Leben Sprüche – sinn

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Wenn der Mensch über sein Körperliches und Sittliches nachdenkt, findet er sich gewöhnlich krank. Wir leiden alle am Leben; wer will uns, außer Gott, zur Rechenschaft ziehen?

Goethe, J. W., Gespräche. In einer Logenrede am 15. Juni 1821

Das ganze Leben ist der größte Unsinn. Und wenn man achtzig Jahre strebt und forscht, so muß man sich doch endlich gestehen, daß man nichts erstrebt und nichts erforscht hat. Wüßten wir wenigstens, warum wir auf dieser Welt sind. Aber alles ist und bleibt dem Denker rätselhaft, und das größte Glück ist noch das, als Flachkopf geboren zu sein.

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Das Leben lässt sich nicht nur an den Pluspunkten, sondern auch an den Minuspunkten studieren.

Tschechow, A. P., Briefe. 23. Dezember 1888

Das Leben des Menschen ist von einer bejammernswerten Kürze. Man rechnet es zwar vom ersten Eintritt in die Welt; aber ich für meinen Teil möchte es doch erst von da ab rechnen, wo die Vernunft hervortritt und man durch die Vernunft in Bewegung gesetzt wird, und das geschieht in der Regel nicht früher als mit zwanzig Jahren. Vorher ist man ein Kind und ein Kind ist kein Mann.

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Das Leben ist ein flüchtiger Gedanke, aber ein Gedanke voll Leben, groß genug um gelebt zu werden.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Das Leben ist so kurz, und die Menschen verstehen es nicht einmal, sich aus den doch noch bestehenden vierundzwanzig Stunden ein kleines, feines, flüchtiges Paradies zu machen!

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Leben allein kann Leben verleihen.

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Abgeschrieben kann das Leben nie werden, dazu ist es zu reich.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Aus Liebe zu Gott und zum Danke für das Leben, das er uns geschenkt hat, wollen wir danach trachten, daß in unseren Werken die Offenbarung des Lebens der erste unserer Gedanken sei.

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Im Leben sollten alle Fäden durcheinanderlaufen, damit es ein Gewebe gibt; niemand ist berufen, sich für sich selbst abzuhaspeln, und wer den Goldfaden hat, der wird von selbst glänzen.

Hebbel, F., Briefe

Denn wer mehr Leben lebt als eins, muß viele Tode sterben.

Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading (The Ballad of Reading Gaol), 1898

Wes Leben so sich endet, Daß Gott nicht wird gepfändet Der Seele durch des Leibes Schuld, Und er dennoch sich die Huld Der Welt erhielt mit Würdigkeit, Der blieb vom rechten Ziel nicht weit.

Eschenbach, Parzival, 1200-1210. 16. Loherangrin. Übersetzt von Karl Simrock

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.

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Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag, ein letztes Glück und einen letzten Tag.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Sprichwörtlich

Rein durchs Leben zu gehen, ist unmöglich, aber sich zu reinigen, ist möglich und höchstes Ziel.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Das ist es eben! Man denkt nicht nur – man will auch leben.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Das Leben ist nichts als eine lange Reihe von verpaßten guten Gelegenheiten.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Das ganze Leben besteht aus Teilen und setzt sich aus Kreisen zusammen, von denen immer ein größerer die kleineren umschließt. Einer von ihnen umfasst und begrenzt alle; er reicht vom Tag der Geburt bis zu dem des Todes.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 12. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Verflucht sei, wer sein Leben an das Große Und Würdge wendet und bedachte Plane Mit weisem Geist entwirft! Dem Narrenkönig Gehört die Welt.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 6. Auftritt, Talbot

Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben. Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz.

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Und sollt am Schluß des Erdenlebens Der Sieg dir nicht beschieden sein: Dein Kämpfen war doch nicht vergebens, Denn "ist die ganze Ewigkeit nicht dein?"

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903