Leben Sprüche – hoffnung

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Nachtgalle Weil meine beiden Beine Erfolglos müde sind Und weil ich gerade einsam bin, Wie ein hausierendes Streichholzkind, Setz ich mich in die Anlagen hin Und weine. Nun hab ich lange geweint. Es wird schon Nacht; und mir scheint, Der liebe Gott sei beschäftigt. Und das Leben ist - - alles, was es nur gibt: Wahn, Krautsalat, Kampf oder Seife. Ich erhebe mich leidlich gekräftigt. Ich weiß eine Zeitungsfrau, die mich liebt. Und ich pfeife. Ein querendes Auto tutet. – Nicht Gold noch Stein waren echt An dem Ring, den ich gestern gefunden. – Die nächtliche Straße blutet Aus tausend Wunden. Und das ist so recht.

Ringelnatz, J., Gedichte. Turngedichte, 1923

Es kribbelt und wibbelt weiter Die Flut steigt bis an den Ararat, Und es hilft keine Rettungsleiter, Da bringt die Taube Zweig und Blatt – Und es kribbelt und wibbelt weiter. Es sicheln und mähen von Ost nach West Die apokalyptischen Reiter, Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest, Es kribbelt und wibbelt weiter. Ein Gott wird gekreuzigt auf Golgatha, Es brennen Millionen Scheiter, Märtyrer hier und Hexen da, Doch es kribbelt und wibbelt weiter. So banne dein Ich in dich zurück Und ergib dich und sei heiter, Was liegt an dir und deinem Glück? Es kribbelt und wibbelt weiter.

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Das Ständchen Was wecken aus dem Schlummer mich Für süße Klänge doch? O Mutter, sieh! Wer mag es sein In später Stunde noch? "Ich höre michts, ich sehe nichts, O schlummre fort so lind! Man bringt dir keine Ständchen jetzt, Du armes, krankes Kind!" Es ist nicht irdische Musik, Was mich so freudig macht; Mich rufen Engel mit Gesang, O Mutter, gute Nacht!

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Unser Leben ist wie der Lauf der Sonne. Im dunkelsten Augenblick wartet schon das Tageslicht.

The Times, auch: The London Times oder The Times of London, seit 1785. Weihnachten 1984

Was hier der Mensch, die Völker leiden, Verschuldet ist es oft, und Prüfung wird's, Doch steht ein Ziel. Die letzte schönste Kraft, Die lange schlummert, unerkannt und still, Im innersten des Lebens - sie erwacht, Sie wird sich inne, wenn das Feindliche Sich nah' und näher drängt; dann wird die Glut, Die uns Verbrechen schien, ein mildes Licht, Ein Morgenrot, es blüht im neuen Leben, Besonnen, hell und reif in schönster Kraft Aus der Bedrängnis göttergleich empor. Die Prüfung weicht, und in versöhnter Lieb, Tritt aus dem Kampf das Feindliche zurück.

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Menschenleben, wunderbar! In jeder Ecke lauert ein anderes Ungemach, und in jedem Winkel steht ein freundlicher Engel.

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Ich bin Gottes Soldat, und wo er mich hinschickt, da muß ich gehn, und ich glaube, daß er mich schickt und mein Leben zuschnitzt, wie Er es braucht.

Bismarck, O., Briefe. An seine Frau, am 3. Mai 1851

Letztes Gedicht Wenn quälend mich die Angst beschleicht, Mein Teuerstes auf Erden, Mein Liebstes könnte mir vielleicht Einst noch entrissen werden; Dann tröstet der Gedanke mich: »Weshalb davor erbeben? Dies große Leid vermöchte ich Ja nicht zu überleben.« Die Hoffnung, die sich in dir regt, Bevor du ihrer dich entschlagen, Daß keinem werde auferlegt So viel als er kann tragen. Wie groß das Leid, wie tief die Not, Du wirst dich d'rein ergeben, Und was dir bitt'rer als der Tod, Du wirst es überleben.

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Wer lebt in dulci jubilo (in süßem Jubel), der stirbt nicht in adagio (ruhevoll).

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O selig, die da leben, nicht nur sind!

Schmidt/Lautsch (Hg.), Klamer Eberhard Karl Schmidt's Leben und auserlesene Werke hg. von dessen Sohne Wilhelm Werner Johann Schmidt und Schwiegersohne Friedrich Lautsch, 3 Bde., 1826-1828. Aus: An Wise

Die beiden großen Mächte, die uns zwingen, unser Dasein auch unter widrigen Umständen fortzusetzen, sind die Hoffnung und die Neugierde.

Friedell, Die Reise mit der Zeitmaschine (späterer Buchtitel: Die Rückkehr der Zeitmaschine), 1936

Wohl dem, der das Treppengeländer des Lebens herunterrutscht, ohne auf abstehende Holzsplitter zu treffen.

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Verzage nicht, wenn das Leben stürmt. Aus dem Verworrenen geht Schönheit und Ordnung hervor.

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Wer durchs Leben Sich frisch will schlagen, muß zu Schutz und Trutz Gerüstet sein.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 3. Akt, 1. Szene, Tell

Sei vernünftig und spare deine Kräfte; das Leben ist lang, und oft ist es mühselig, und die Wege sind nicht immer eben. Aber ein festes Herz hilft ans Ziel.

Heyse, Judith Stern. Novelle, 1875

Und auf einmal steht es neben dir Und auf einmal merkst du äußerlich: Wieviel Kummer zu dir kam, Wieviel Freundschaft leise von dir wich, Alles Lachen von dir nahm. Fragst verwundert in die Tage. Doch die Tage hallen leer. Dann verkümmert deine Klage ... Du fragst niemanden mehr. Lernst es endlich, dich zu fügen, Von den Sorgen gezähmt. Willst dich selber nicht belügen Und erstickst es, was dich grämt. Sinnlos, arm erscheint das Leben dir, Längst zu lang ausgedehnt. - - Und auf einmal - -: Steht es neben dir, An dich angelehnt - - Was? Das, was du so lang ersehnt.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gedichte dreier Jahre, 1932

Lied Oft, wenn wir lang im Dunkel schweifen Durch eine tiefverhüllte Nacht, Dann werden uns die Purpurstreifen Aurorens plötzlich angefacht. Verzweifle keiner an den Wegen, Die das Verhängnis mächtig geht, Sie bringen uns dem Glück entgegen, Das wunderbar am Ziele steht. Und hat dich Mißgeschick betroffen, Und hat dich mancher Schmerz verletzt, Hör dennoch nimmer auf zu hoffen, Und die Erfüllung naht zuletzt. Es quälen uns so manche Plagen, Eh' uns der Götter Gunst beglückt, Wir müssen manche Dornen tragen, Eh' uns der Kranz der Freude schmückt. So wechselt's in den ird'schen Dingen, Das ist der Fluch der flücht'gen Zeit, Und will ich morgen fröhlich singen, So muß ich kläglich weinen heut. Zwar kommt Erhörung oft geschritten Mit ihrer himmlischen Gewalt, Doch dann erst hört sie unsre Bitten, Wenn unsre Bitten lang verhallt.

Platen, Gedichte

Das Leben besteht im wesentlichen aus Glauben und Geduld. Wer diese besitzt, kommt zu einem herrlichen Ziel.

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So ist des Menschen Treiben: heute sprießen Der Hoffnung zarte Knospen, morgen blüh'n sie Und kleiden ihn in dichten Blumenschmuck, Und übermorgen, tötlich, kommt der Frost, Und wenn er wähnt, der gute sichre Mann, Die Größe reife, – nagt ihm der die Wurzel Und fällt ihn.

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Von meinem Erdenleben Soll nichts mehr bleiben als ein Jubelton, Der im Sonnengold verschwimmt Und dessen Widerhall Die Herzen der Erdenpilger Zu Dank und Andacht stimmt!

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Das Leben in der Fremde lehrt Genügsamkeit. Ein Stück Brot und eine Streu sind hochwillkommene Mittel gegen Hunger und Ermattung.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 247.