Leben Sprüche – sinn

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Leben und Elend begannen gleichzeitig.

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Das Leben ist fast zu gemein, um ertragen zu werden.

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Es gibt kein Haben, nur ein Sein, nur ein nach letztem Atem, nach Ersticken verlangendes Sein.

Kafka, Oktavhefte. Drittes Heft, 1916

Das Leben Das Leben ist ein Spiel Voll Fallen Voll mit Tücken Hochgezogne Brücken Überall Überall sind Aufgaben Hindernisse So schwer zu überwinden So kraftraubend So unüberschaubar Leere So erfüllt mit Leere Kann Leere überhaupt füllen? Gefühle So unwirklich So wahr So schmerzend Träume die wir träumen Und Alpträume aus denen wir nicht erwachen Der Abgrund scheint aufzuklaffen Droht uns zu verschlingen Droht uns zu verbrennen Doch können nicht rennen Nicht halten Werden unaufhaltsam in die Tiefe gezogen Illusionen so täuschend echt Wahrheit die so unsichtbar ist wie ein Leguan Haß so weit verbreitet Daß wir ihn überall spüren Leid so offensichtlich Und doch so totgeschwiegen Freunde die gleichzeitig Feinde sind Und Fremde, die dich so durchdringend ansehn Glaube Der so weit bringt – wie ein Segelboot ohne Wind

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Vergeudet haben wir unser Leben wenn wir nicht Liebe gegeben.

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Das Leben gleicht eher einem Gemälde als einer exakt zu lösenden Rechenaufgabe.

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Der Mensch muß keine Angst vor dem Tod haben, eher vor dem ungelebten Leben.

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Wer weiß zu leben? Wer zu leiden weiß. Wer weiß zu genießen? Wer zu meiden weiß. Wer ist der Reiche? Der sich beim Ertrag des eignen Fleisches zu bescheiden weiß.

Strauß, Der alte und der neue Glaube, 1872

Meine Freunde, was ist ein großes Leben, wenn nicht eine jugendliche Idee, ausgeführt durch das reife Alter.

Vigny, Cinq-Mars oder eine Verschwörung gegen Richelieu, 1826

Biographien sind nur die Kleider und Knöpfe des Menschen – die Biographie des Menschen selbst lässt sich nicht schreiben.

Twain, Autobiografische Schriften

Das Atmen ist die erste und letzte Handlung im Leben.

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Unser Leben, womit läßt es sich vergleichen? Mit dem Tautropfen, vom Schnabel eines Wasservogels abgeschüttelt, in dem sich nun das Mondlicht spiegelt.

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Jeder Mensch [...] erhält durch seinen Eintritt ins Leben ein Los in dieser bunten Lotterie: aber seine Kraft bestimmt den Einsatz, ihre Veredlung den Gewinn.

Bentzel-Sternau, Das goldne Kalb. Eine Biographie (4 Bde., anonym veröffentlicht), 1802-1804

Es gibt nichts Sinnverwirrenderes, als eines Tages zu entdecken, daß man als der und der lebt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1907

Lasst uns das Leben genießen, solange wir es nicht begreifen.

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Gequält war' er [Faust] sein Leben lang, Da fand er mich auf seinem Gang, Ich macht' ihm deutlich, daß das Leben Zum Leben eigentlich gegeben. Nicht soll in Grillen-Phantasien Und Spintisiererei entfliehen. So lang man lebt, sei man lebendig.

Goethe, Maskenzug. Bey allerhöchster Anwesenheit Ihro Majestät der Kaiserin Mutter Maria Feodorowna in Weimar, Erstdruck 1819. Mephisto

Es dichtet des Lebens Federkiel Manch' schwer zu verstehende Glosse; Es erlebt mancher ein Trauerspiel, Und der Zuschauer hält's für 'ne Posse.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Summa Summarum! Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden (Fast wär ich auch mal Hofrat geworden), Ein bißchen Namen, ein bißchen Ehre, eine Tochter "geprüft", ein Sohn im Heere, Mit siebzig 'ne Jubiläumsfeier, Artikel im Brockhaus und im Meyer ... Altpreußischer Durchschnitt, Summa Summarum, Es drehte sich immer um Lirum Larum Um Lirum Larum Löffelstiel. Alles in allem – es war nicht viel.

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Zwischen uns und der Hölle oder dem Himmel steht nur das Leben.

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Was ist unser Leben als eine Reihe von Präludien, zu jenem unbekannten Lied, dessen erste feierliche Note der Tod anschlägt.

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Allerdings ist das Leben nicht eigentlich da, um genossen, sondern um überstanden, abgetan zu werden; dies bezeichnen auch die deutschen Ausdrücke »man muss suchen durchzukommen«, »er wird schon durch die Welt kommen« und dergleichen mehr. Ja es ist ein Trost im Alter, dass man die Arbeit des Lebens hinter sich hat.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen