Leben Sprüche – hoffnung

204 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Leben hoffnung

Täuscht das Leben dich, verzage, Zürne nicht, so weh es tut! Faß am Trauertage Mut: Glaub, es kommen Freudentage. Zukunft unser Herz erfüllt, Leid nimmt Gegenwart gefangen: Alles ist so rasch vergangen; Was vergangen ist, wird mild.

Internet

Königslied Darfst das Leben mit Würde ertragen, nur die Kleinlichen macht es klein; Bettler können dir Bruder sagen, und du kannst doch ein König sein. Ob dir der Stirne göttliches Schweigen auch kein rotgoldener Reif unterbrach, - Kinder werden sich vor dir neigen, selige Schwärmer staunen dir nach. Tage weben aus leuchtender Sonne dir deinen Purpur und Hermelin, und, in den Händen Wehmut und Wonne, liegen die Nächte vor dir auf den Knien ...

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Traumgekrönt, 1896

Trost Bald denke ich, welch böse Zeit, das Ende wahrlich ist nicht weit; Bald denke ich: Laß es geschehn, ist es genug, wird's besser gehn. Doch mach ich einen frohen Gang, tönt wie ein Lied der Vögel Sang, vernehm ich in mir eine Stimm': »Getrost, es ist ja nicht so schlimm!«

Hebel, J. P., Gedichte

Sie sähn es gern, ich würde kirre Sie sähn es gern, ich würde kirre und beugete mich niederwärts; sie machten gern mein tapferes Herz in seinem stolzen Glauben irre. Sie sagten mir: Es ist vergebens, du änderst nicht den Lauf der Welt; Knecht bleibt sie doch! Und dir vergällt hast du den Sommer deines Lebens. Wohl, sei es so! Sich fügen lerne, wem Fügsamkeit genügen kann, auch Demut schmücket ihren Mann: Ich aber folge meinem Sterne! Da hilft kein Rat, da ist kein Wählen, Ich kann nicht anders, wollt' ich auch: Die Freiheit ist mein Lebenshauch, sie ist die Seele meiner Seelen! So laßt mich meine Bahn vollenden, wie sie auch sei, mein Ziel ist mein; ja, sollt' es auch ein Irrweg sein, ich will ihn doch mit Ehren enden.

Internet

Und die Menschen sind ja gut Lassen uns nicht sterben, Pflegen uns in treuer Hut, Daß wir nicht verderben. Lieber Frühling, schweige still – Ist nicht viel dahinter, Wer von Herzen blühen will, Blüht auch noch im Winter!

Internet

Freilich ist es nicht viel wert, das Leben; wir ertragen es nur kraft eines fast unüberwindlichen Triebs, den die Natur uns mitgegeben hat. Sie hat diesem Triebe aus dem Untergrund der Pandorabüchse noch die Hoffnung hinzugefügt.

Voltaire, Kleine philosophische Aufsätze. Vom Wert des Lebens und vom Tod. Aus Briefen an Frau du Deffand

Grauer Himmel Grauer Himmel, trübe Tage, Keine Lust und keine Plage, Weder Sturm noch Sonnenglanz, Grauer Stunden dunkler Kranz. Wie ein Schiff auf stillem Meer Todt und traurig treibt umher, Wie ein Mühlrad ohne Bach Still verharr' ich Tag auf Tag. Manchmal muß es doch gewittern! Manchmal muß das Herz erzittern! Muß in Leid und Freud erheben! Wie so öd' ist sonst das Leben!

Internet

Still! Tiefstiller dunkler Schlaf sinkt über meinen Tag, daß ich nichts hoffen mehr, nichts fürchten mag! Das ganze Leben ... ich entsinne mich kaum, war es froh, war es traurig?! Alles wird Traum ... Es ist eine Wiege, von heimlicher Hand leise geschaukelt an Grabesrand! Still! ... Still!

Flaischlen, Gedichte. Gesammelte Dichtungen, Bd. 2: Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens, Stuttgart 1921

Denn du glaubst nicht, wie viel Tage und wie viel Stunden selbst an erträglichen Tagen – überstanden werden müssen…

Nietzsche, F., Briefe. An Erwin Rohde, 24. März 1881

Mir summt im Herzen ein leises Lied Mir summt im Herzen ein leises Lied, Ich wag es nicht zu beginnen, Es ist zu traurig – Und ein Gedanke mich durchzieht, Ich wag' nicht ihm nachzusinnen, Er ist zu schaurig. Eine plötzliche Ahnung jedoch, Die möchte ich wissen: Ich werde beides noch Erleben müssen!

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878

Wie sorglich blickt das Aug' umher! Wie freut man sich, wenn der und der, Noch nicht versunken oder matt, Den Kopf vergnügt heroben hat.

Busch, Bildergeschichten. Maler Klecksel, 1884

Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint Und Bilder bessrer Zeit um unsere Seelen schweben Und mit uns noch ein treues Auge weint.

Hölderlin, F., Gedichte. Aus: An Neuffer, im März 1794

Nach jeder großen abgenommenen Sorge will ja das erschöpfte Herz sich wieder füllen und stärken und wie in eine große Lücke und Leere stürzt das Leben dann nur mit so ungefesselterer Gewalt.

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851

Unglaublich, wie erträgt ein Herz, Was schon zu denken unerträglich! Hinhalten Hoffnungen den Schmerz, Ihn brechend, den sie steigern täglich. Man hofft und hofft, bis hoffnungslos Geworden das geliebte Leben, Dann gibt man auf die Hoffnung blos, Das Leben war schon aufgegeben.

Rückert, Gedichte. Kindertotenlieder, entstanden 1833-1834

[Es] wird den Menschen Bahn gemacht zu leben; Die Hülfe giebt das Leben nie, nur Mittel Dazu, denn leben muß ein Jeder selbst.

Schefer, Hausreden, 1855. Aus: Denen Deine Liebe – Allen hülfe. Originaltext

Für ewig aus dunkler Tiefe Sprudelt der Lebensquell.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909. Aus: Immerhin

Freunde! Es gibt glücklichere Zonen Als das Land, worin wir leidlich wohnen, Wie der weitgereiste Wandrer spricht. Aber hatNaturuns viel entzogen, War dieKunstuns freundlich doch gewogen, Unser Herz erwarmt anihremLicht. Will der Lorbeer hier sich nicht gewöhnen, Wird die Myrte unsers Winters Raub, Grünet doch, die Schläfe zu bekrönen, Uns der Rebe muntres Laub.

Schiller, F., Gedichte. Aus: An die Freunde, 1802

7. Sonnengluthen, Abendschatten Wechselten im alten Gleise, Und auch dir, dem Qualenmatten, Tönt ins Ohr die gleiche Weise: Ging das Gestern, kommt das heute Und am Ende auch das Morgen, Doch in alle drei als Beute Theilen gierig sich die Sorgen. Sonnengluthen, Abendschatten Können nicht von selber enden, Aber dir, den Lebenssatten, Ist's vergönnt, sein Loos zu wenden. Nicht umsonst sei dir gegeben, Was Natur den andern schuldig: Drum so ende du dein Leben, Oder trag es still geduldig!

Holz, Gedichte. Buch der Zeit, Erstdruck 1886. Der Text hier folgt der zweiten, erweiterten Ausgabe 1892. Originaltext. Tagebuchblätter

Stimmungen Machtlos, ein Grashalm, blick ich manchmal gen oben Zu den Höhen der Menschheit und suche vergebens Klarheit in dem ewigen Brausen und Toben Und den unbegreiflichen Kämpfen des Lebens. Neben mir raschelt der Tod, der lauernd und kalt Unter vermoderten Blättern grinst. – – Meiner Wünsche flehendes Lied verhallt Im Nebelgespinst. Manchmal steh ich, ein Eichbaum, über der Erden, Blicke hinab auf die tausenden Ärmlichkeiten, Folge lächelnd dem endlosen Schwinden und Werden Und der winzigen Menschheit kleinlichem Streiten. Und dann ist mir, als ob ein kraftvoller Tau Morgenkühl meine Adern durchdringt. – – Meine Hoffnung steigt froh ins Wolkenblau, Wo die Lerche singt.

Ringelnatz, J., Gedichte. 1910

Hoffnung und Furcht ist die Lebenskraft, die unser Herz in Bewegung erhält und in jedem Moment der Leidenschaft sollten wir schon auf diese Abwechslung rechnen.

Tieck, Geschichte des Herrn William Lovell. An Rosa, 1795/96 (anonym), hier in der Fassung von 1828. Mortimer an Eduard Burton

Die Einsamkeit wird die Abneigung gegen die Menge heilen, die Menge aber den Überdruss an Einsamkeit.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 17. Kapitel. Übers. Internet Originaltext: Odium turbae sanabit solitudo, taedium solitudinis turba