ihn furchtbare Leere und Langeweile: d. h. sein Wesen und sein Dasein selbst wird ihm zur unerträglichen Last. Sein Leben schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her, zwischen dem Schmerz und der Langenweile, welche beide in der Tat dessen letzte Bestandteile sind.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Erster Band. Viertes Buch. Der Welt als Wille zweite Betrachtung: Bei erreichter Selbsterkenntnis Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben

Verweile nicht, dich zu entschließen, Und Tage zu genießen, Die uns die karge Zeit Nur wenig, wenig Monden leiht!

Uz, J. P., Gedichte. Aus: Sehnsucht nach dem Frühlinge

Wandle mit Furcht und Zittern Als stündest du am Rand des Abgrunds, Als gingst du über dünnes Eis.

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Wer aus der Idee lebt, lebt weise, wer aus der Maxime, klug, wer aus den Sinnen, gestaltlos und leer, wer aus dem Herzen, schön aber unglücklich, wer aus allen vieren zusammen, würdig, schön und glücklich.

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Freund! versäume nicht zu leben, Denn die Jahre fliehn, Und es wird der Saft der Reben Uns nicht lange glühn!

Kleist, E. C., Gedichte. Aus: Dithyrambe

Und ob die Brust auch blutet, Nur vorwärts in die Bahn! Du weißt, am vollsten flutet Gesang dem wunden Schwan.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Viertes Buch. Escheberg. Sankt Goar. Aus: Mut

Im Leben muß man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.

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