Leben Sprüche – trauerkarte
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Der Morgen weht mit zarten Lüften, Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt', Und haucht aus tausend süßen Düften Erinnerung in mein Gemüt. Wie bald verweht des Lebens Morgen! Kein Frühling macht uns wieder jung. Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen Als du – als du, Erinnerung? Momente kommen gut und herzlich, Und man vergißt das schlimme Jahr, Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich Der Stunden, die man glücklich war. Das Leben ist ein Kranz von Blüten, Tief zwischen Dornen eingewebt, Nur die erringen, die sich mühten, Nur wer geweint hat, hat gelebt.
So ein warmer, treuer Tod ist besser als ein kaltes, treuloses Leben.
In jedem guten mörderischen Melodrama auf der Bühne wechseln komische und tragische Szenen so regelmäßig, wie die roten und weißen Lagen einer Speckseite. Diese Abwechslungen scheinen uns abgeschmackt, sind indes keineswegs unnatürlich. Die Übergänge im wirklichen Leben von wohlgesetzten Tischen zu Sterbebetten, oder von Trauer- zu Festtagskleidern sind nicht minder schroff oder gefühlsverletzend – nur sind wir dabei beschäftigte Mitspieler, statt bloßer Zuschauer, was einen unermeßlichen Unterschied bildet.
Ich hab in kalten Wintertagen, In dunkler, hoffnungsarmer Zeit Ganz aus dem Sinne dich geschlagen, O Trugbild der Unsterblichkeit. Nun, da der Sommer glüht und glänzet, Nun seh ich, daß ich wohlgetan! Aufs neu hab ich das Haupt bekränzet, Im Grabe aber ruht der Wahn. Ich fahre auf dem klaren Strome, Er rinnt mir kühlend durch die Hand, Ich schau hinauf zum blauen Dome Und such – kein beßres Vaterland. Nun erst versteh ich, die da blühet, O Lilie, deinen stillen Gruß: Ich weiß, wie sehr das Herz auch glühet, Daß ich wie du vergehen muß! Seid mir gegrüßt, ihr holden Rosen, In eures Daseins flücht’gem Glück! Ich wende mich vom Schrankenlosen Zu eurer Anmut froh zurück! Zu glühn, zu blühn und ganz zu leben, Das lehret euer Duft und Schein, Und willig dann sich hinzugeben Dem ewigen Nimmerwiedersein!
Schwalben Eine tote Schwalbe Liegt auf meinem Pfad. Allzu spät dem Nest entronnen Hat sie nicht die Kraft gewonnen, Mit den andern fortzufliegen Nach den schönen bessern Sonnen, Und blieb liegen, Als der Frost genaht. Arme tote Schwalbe, Viele sind wie du, Denen allzu spät das Leben Allzu karg Erfolg gegeben, Ach, und müssen dann erliegen, Während andre weiterfliegen Ihren Siegen, Ihren Sonnen zu …
Wenn die Uhren so nah wie eigene Herzen schlagen, und die Dinge mit zagen Stimmen sich fragen: Bist du da? – : Dann bin ich nicht der, der am Morgen erwacht, einen Namen schenkt mir die Nacht, den keiner, den ich am Tage sprach, ohne tiefes Fürchten erführe – Jede Türe in mir gibt nach... Und da weiß ich, daß nicht vergeht, keine Geste und kein Gebet (dazu sind die Dinge zu schwer) – meine ganze Kindheit steht immer um mich her. Niemals bin ich allein. Viele, die vor mir lebten und fort von mir strebten, webten, webten an meinem Sein. Und setz ich mich zu dir her und sage dir leise: Ich litt - hörst du? Wer weiß wer murmelt es mit.
Wie selten, daß im Druck und Drang des Lebens ein Menschenherz dem andern sich erschließt, der tiefste Born geheimnisvollen Webens in gottgeweihter Stunde überfließt! Denn was wir Heiligstes im Innern tragen, wie Wenigen gönnen wir's mit banger Scheu, wir kennen ja den Spott auf unsre Klagen, Gleichmut und Selbstsucht, die sich ewig treu. So bergen neidisch wir, was echt uns eigen, und überschau'n wir, was das Leben gab, ein Wandern war's in Einsamkeit und Schweigen, und unser Bestes deckt mit uns das Grab!
Das Leben ist uns dann am schwersten, wenn es leer ist.
Es gibt eine edle Abwesenheit von der Erde, indem wir noch darauf wohnen, es gibt eine edlere Vertraulichkeit im Himmel, indem wir noch unter ihm wandeln.
Augen, die noch nicht sehen Augen, die noch nicht sehen, werden mein Grab einst blühen sehn; Füße, die noch nicht gehen, werden daran vorübergehn. Lippen, die noch nicht lachen, werden sich öffnen im Sonnenschein, Herzen, die noch nicht wachen, werden schlagen und fröhlich sein; werden dem Leben sich schenken, schenken der seligen Stunde sich, und werden der Toten so wenig gedenken wie einstmals ich!
Der Lebensquell versiegt und wir gewahren Mit Schmerz, daß wir nicht bleiben, was wir waren.
Es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr vorwärts schreiten, die Höhen des Lebens hinter uns haben und nur noch verlieren können. ... Tiefe Traurigkeit, die nie ganz frei von Reue, umschleiert unser Herz, und spöttisch winken die versäumten Stunden.
Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu hoffen hat, bitten wir nur um eine schmerzlose Hinrichtung.
In meine stillen Träume In meine stillen Träume schleichst du dich allnächtlich ein, dein Haupt sinkt an meine Schulter, der Mond blickt durchs Fenster herein. Vor meinem Lager duften die Rosen berückend schwül; ich berge verwirrt mein Antlitz in dem seidenen Spitzenpfühl. Du bist ja zu mir gekommen im Traume, in der Nacht; da ist in mir Unglückseligen die Leidenschaft neu erwacht. Die Gluten, die schlummermüden, schlugen zur Flamme empor, ich suche im Traume das Leben und finde verschlossen das Tor.
Wir sollen nicht meinen, ein Teil des Lebens könne mit dem Verlust des anderen erkauft werden. Wir bedürfen alles: die Kindheit, die Jugend, das Alter; eines muss dem andern erst Wert und Trost geben.
Ich sah mein eigen Angesicht zerfurcht von bittrem Gram. Ich sah mein Herz in öder Brust zernagt von Reu und Scham. Ich sah mich irren ohne Ziel, der letzten Hoffnung bar. Mir hatte geträumt, ich lieb' dich nicht: O wie ich elend war!
Strom und Menschenleben versanden oft in der Ebene.
Lebe so, wie du weinst.
Im Buche des Lebens hat fast jedes Blatt einen Trauerrand.
Trübe Ahnung Verlaßner werde ich mit jedem Jahr, und nun verlor ich auch mein bestes Lied. – Ich saß bei einem Kognak an der Bar so düster, daß mich jedes Mädchen mied. Dann ging ich durch die Stadt. Die Nacht war mild. Es war, als ob mein Vater mit mir sprach. Jetzt hock ich trostlos unter deinem Bild und traure dem versäumten Leben nach. Das war ein Fest … ein Kleid im Wind … ein Wink… und immer eine Schwermut, die uns schied, zuletzt nur wieder dies: "Vergiß und trink!" Und nun verlor ich auch mein bestes Lied. War doch mir Liebeslust noch prophezeit, und daß die Schicksalswege sich erneun – zu spät erblühte diese Glücklichkeit und könnte meinen Herbst nicht mehr erfreun. Denn herbstlich geh ich mitten durch den Mai, der als ein Spuk an mir vorüberzieht, als wisse er, daß dies der letzte sei. Verloren ist mein Leben und mein Lied.
Grauer Himmel Grauer Himmel, trübe Tage, Keine Lust und keine Plage, Weder Sturm noch Sonnenglanz, Grauer Stunden dunkler Kranz. Wie ein Schiff auf stillem Meer Todt und traurig treibt umher, Wie ein Mühlrad ohne Bach Still verharr' ich Tag auf Tag. Manchmal muß es doch gewittern! Manchmal muß das Herz erzittern! Muß in Leid und Freud erheben! Wie so öd' ist sonst das Leben!