Leben Sprüche – liebe

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Und die Menschen sind ja gut Lassen uns nicht sterben, Pflegen uns in treuer Hut, Daß wir nicht verderben. Lieber Frühling, schweige still – Ist nicht viel dahinter, Wer von Herzen blühen will, Blüht auch noch im Winter!

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Leben heißt, das Leben fühlen, heißt starke Eindrücke empfangen.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Wir leben in dieser Welt, solange wir sie lieben.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [277]

Mit dem ›Du‹ im Herzen darf man schweigen, Um so tiefer dann sein Innres zeigen, Wenn die Stunde kommt, da ganz allein Leben sich dem Leben drängt zu weihn… Und es ist ein still beständig Wissen, Und es ist ein ruhiges Vertrauen: Unser Freundeskranz wird unzerrissen Schweben in Maienlüften wie in rauhen Sturmesnächten schlimmeren Geschicks… Nein, es ist kein Rausch des Augenblicks, Wie ihn rasches Jugendblut verdampft, Keine Traumsaat, die der Tag zerstampft – Wir belauschen unser altes Spiel Und gedenken und besinnen viel…

Henckell, Gedichte, 1898. Im Weitergehn, 1911

Ach Lust und Leid! Was ist die Lust Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust? Ein Pilger, der, verirrt und matt, Uns nachts um Kost und Lager fleht, Und morgens, frisch gestärkt und satt, Ein Undankbarer von uns geht. Nicht so die großgesäugte Pein: Die fromme Schwalbe flattert heute Nach Nahrung auf die Flur hinaus, Und kehrt mit der errung'nen Beute Noch heute in ihr altes Haus: So läßt, auf kurze Zeit, der Schmerz, Sein warmes Nest, das Menschenherz, Und kehrt mit der erjagten Nahrung, Mit Haß und bitterer Erfahrung, Ins alte traute Kämmerlein.

Beck, Nächte. Gepanzerte Lieder, 1838. Drei und funfzigste Nacht

Man muß die Nähe des Todes empfunden haben, [...] um zu wissen, wie schön das Leben ist.

Dumas, Der Graf von Monte Christo (Le Comte de Monte-Cristo), 1844-46

Wenn alles vor mir und hinter mir versinkt – die Vergangenheit im traurigen Einerlei wie ein Reich der Versteinerung hinter mir liegt – wenn die Zukunft mir nichts bietet – wenn ich meines Daseins ganzen Kreis im schmalen Raume der Gegenwart beschlossen sehe – wer verargt es mir, daß ich dies magre Geschenk der Zeit – den Augenblick – feurig und unersättlich wie einen Freund, den ich zum letzten Male sehe, in meine Arme schließe?

Schiller, Der Geisterseher. Aus den Papieren des Grafen von O**, 1787-1789. Zweites Buch. Baron von F*** and den Grafen von O**. Vierter Brief, 12. Junius

Um Menschen in Stimmung zu bringen, muss man es verstehen, die rechten Saiten aufzuziehen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Selbstquälerei Ich hasse mich! es ist ein ekles Ding Des Menschen Herz, so kindischschwach, so stolz, So freundlich, wie Tobias Hündlein ist, Und doch so hämisch wieder! weg! ich hasse mich! So schwärmerisch, wenn es des Dichters Flamme wärmt, Und ha! wenn sich ein freundeloser Junge An unsre Seite schmiegt, so stolz, so kalt! So fromm, wenn uns des Lebens Sturm Den Nacken beugt, ...

Hölderlin, F., Gedichte. Fragment. Entstand wahrscheinlich 1789, Erstdruck 1894

Es gibt Lebensumstände, wo es einem beständig ist, als hätte man zu dünne Kleider an, als fahre einem der Wind über die Haut, als friere man. […] Und Häuser gibt es, wo es ist, als wäre da nie ein warmer Ofen, in denen die rechte, trauliche Behaglichkeit nie gesehen wird, keine fröhliche Freundlichkeit aufblüht weder Sommer noch Winter.

Gotthelf, Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht, 2 Bde., 1843/44

O Leben! Ich zog dir so jubelnd entgegen, In sonniger Morgenfrüh Und griff nach den Blüten, Die du mir gegeben, Am Herzen sie traulich zu heben, Und führt' sie zum Munde Und küsste sie. Wie Nesseln nur stachen sie. O Leben! Nun brennen die Lippen Mir wund und zerrissen, So kehr' ich ein müder Pilger heim. – Heim? Wohin? O, sag, Leben, Wo denn bin ich daheim? O Leben!

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905

Man könnte das Leben ordentlich wieder liebhaben, wie sein Kind, wenn man sich's selbst gegeben.

Büchner, Dantons Tod, 1835. Dritter Akt. Laflotte

In der Dämmerung So schling', mein Geliebter, den Arm um mich, Erzähle, erzähl' mir vom Leben! Von seiner schimmernden Sternenpracht, Von wildfrohen Stürmen der Wetternacht, Wie mit ihm du, mein Starker, gerungen, Und wie du's bezwungen. Im Winkel ja hockte in Träumen ich, So fern, ach so ferne dem Leben. Und glitten vorüber der Jahre viel – Es brachte mir keines ein wunschheisses Ziel. Die Blitze, die draussen entflammet sind, Begrüssten durchs Fenster ein weltfremdes Kind. Erzähle, erzähl' mir vom Leben!

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905

Nichts aber ist liebenswerter und bereichernder als die Ähnlichkeit einer guten Lebensart.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nihil autem est amabilius nec copulatius, quam morum similitudo bonorum

Die Einsamkeit wird die Abneigung gegen die Menge heilen, die Menge aber den Überdruss an Einsamkeit.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 17. Kapitel. Übers. Internet Originaltext: Odium turbae sanabit solitudo, taedium solitudinis turba

Ruhm und Zuneigung – sie sind die stärkste Hilfe für ein Leben ohne Furcht.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Laudem et caritatem, quae sunt vitae sine metu degendae praesidia firmissima

Fronleichnam Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen, Durchwogt die Straßen festliches Gepränge Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen. So hab auch ich der Träume bunte Menge, Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen: Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen, Und leis verweht der Wind die leisen Klänge. Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden, Und leer und öde liegt die Straße wieder; Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden, Da du ersehnest die verschmähten Lieder: Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen, Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse, hier 1890

Es ist möglich, dass zwei Menschen ein ganzes Leben nebeneinander zubringen, ohne sich auch nur einmal in Wahrheit zu berühren.

Dix, Aphorismen und Sinnsprüche, 1900

Wir studieren das Leben an jenen, die wir lieben.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

Im Leben findet man viel mehr Kitsch als in der Kunst.

Engel, Herr Adam und Frau Eva, 1920

Besser einsam durch den Sommer, als zu zweien durch die Winterkälte wandern.

Steinmüller, Die Rhapsodien des Lebens, o.J. (um 1920)