Leben Sprüche – philosophisch
261 Sprüche gefunden
Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.
In allen Fällen des Lebens gilt: Wer tut es? Und wie geschieht es?
Warum wollen Sie irgendeine Beunruhigung, irgendein Weh, irgendeine Schwermut von Ihrem Leben ausschließen, da Sie doch nicht wissen, was diese Zustände an Ihnen arbeiten?
Ist denn nicht unser ganzes Dasein meistens ein Kopf-weg-Stecken vor dem Unvermeidlichen, vor dem armseligen Verdruß der nächsten Viertelstunde wie vor dem furchtbaren Jäger, dem Tode, der, gleichfalls in eine Staubwolke gehüllt, am Horizont der Wüste erscheint und hinter und über uns ist, während wir noch einen Spaß über ihn machen oder ihn in das Netz eines Dogmas oder eines philosophischen Systems verwickelt haben?
Sie glauben gar nicht, welch ein elender Abklatsch schlechter Romane das Leben ist.
Ist das ganze Dasein ein ewiges Trennen und Verbinden, so folgt auch, daß die Menschen im Betrachten des ungeheuren Zustandes auch bald trennen, bald verbinden werden.
Es ist höchste Zeit, daß der Mensch endlich seinen Wert erkenne. In der Tat, was soll das, ist er denn irgendein ungesetzlich geborenes Wesen? Geziemt es ihm, sich zu verstecken und nach allen Seiten umzusehen? Nein, ich will meinen Kopf kühn und gehoben tragen. Das Leben ist mir nicht deshalb gegeben, damit ich es zur Schau trage, sondern, damit ich es lebe. Ich bin mir der Pflicht bewußt, daß ich die Wahrheit zu reden habe, die volle Wahrheit auf allen Wegen. Nicht um die Meinung, die die Leute über mich haben, habe ich mich zu kümmern, sondern um meine wahre Bestimmung.
Es hat Weltweise gegeben, welche das Leben für eine Strafe hielten, aber den Tod für eine Strafe zu halten, das konnte ohne Offenbarung in keines Menschen Gedanken kommen, der nur seine Vernunft brauchte.
Da das Geistige wie das Materielle wandelbar ist und der Wechsel der Zeiten die Formen, welche das Gewand des äußeren wie des geistigen Lebens bilden, unaufhörlich mit sich rafft, ist das Thema der Geschichte überhaupt, daß sie die zwei in sich identischen Grundrichtungen zeige und davon ausgehe, wie erstlich alles Geistige, auf welchem Gebiete es auch wahrgenommen werde, eine geschichtliche Seite habe, an welcher es als Wandlung, als Bedingtes, als vorübergehendes Moment erscheint, das in ein großes, für uns unermeßliches Ganzes aufgenommen ist, und wie zweitens alles Geschehen eine geistige Seite habe, von welcher aus es an der Unvergänglichkeit teilnimmt.
Das Wesen des Lebens ist nicht im Körper, sondern im Bewußtsein.
Wer noch nicht seine eigene Existenz angezweifelt hat, wird nie etwas von ihr wissen.
Wir begnügen uns nicht mit dem Leben, das wir aus unserem eigenen Sein haben; wir wollen in der Vorstellung der anderen ein imaginäres Leben führen, und darum strengen wir uns an, in Erscheinung zu treten.
Vielleicht ist Leben Tod und Tod Leben, und essen und trinken nur ein Selbstbetrug der Sinne. Denn was ist anderes der Tod als ein ewiger Schlaf, und ist das Leben nicht alles ein Essen und Trinken?
Es geht aber um den inneren Menschen, um den Europäer, nicht um die niedrigste Funktion eines Menschen, nämlich sein Leben zu erhalten oder es in äußeren Umständen prosperierend zu gestalten.
Das Dasein ist nur erträglich, wenn man seine elende Persönlichkeit vergißt.
Nichts ist vernünftiger als der Wille, zu leben.
Existieren ist zwar eine Unvollkommenheit im Vergleich mit dem ewigen Leben der Idee, aber eine Vollkommenheit dem gegenüber, gar nicht zu sein.
Streiflichter und Schlagschatten Schlaffheit, Stumpfsinn überall, Langeweile, Unbehagen, Unter hohler Floskeln Schwall Schlechtverhehltes Selbstverzagen, Toller Luxus, Schwindelei, Statt Genuß – Betäubung, Leere, Der Verarmung Riesenschrei Bei des geist'gen Druckes Schwere; Knechtsinn und Prostitution, Schmutz und übertünchter Firnis, Dogmenstreit für Religion Und für Recht – Ukasen-Wirrnis, Mechanismus statt Genie, Und kein Fünkchen Poesie.
Das Vorrecht der Fische, wie der Ratten und Wölfe ist es, nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zu leben, das der Menschheit, nach denen des Rechtes zu leben.
Was ist nun also das Leben, oder besser: Ist das überhaupt ein Leben, wenn man sich daraus die Lust wegdenkt?
Wäre das Leben das, für was es gilt, wie könnte man sterben; wäre es der Tod, wie könnte man leben?