Leben Sprüche – hoffnung

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Stützen Wo ist der Mann von also hohem Glücke, Der so sich könnte rühmend überheben: "Ich geh allein in eigner Kraft durchs Leben, Des Stabes nicht bedürftig, noch der Krücke." Was hilft es ihm, daß er so sicher drücke Mit stolzem Fuß den Boden, der noch eben, Doch bald darauf erschüttert wankt mit Beben, Damit er strauchle und erschreckt sich bücke? Das Tongefäß von kurzbelebtem Staube, Der arme Mensch, er hat im Weltgetriebe Zu Stützen nötig vor des Schicksals Raube: Den Baum des Glaubens, trotzend jedem Hiebe, Der Hoffnung Stab von immergrünem Laube, Die Hand der Freundschaft und den Arm der Liebe.

Schrott, Bienen. Lyrisches, Didaktisches und Epigrammatisches, 1868

Der Mensch soll treten in die Welt, Als wäre sie sein Haus; Man geht nicht in die Schlacht als Held, Man kommt als Held heraus.

Hebbel, F., Gedichte. Sprüche

Laß mein Leben nicht vergeblich gewesen sein.

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Wach auf! Wehende Winde Gehn über mich hin, Wandernde Träume Kreuzen den Sinn. Ziehende Sehnsucht Hemmt den Schritt, Locket und winket: Willst du nicht mit? Wallen und wandern, Weißt du wie einst? Bist du so müde, Liegst du und weinst? Sonne stieg siegend Aus Nebel und Nacht, Fruchtende Erde Ist froh erwacht. Leuchtende Segel Schmücken das Meer, Schäumende Wellen Wogen daher, Raunen und rauschen Ewigen Sang – Bist du so müde, Schläfst du so lang? Lauschige Lauben Im Dämmerlicht Warten und schweigen – Siehst du sie nicht? Glühende Rosen Blühen zum Kranz, Jubelnde Geigen, Klingen zum Tanz, Lachende Lieder Schlummern im Wein – Kannst du nicht singen, Bist du allein? Alles muß kommen, Alles muß gehn – Kannst du's nicht zwingen, Muß es geschehn! Siegendes Leben Geht seinen Lauf, Einsame Thräne Hält es nicht auf! Heb die verweinten Augen zum Licht – Lebe dein Leben, Fürchte es nicht!

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Es gibt drei Arten, sich den Mißständen des Lebens gegenüber zu verhalten: die jugendliche, die reife und die hoffnungslose. Jugendlich ist es [...], sie radikal zu bekriegen. Reif ist es, sie hinzunehmen, womöglich Friede zu schließen, wenn aber Krieg nötig ist, dann einen der Mächte, nicht der Doktrinen zu führen. Hoffnungslos ist es, an die Wirklichkeit mit "idealen Forderungen" zu treten, überall an den "edlen" oder "hochstehenden" Menschen zu appellieren, weil es ja so außerordentlich bequem wäre, wenn alle Menschen so "edel" oder so "hochstehend" wären, unsere idealen Anforderungen zu erfüllen.

Schmitz, Brevier für Weltleute. Essays über Gesellschaft, Mode, Frauen, Reisen, Lebenskunst, Kunst, Philosophie, 1911

Wer aber lebt, muß es klar sich sagen: Durch dies Leben sich durchzuschlagen, Das will ein Stück Rohheit. Wohl dir, wenn du das hast erfahren Und kannst dir dennoch retten und wahren Der Seele Hoheit. In Seelen, die das Leben aushalten Und Mitleid üben und menschlich walten, Mit vereinten Waffen Wirken und schaffen Trotz Hohn und Spott, Das ist Gott.

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Herz, schöpf aus die tausend Quellen, die dir freudefunkelnd schwellen in dem Strahl des Sonnenlichts! Laß die heil'gen Lebensfluten nicht verrinnen und verbluten in das abgrundtiefe Nichts. Noch hast du die Kraft zu fangen, bald wohl ist der Tag vergangen, und des Abends Schatten fällt; bald, wer weiß, mußt du vollenden und du gehst mit leeren Händen aus der überreichen Welt.

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Hoff' nicht allzu viel vom Leben: Was im Überfluß zu geben Manchmal es verspricht, Hält es schließlich nicht! Doch verzag' auch nicht am Leben: Was es nie versprach zu geben, Gibt es plötzlich oft Reich und unverhofft!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu hoffen hat, bitten wir nur um eine schmerzlose Hinrichtung.

Pauly, Aphorismen, 1905

Lebensverlängerung Ärger und Sorgen Dem Nächsten spare, Kannst ihm das Leben Verlängern auf Jahre.

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Geh' deinen Weg Auf rechtem Steg, Fahr' fort und leid', Trag' keinen Neid, Bet', hoff' auf Gott In aller Noth, Sei still und trau, Hab' acht und schau; Groß' Wunder wirst du sehen.

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Beherzt im Leiden, Im Glück bescheiden, Gerecht in beiden Der armen Welt, Die viel verspricht Und wenig hält; Doch ob sie bricht, Ob stählt den Mut, Nur immer tut Gar wohl bestellt, Was Gott gefällt.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Warum klagst du, Pilger dieser Erden? Förd're muntern Schrittes deinen Lauf! Sinkt der Tag, so muß es Abend werden, Und der Stern der Hoffnung geht dir auf. Ungestört ruht dann der Lebensmüde, Ausgekämpft ist nun der schwere Streit. Aufwärts schaun in die Unendlichkeit Über Gräbern wohnt der wahre Friede.

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Nacht Das Tal ist ertrunken in Nacht, Die taglang Mühsal vollbracht. Nur des Bergbachs Schwellen und Dämpfen Mahnt an das zeitlose Ringen und Kämpfen Der Lebensschlacht. Ein einziger bebender Schimmer durchbricht Das Dunkel. Ist es ein Totenlicht? Ist es ein Grüßen der Erde hinauf Zu den Geschwistern im Sternenlauf? Oder ein Hoffen des Ewig-Blinden, Oben erlösende Wahrheit zu finden? Rings um die Seele ist Nacht, Drin ist ein Funken entfacht, Möchte die Finsternis siegreich zerstreuen, Über erloschenen Sternen die neuen, Schlackenbefreiten mit Macht entzünden Und ob der Seele zum Himmel ründen.

Bosshart, J., Gedichte

Das Leben ist ein Buch, in dem auf jedem Blatt Die Hoffnung einen Wunsch für uns geschrieben hat.

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Und kannst du auch den Sturm nicht brechen, So brich nur selbst nicht, und du siegst.

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Unglücksrabe So oft ich der alten Nachbarin In ihrem Shawltuch begegnet bin, Wenn die Sonne grade recht hell gestrahlt, Als bekäm sie's heute extra bezahlt – Dann zeigte die alte Nachbarin Mit der welken Hand nach dem Himmel hin Und kniff den Mund so besonders ein, Als biß sie in etwas Saures hinein, Und meinte: "Wenn's nur so bleibt!" So ist's mir im Leben mit Vielen ergangen, Die wußten mit Freude nichts anzufangen Und riefen in jeden Sonnenschein Ihr krächzendes "Wenn's nur so bleibt" hinein! Sie hätten am liebsten der ganzen Welt Das arme bißchen Lachen vergällt Und trauen noch in der Grabesruh Dem Herrgott den ewigen Frieden nicht zu Und meinen: "Wenn's nur so bleibt!"

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Das Leben ist ein Schiffswrack, aber wir sollten nicht vergessen, in den Rettungsbooten zu singen.

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Was dir auch begegnen mag im Leben, es soll dir, wenn nicht alles an die Spitze des Degens, doch nichts an den Griff kommen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Man kann ausschließlich – einschließlich – mit den Schattenseiten des Lebens zu tun haben, und doch drängt man sich zum Licht, wenn welches da ist. Wie ein kindlich scheues Blumenköpfchen zur Sonne sich wendet.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Des dummen Wanderns ist's auf Erden schon genug. Bewahre mich, mein Gott, mit Seelenwanderung.

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