Leben Sprüche – philosophisch

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Das sind die Stufen der Erkenntnis: das Leben ein Zweck, das Leben ein Leid, das Leben ein Traum, das Leben ein Ulk, das Leben ein Spiel, das Leben ein Gottesdienst!

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Warum bin ich verdammt, die Harmonie eines Kharakters zu kennen, und jeden Miston zu fühlen, wenn mein Leben ein Gemisch von Tönen ist, die am Marke der Gebeine krazen? Verflucht sey der Adlerblick in sein Innres, wo man immer etwas sieht, was man lieber nicht gesehn hätte!

Leisewitz, Selbstgespräch eines starken Geistes in der Nacht. Dramatisches Fragment, 1776. Originaltext

Leben ist weder ein Traum, noch Traum ein Leben; denn Traum und Leben, und Leben und Traum sind nur die Pole des Seins.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Wir leiden unter dem Leben, weil wir nicht mit ihm fertig werden können. So ist eine ewige Unruhe in uns, ein verzehrendes Feuer, das Verlangen nach einem ganz anderen, neuen Menschensein.

Wille (Hg.), Lebensweisheit. Eine Deutung unseres Daseins in Aussprüchen führender Geister, von Bruno Wille, 1913

Ich sehe diese entsetzlichen Weiten des Weltalls, die mich einschließen, und ich finde mich an einem Winkel dieses gewaltigen Raums gefesselt, ohne daß ich weiß, warum ich an diesem Ort und nicht vielmehr an einen anderen gestellt bin und warum die kurze Frist, die mir zu leben gegeben ist; mir gerade zu diesem Zeitpunkt und nicht vielmehr zu einem anderen der ganzen Ewigkeit, die auf mich folgt, bestimmt ist. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen, der nur einen unwiederbringlichen Augenblick lang dauert.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum)

Wie eine Insel erhebt sich aus unzugänglichen Tiefen der kleine Umkreis des bewußten Lebens.

Dilthey, Von deutscher Dichtung und Musik. Aus den Studien zur Geschichte des deutschen Geistes. Das musikalische Verstehen, hg. von H. Nohl und G. Misch, Leipzig 1932

Genieße dein Sein mehr als deine Art zu sein, und der liebste Gegenstand deines Bewußtseins sei dieses Bewußtsein selber!

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Des Quintus Fixlein Leben bis auf unsere Zeiten. Letztes Kapitel

Die Wirklichkeit des Lebens besteht nicht aus Gefühl, sondern aus Aktivität.

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Ich leide nicht, meine Freunde, aber ich fühle eine gewisse Schwierigkeit, zu existieren.

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Leben, was bist du, denn ein Heimverlangen. Seele, was bist du, denn ein Senker zur Nacht. Gut und Blut, was seid ihr, denn trübere Schemen. Abends, wann der Regen fällt.

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Doch selbst, wenn alles … nur Traum und Utopiawäre, unser Lied ist und wirsind. … Ein Leben und Buch voll Wahrheit, Irrtum und Widerspruch, voll Sehnsucht, Glauben, Verzweiflung, Erfüllung, Verzicht und Erlösung, voll Hohnlachen, Groll und Empörung, voll Sonne, Gewitter, Freude und Elend, Klage, Jammer und Jubelschall, voll Quellenrauschen und Gipfelhauch, voll Stille und Sturm, Ruhe und Reigentanz der unergründlichen Seele.

Henckell, Buch des Lebens, 1921. Vorrede

Das Leben ist kein Geschäft, das Dasein ist eine geistige Gegebenheit.

Nötzel (Hg.), Östliche Weisheit, gesammelt und übersetzt von Karl Nötzel, 1954 (EA: 1946)

Aufatmen läßt uns das Lebendige nie. Ja, jene höchsten Momente unserer Existenz, in denen eine ungeheure Freude, ein leidenschaftliches Glück, ein tiefstes Ungestüm unserer Seele uns in aller Nähe zugleich die wundervolle Spiegelung der Ferne, im Gröbsten ewige Gestalt umfangen läßt, sind doch nicht mehr als karge Durchblicke in die wahre Welt statt der wirklichen, die geahnte und still gewußte, statt der handgreiflichen, die klare statt der verworrnen.

Borchardt, Reden. Rede über Hofmannsthal, öffentlich gehalten am 8. September 1902 zu Göttingen. Instaurando Restaurat. Originaltext

Wir leben zugleich in einer doppelten Atmosphäre, in einer sinnlichen und in einer übersinnlichen.

Herwegh, Gedichte und kritische Aufsätze aus den Jahren 1839 und 1840, 1845. Literatur und Volk

Das Leben ist ein Irrtum! Ich denke ihn weg!

Busch, Eduards Traum, 1891

Welche Rolle wir aber selbst spielen wollen, ist abhängig von unserem Willen.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Ipsi autem gerere quam personam velimus, a nostra voluntate proficiscitur

Als lebte man vor den Augen aller, muss man sicherlich leben und auf solche Weise denken, als könnte jemand ins Innerste unserer Brust sehen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 83. Brief. Übers. Internet Originaltext: Sic certe vivendum est tamquam in conspectu vivamus, sic cogitandum tamquam aliquis in pectus intimum introspicere possit.

Was aber ist die Komödie anderes als ein Spiegel des privaten Lebens?

Melanchthon, Encomion eloquentiae, 1523. Übers. Internet Originaltext: Quid comoedia nisi privatae vitae speculum?

Die Hauptsache in einer Biographie ist, daß man bei der Wahrheit bleibt, und bei einer Autobiographie ist das ganz besonders wichtig.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. IV: Peter Pendulum. Übers. A. von Bosse

Das Leben ist ein moralisches Prinzip.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. 567, Bruchstücke Philosophischer Enzyklopädistik

Leben ist Naturfreiheit – sinnliche Freiheit.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. 511, Bruchstücke Philosophischer Enzyklopädistik