Leben Sprüche – trauerkarte

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Still! Tiefstiller dunkler Schlaf sinkt über meinen Tag, daß ich nichts hoffen mehr, nichts fürchten mag! Das ganze Leben ... ich entsinne mich kaum, war es froh, war es traurig?! Alles wird Traum ... Es ist eine Wiege, von heimlicher Hand leise geschaukelt an Grabesrand! Still! ... Still!

Flaischlen, Gedichte. Gesammelte Dichtungen, Bd. 2: Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens, Stuttgart 1921

Wie wenig Spur bleibt doch von einer Existenz zurück!

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Mir summt im Herzen ein leises Lied Mir summt im Herzen ein leises Lied, Ich wag es nicht zu beginnen, Es ist zu traurig – Und ein Gedanke mich durchzieht, Ich wag' nicht ihm nachzusinnen, Er ist zu schaurig. Eine plötzliche Ahnung jedoch, Die möchte ich wissen: Ich werde beides noch Erleben müssen!

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878

Nach jeder großen abgenommenen Sorge will ja das erschöpfte Herz sich wieder füllen und stärken und wie in eine große Lücke und Leere stürzt das Leben dann nur mit so ungefesselterer Gewalt.

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851

Man überschätzt das Leben, und das macht dessen Verlust so schmerzlich.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Zu leben, wenn Einer wünscht, dass man tot wäre – schrecklich!

Dohm, Werde, die Du bist, 1894

Wer aber würde in seinen Bemühungen nicht den Dank eines begüterten und mächtigen Menschen dem Anliegen eines guten, aber mittellosen Menschen vorziehen?

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Sed quis est tandem, qui inopis et optimi viri causae non anteponat in opera danda gratiam fortunati et potentis

Du verfügst über das, was in der Hand des Schicksals liegt, und verlierst, was du in deiner Hand hast.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 9. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Quod in manu fortunae positum est, disponis, quod in tua, dimittis

Erinnerung bringt die Pein der Furcht zurück, die Voraussicht nimmt sie vorweg; niemand ist unglücklich allein wegen der Gegenwart.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 5. Brief. Übers. Internet Originaltext: Timoris enim tormentum memoria reducit, providentia anticipat; nemo tantum praesentibus miser est

Das Leben ist nur ein langes Verlieren all dessen, was man liebt.

Hugo, Der lachende Mann (auch 'Die lachende Maske' und 'Der Mann mit dem Lachen') (L’homme qui rit), 1869. Übers. Internet

Fronleichnam Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen, Durchwogt die Straßen festliches Gepränge Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen. So hab auch ich der Träume bunte Menge, Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen: Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen, Und leis verweht der Wind die leisen Klänge. Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden, Und leer und öde liegt die Straße wieder; Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden, Da du ersehnest die verschmähten Lieder: Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen, Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse, hier 1890

Für das Lebendige ist kein Ersatz.

Novalis, Schriften, 4 Bde., hg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel, Leipzig 1929. Briefe

Gräber kränzen und den Lebenden die Blumen am Wege weigern: das ist trauriges Tun!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Ein kalter Frühling ist für die Natur dasselbe wie für den Menschen eine traurige Jugend; kein später Sonnenschein vermag die Schäden ganz zu heilen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Das Lied eines Lebens Es ist in kleines alltägliches Lied, Und doch das Lied eines Lebens: Der Frühling kam − und der Frühling schied, Ihn klagte ein Herz vergebens. Es weinte ihm nach, dem entschwundenen Mai, Es hat sich blutend verschlossen − Der Sommer, der freundliche, eilte vorbei, Vorüber ungenossen. Nun ward es Herbst! Die Rosen verblüht, − Sie blühten, verblühten vergebens −− Es ist ein kleines alltägliches Lied, Und doch das Lied eines Lebens.

Dix, Aus jungem Herzen, 1898

Auf dem stürmischen Höhenpfad der Erdenwanderung verliert der Mensch viel, ohne dafür anderes zu finden.

Steinmüller, Rhapsodien vom wahren Frieden, o.J. (um 1940)