Leben Sprüche – hoffnung

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Daß wir geschaffen sind, das Unfaßbare zu fassen und das Unerträgliche zu ertragen – das ist es, was unser Leben so schmerzvoll und was es zugleich so unerschöpflich reich macht.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Lieben, Hassen, Hoffen, Zagen, Alle Lust und alle Qual, Alles kann ein Herz ertragen, Einmal um das andere Mal. Aber weder Lust noch Schmerzen, Abgestorben auch der Pein, Das ist tödlich deinem Herzen, Und so darfst du mir nicht sein! Mußt dich aus dem Dunkel heben, Wär es auch um neue Qual, Leben mußt du, liebes Leben, Leben noch dies eine Mal!

Hofmannsthal, Ariadne auf Naxos, Libretto zur Oper von Richard Strauss, 1916. Lied des Harlekin

O versucht es nur, Blumen zwischen die öden Blätter des Lebens zu legen; fürchtet euch nicht, kindisch zu heißen bei zu klugen Köpfen; ihr werdet keine Reue empfinden, wenn ihr zurückblättert und auf die vergilbten Andenken trefft! —

Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse, 1857

Aber gerade wie nach dem Winter der Frühling kommt, so kam auch immer nach dem Geistestode der Menschen neues Leben, und das Heilige bleibt immer heilig, wenn es auch die Menschen nicht achten.

Hölderlin, F., Briefe. An seine Mutter

Über dem Haupt dir Segeln die Wolken, Tragen den schnellen Tötenden Blitz. Über dem Haupt dir Strahlen die Sterne, Winken dir traut In trauriger Nacht. Nieder zu dir hin Fahren die Blitze, Doch zu den Sternen Streben mußt du!

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Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort / mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen. Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen / auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug' ist dort / es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port: dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen. offt will der Muht / der Mast / zu tausend trümmern springen. Bald thun die Ruder-Knecht / die sinnen / keinen Zug. Bald kan ich keinen Wind in glaubens-Segel bringen. jetz hab ich / meine Uhr zu richten / keinen fug. Dann wollen mich die Wind auf andre zufahrt dringen, bring' an den Hafen mich / mein GOtt / es ist genug!

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Trotziges Leben Höhnisch Heulen Von herben Winden! Rauhe Schauer Rieseln durch Mark und Bein. Wirbelnde Blätter Von den Linden Schleifen in öden, Schlüpfrigen Schlamm hinein. Wolken weinen da droben; Pessimistische Zähren Spritzt mir der Sturm ins Gesicht – Leben voll Jammer und Schwären! Trotzig dich wehren! Kämpfend verklären! Lockenschüttelnd das Haupt erhoben, Seele voll Licht! Freude gebären! Modre, vermodre Du nur, du nur im Sumpfe nicht!

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Gebet Jahr um Jahr hab' ich gerungen Und erlitten Schmerz um Schmerz; Aber stark und unbezwungen Hielt sich mein gequältes Herz. Wie sich auch die Wolken ballten, Wie das Leben sich verschwor – Mit stets reinerem Entfalten Schwang sich still mein Geist empor. Treu erglühend für das Echte, Hab' ich fast das Ziel erreicht; Blickt mich an, ihr ew'gen Mächte: Dieser Scheitel ist gebleicht. Und die Flamme meines Lebens Neigt sich mählich zum Verglüh'n – Gönnt mir noch den Rest des Strebens, Gönnt mir noch ein letztes Müh'n. Laßt mich noch getrost vollenden, Was ich ernst und fest begann, Und auf sanften Götterhänden Traget mich von hinnen dann! – Also fleh' ich, von den Schwingen Der Erfüllung leis umweht – Und doch fürchtend, daß mein Ringen Im Verhängnis untergeht!

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Man kann den Frühling im Jahre nicht festhalten, aber man kann jung bleiben in der Seele bis an sein Ende, wenn man die Liebe lebendig erhält in seinem Herzen für die Menschen, die der Liebe würdig sind, und das Auge offen behält für das Schöne, Große, Gute und Wahre.

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»Manches können wir nicht verstehn.« Lebt nur fort, es wird schon gehn.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 2

Hilf, daß keiner meiner Tage meinem Richter einmal sage, er sei ganz von mir entweiht.

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Was uns das Leben verspricht, das wollen wir – dem Leben halten!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Dritter Teil, 1884. Von alten und neuen Tafeln

Die Illusion Was ist die Freude, das Glück, das Leben ohne den Traum von Hoffnung und von Ruhm! Eine Straße, endlos, öd, uneben: immer müder wird dein Pilgertum. Gieb mir Melodieen – oh, nur eine: wiege das Herz in Träume, wenn es schreit! und dir wachsen ewige Marmorsteine aus der Asche der Vergangenheit. Hoffnung! Ruhm! was soll ich mich beklagen; ein Diadem zieht strahlend vor mir her. Was tut’s, ein Leben wie ein Bettler tragen, wenn man stirbt wie Pindar und Homer!

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Ist auch mein Licht nicht ausgeglommen, Schön war das mir vergönnte Stück. Wie ich's aus Gottes Hand bekommen, Glüh ich es ihm zurück. Ich habe tief gewußt hienieden Was groß und schön war, tat und sann. Ich scheide von der Welt in Frieden Und muß nicht fragen wann. Ich sah den Glanz der Werde-Tage Und fühlte Segnung wo ich litt. Ich liebte, ward geliebt und trage Die holden Bilder mit.

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Schwalben Eine tote Schwalbe Liegt auf meinem Pfad. Allzu spät dem Nest entronnen Hat sie nicht die Kraft gewonnen, Mit den andern fortzufliegen Nach den schönen bessern Sonnen, Und blieb liegen, Als der Frost genaht. Arme tote Schwalbe, Viele sind wie du, Denen allzu spät das Leben Allzu karg Erfolg gegeben, Ach, und müssen dann erliegen, Während andre weiterfliegen Ihren Siegen, Ihren Sonnen zu …

de Nora, Gedichte. Hochsommer. Neue Gedichte, 1912

Denn ein Gott hat Jedem seine Bahn Vorgezeichnet, Die der Glückliche Rasch zum freudigen Ziele rennt; Wem aber Unglück Das Herz zusammenzog, Er sträubt vergebens Sich gegen die Schranken Des ehernen Fadens, Den die doch bittre Schere Nur einmal löst.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Vermischte Gedichte. Aus: Harzreise im Winter

Lerne hoffen, ohne zu hoffen! Leider ein allzu schweres Stück; Wer's könnte, der hätte das Ziel getroffen: Glücklich zu sein auch ohne Glück. Dennoch ist's wahr und guter Rat, Wird er auch niemals ganz zur Tat. Leben ist Schuld, Da will's Geduld; Im Genuß entsagen, Leidend nicht klagen, Verzichtend wagen, Dem Schein nicht trauen, Doch freudig schauen, Schaffen und bauen! Versuch es, und kann es nicht ganz gelingen: Soviel du vermagst, es doch zu zwingen, Soviel ragst du aus Zeit und Schein Empor, in die Ewigkeit hinein.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

O Gott, gib, daß ich diesen Tag so lebe, daß ich wert bin, ihn zu leben.

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Motto Wie ward ich oft gebrochen, brach mich selbst, und dennoch leb ich, unverwüstlich stark; was alles liegt in mir geknickt, verdorrt, doch unaufhaltsam wächst es drüber hin.

Morgenstern, C., Gedichte. Ich und die Welt, 1898

Der Kranz des Lebens will auch dunkle Blätter haben. Dies bedenke, wenn die trüben Tage kommen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Gott ist, wo Leben gewollt wird.

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