Leben Sprüche – trauerkarte

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Ach es ist unsäglich, wie sich die armen Menschen auf der Erde abquälen!

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich von Müller, 5. Januar 1831

Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß, Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte. Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr laßt den Armen schuldig werden, Dann überlaßt ihr ihn der Pein, Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 2. Buch, 13. Kap., Wilhelm hört Alten singen

In des Papillons Gestalt Flattr' ich, nach den letzten Zügen, Zu den vielgeliebten Stellen, Zeugen himmlischer Vergnügen, Über Wiesen, an die Quellen, Um den Hügel, durch den Wald.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

Sommerbild Ich sah des Sommers letzte Rose stehn, Sie war, als ob sie bluten könne, rot; Da sprach ich schauernd im Vorübergehn: So weit im Leben ist zu nah am Tod! Es regte sich kein Hauch am heißen Tag, Nur leise strich ein weißer Schmetterling; Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag Bewegte, sie empfand es und verging.

Hebbel, F., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. Hier: entstanden 1844

Ich habe es schon häufig als bedauerlich empfunden, daß Noah und seine Sippe das Boot nicht verpaßt haben.

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Ich wäre nicht, mein Gott, ich wäre ganz und gar nicht, wärest du nicht in mir.

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Wessen Leben derart zu Ende geht, daß Gott die Seele nicht geraubt wird durch die Sündenschuld des Leibes, und wer die Gunst der Welt dennoch ehrenvoll zu bewahren versteht, der unterzieht sich einer nützlichen Mühe.

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Nun du meine Seele hast, habe ich mein Ich verloren. Leben ist nun nicht mehr Last, da ich mich in dir geboren.

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Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.

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Der Lebenden sind wir ungewiß, aber nicht der treuen Toten, die unwandelbar bei uns bleiben, und in diesem Heilsgedanken steckt etwas, das uns tiefste Freudigkeit gibt, das uns aller Tränen und aller Klage entrückt und uns unser Leben leben und lieben lehrt.

Fock, Nordsee (Sammlung von Erzählungen), 1916

An mein Kind An diesem Morgen werde ich lächeln wenn ich dein Gesicht sehe und lachen, auch wenn mir nach weinen zumute ist. An diesem Morgen lasse ich dich deine Kleider selbst aussuchen, und sage dir wie perfekt es aussieht. An diesem Morgen werde ich die schmutzige Wäsche liegen lassen und mit dir in den Park zum Spielen gehen. An diesem Morgen lasse ich das schmutzige Geschirr in der Spüle und lasse mir von dir zeigen wie man dein Puzzle zusammenbaut. An diesem Nachmittag werde ich das Telefon ausstecken, den Computer ausschalten und mit dir im Garten sitzen und Seifenblasen fliegen lassen. An diesem Nachmittag werde ich dich nicht anschreien und werde nicht genervt sein wenn du schon wieder ein Eis willst, ich werde es dir einfach kaufen. An diesem Nachmittag werde ich mir keine Sorgen darüber machen, was einmal aus dir werden wird, wenn du erwachsen bist. An diesem Nachmittag werden wir Plätzchen backen und ich lasse sie ganz alleine von dir formen ohne es besser machen zu wollen. An diesem Nachmittag gehen wir zu McDonalds und kaufen zwei Happy Meals damit wir beide ein Spielzeug haben. An diesem Abend werde ich dich in den Armen halten und dir eine Geschichte darüber erzählen, wie du geboren wurdest und wie sehr ich dich liebe. An diesem Abend werde ich dich in der Badewanne planschen lassen und mich nicht über die Pfützen ärgern. An diesem Abend darfst du ganz lange aufbleiben und wir sitzen auf dem Balkon und zählen die Sterne. An diesem Abend werde ich mich ganz lange und ganz nah zu dir kuscheln und meine Lieblingsfernsehsendung verpassen. An diesem Abend, wenn ich mit meinen Händen über dein Haar streiche während du betest, werde ich einfach nur dankbar sein für das größte Geschenk das Gott mir gemacht hat. Ich werde an die anderen Mütter und Väter denken, die ihre vermißten Kinder suchen, die Mütter und Väter die an die Gräber ihrer Kinder gehen müssen, weil die Kinderzimmer leer sind, an die Mütter und Väter die in Krankenhäusern sitzen und zusehen müssen, wie ihre Kinder leiden und ihre Verzweiflung nicht hinausrufen dürfen. Und wenn ich dir einen Gute-Nacht-Kuß gebe, dann werde ich dich ein bißchen fester halten, ein bißchen länger. Dann werde ich mich bei Gott für dich bedanken und ihn um nichts bitten. Außer einen weiteren Tag... Wir wissen nie, ob Gott uns noch einen weiteren Tag gibt.

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Denn, Herr, die großen Städte sind verlorene und aufgelöste; wie Flucht vor Flammen ist die größte, – und ist kein Trost, daß er sie tröste, und ihre kleine Zeit verrinnt. Da leben Menschen, leben schlecht und schwer, in tiefen Zimmern, bange von Gebärde, geängsteter denn eine Erstlingsherde; und draußen wacht und atmet deine Erde, sie aber sind und wissen es nicht mehr. Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen, die immer in demselben Schatten sind, und wissen nicht, daß draußen Blumen rufen zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind, – und müssen Kind sein und sind traurig Kind. Da blühen Jungfrauen auf zum Unbekannten und sehnen sich nach ihrer Kindheit Ruh; das aber ist nicht da, wofür sie brannten, und zitternd schließen sie sich wieder zu. Und haben in verhüllten Hinterzimmern die Tage der enttäuschten Mutterschaft, der langen Nächte willenloses Wimmern und kalte Jahre ohne Kampf und Kraft. Und ganz im Dunkel stehn die Sterbebetten, und langsam sehnen sie sich dazu hin; und sterben lange, sterben wie in Ketten und gehen aus wie eine Bettlerin.

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Weinend grüßt du das Erdenrund, Lächelnd küsset dich der Freunde Mund; Lebe so, daß einst du beim Erblassen Lächelnd mögest weinende Freunde lassen!

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Ich möchte dort hingehn, wo niemand mich kennt, Kein Mensch meine Sprache spricht, keiner mich nennt. Ich wünsche ein Haus ohne Wand, ohne Tor, Kein Nachbar ihm nah und kein Wächter davor, Und wenn ich erkranke, kein Mensch, der mich pflegt, Und wo, wenn ich sterbe, kein Klaglaut sich regt.

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Du schwimmst regungs- und bewegungslos wie in einem festgefrorenen Äther, der dich einpreßt, sodaß der Geist vergebens deinem toten Körper gebietet.

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Mögen sie dort blühen, wo Gott sie hingepflanzt hat.

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»Zuweilen dünkt es mich, als trübe Geheime Sehnsucht deinen Blick – Ich kenn es wohl, dein Mißgeschick: Verfehltes Leben, verfehlte Liebel Du nickst so traurig! Wiedergeben Kann ich dir nicht die Jugendzeit – Unheilbar ist dein Herzeleid: Verfehlte Liebe, verfehltes Leben!«

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte. Romanzen. Unterwelt, 5.

Früh schwand mein Seelenfriede, Ach, ich genoß so heiß! Und ward des Lebens müde, Ein jugendlicher Greis.

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Dulde, trage. Bessere Tage werden kommen. Alles muß frommen denen, die fest sind. Herz, altes Kind, dulde, trage.

Morgenstern, C., Gedichte. Melencolia

Wenn ich betrachte meines Lebens Dauer, der Jahre Flucht und wie ich mich verlor, das Feuer sank, in dem ich glühend fror, die Ruhe schwand der regungslosen Trauer, wie Liebeswahn und Hoffen mir erstorben, wie in zwei Teile uns der Tod geteilt - auf Erden dieser, der im Himmel weilt -, wie ich verlor, was ich so schwer erworben, dann schreck ich hoch und berge mein Gesicht und neide noch dem Ärmsten seine Not, so bin von Angst und Schmerz ich übermannt. Mein Stern, mein Los, o ihr, Geschick und Tod, o unerbittliches und süßes Licht, in welche Tiefe habt ihr mich verbannt!

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Was blieb mir noch an des Verlorenen statt? Ein Stück Erinnerung, ein verwelktes Blatt, Das ist des Lebens ganzer Erntesegen.

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